Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segelsport Wo der Wind tiefe Spuren hinterlässt
Sport Segelsport Wo der Wind tiefe Spuren hinterlässt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 23.06.2014
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Hat momentan alle Hände voll mit Bootsreparaturen zu tun: Igor Shlykov vom Service point für Bootsrumpfreparaturen. Quelle: khe
Anzeige
Kiel

Die heftigen Windbedingungen hinterließen deutliche Spuren am Material etlicher Segler. Bis kurz vor Mitternacht waren die Segelmacher am ersten Regattatag mit dem Flicken von Segeln beschäftigt. „Besonders viele kaputte Segel brachten Sportler, die auf Regattabahnen weit draußen unterwegs waren. Die meisten Reparaturen fielen bei Spinnakern und Gennakern an. Nicht alle waren noch zu retten“, erzählt Tammo Baldszun vom Service Point der Segelmacher-Firma North Sails, wo zu flickende Segel den Boden bedecken und fast durchgehend die Nähmaschinen rattern. Gerade die Bootsklassen 29er und 49er wären klassische Fälle bei den Schäden.

 „Unser Anspruch ist es, alle Kunden, die mit kaputten Segeln zu uns kommen, möglichst schnell wieder auf die Regattabahn schicken zu können“, so Baldszuns Devise. Das wissen die Segler zu schätzen. Der Andrang am Segelmacherstand auf der Schilkseer Sponsorenmeile ist groß, auch wenn die Reparaturen oft mehrere 100 Euro kosten. Für die Sportler zählt es, schnell wieder über wettkampftaugliches Material zu verfügen.

Anzeige

 Tammo Baldszun kann sich nur zu gut in die Lage der Segler hineinversetzten, da er selbst während der Kieler Woche bei den deutschen Meisterschaften der Kielboote mit antritt. „Das ist eine ziemliche Doppelbelastung“, sagt er und hofft, dass an den Abenden vor seinen eigenen Wettfahrten nicht bis spät in die Nacht Arbeit anfällt.

 Viel zu tun gibt es auch am Service Point für Bootsrumpfreparaturen. Gemeinsam nehmen sich dort auf der Sponsorenmeile Mitarbeiter der Firmen Knierim und International ramponierten Segelbooten an und beheben Schäden, die bei Bootskontakten im Regattageschehen auftreten – eine kostenlose Serviceleistung, die viele Segler dankbar in Anspruch nehmen. Stets warten neue Boote auf Trailern vor dem Stand auf die Reparatur.

 Der starke Wind sorgte gleich am ersten Regattatag für eine Ansammlung von fünf 49ern, die sich auf dem Wasser zu nahe kamen. Das Ergebnis: Löcher im Bootsrumpf. Schnelle Abhilfe schaffen Schleifmaschinen, Polyesterharz und Glasfasergelege. „Die Reparaturen sind funktionell und nicht kosmetisch. Wichtig ist es, dass die Boote schnell wieder einsetzbar sind“, erklärt Stefan Spaltmann von der Firma International, während er einen reparierten Schaden begutachtet. Ein Reparaturfall weniger – aber gleich nebenan wartet ein Schwertkasten, der vom Deck abgerissen ist. Wieder heißt es: Schleifen und Laminieren, damit der Segler des beschädigten Finn-Dinghis zügig wieder aufs Wasser kann.

 „Unser Arbeitsaufkommen ist stark windabhängig“, sagt Spaltmann. Das Wetter wird entscheiden, wie viel Arbeit im Laufe der Kieler Woche noch für die Reparatur-Teams anfällt.