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Segelsport Sonne satt und kleine Sorgenfalten
Sport Segelsport Sonne satt und kleine Sorgenfalten
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12:00 02.07.2019
Von Niklas Schomburg
Auch 2019 bildete die Kieler Woche wieder alle viele Facetten des Segelsports ab, bot den Athleten wie hier den J/70 mit Sonne, Wind und Welle beste Bedingungen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Ich habe in meiner Zeit noch keine Kieler Woche in dieser Art erlebt“, resümierte Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst und meinte damit in aller erster Linie die meteorologischen Rahmenbedingungen mit Sonne und bis auf Donnerstag und Freitag hervorragenden Winden. Der wichtigste Indikator für eine gelungene Woche war laut Ramhorst dabei die Tatsache, dass an allen neun Tagen gesegelt worden ist. „Es war auch mal grenzwertig. Natürlich wäre es schön, den Nacra17 zum Beispiel immer Foiling-Bedingungen zu bieten“, sagte der Regatta-Chef. „Aber wir haben für unsere Entscheidungen sehr positives Feedback bekommen. Auch für unseren späten Start am Freitag. Schließlich kommen die Athleten aus aller Welt zum Segeln. Und das wollen wir auch möglich machen.“

Viel Platz auf der Seebahn

Hier allerdings fällt der Blick auf eben die Segler, die nicht zur Kieler Woche angereist waren. Vor allem im – wegen der damals anstehenden WM in Århus etwas hinkenden – Vergleich zu 2018 gingen die Meldezahlen deutlich herunter, brachen hier und da komplett ein. Im Seesegel-Bereich etwa boten die Veranstalter zwar viel Programm – das aber wurde unterdurchschnittlich wahrgenommen. „Das Phänomen der abnehmenden Meldezahlen zieht sich durch die gesamte deutsche Szene. Oft sind berufliche Gründe dafür verantwortlich, dass die Eigner nicht ausreichend Crew zur Verfügung haben“, erklärte Ramhorst. „Dem müssen wir in unserem Angebot in Absprache mit der Klassenvereinigung und dem DSV begegnen. Große Veranstaltungen in Dänemark zeigen, dass es geht.“

Und während die internationalen Klassen des ersten Teils mit der integrierten EM der OK-Jollen facettenreichen Segelsport boten, war der Blick auf die olympischen Klassen teilweise ernüchternd. Die 470er-Konkurrenzen waren bereits im Vorfeld abgesagt worden, im Laser Standard fehlte die gesamte Weltelite aufgrund der gestern gestarteten WM in Japan, auch im Finn war die Leistungsdichte überschaubar. „Unsere Beziehungen zu den Klassen sind unterschiedlich gut ausgeprägt“, sagte Ramhorst. „Bei den 470ern werden wir offenbar nicht so wahrgenommen, da müssen wir präsenter sein.“ Die Hoffnungen liegen vor allem auf dem neuen Eventkalender des Weltseglerverbandes, der ab 2021 greifen und terminliche Überschneidungen mit großen Meisterschaften verhindern soll. Positiv ist die Reputation und Besetzung bei den Skiffs und Mixed-Katamaranen. „Bei den 49ern und Nacras sind wir gut aufgestellt. Hier gibt es beste Verbindungen zum Klassenmanagement“, so Ramhorst.

In einigen Disziplinen Luft nach oben

„Dass einige Top-Segler wegen Überschneidungen mit anderen Events nicht am Start waren, ist auch für uns als Team nicht glücklich“, erklärte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, die den Auftritt der startenden deutschen Segler mit zwei Kieler-Woche-Siegen in den olympischen Klassen aber durchaus positiv sah. „Wir sind grundsätzlich zufrieden, auch wenn in der einen oder anderen Disziplin noch Luft nach oben ist“, so Stegenwalner. Letzteres darf vor allem für die 49er gelten, die im Weltklasse-Feld die Erwartungen nicht erfüllen konnten. In Abwesenheit der Top-Stars im Laser durfte dafür Nico Naujock sein erstes Medal Race segeln und wertvolle Erfahrung sammeln.

„Vor den anstehenden Pre-Olympics, Weltmeisterschaften, dem Kampf um die noch fehlenden fünf Nationenstartplätze für die olympische Segelregatta 2020 und dem Start der nationalen Olympia-Ausscheidung noch in diesem Jahr nehmen wir die Erfolge unserer Teams bei der Jubiläumsauflage der Kieler Woche sehr gerne als Motivationsschub mit“, sagte Stegenwalner. In drei Klassen – 49er, Laser Standard und Laser Radial – ist die deutsche Olympia-Teilnahme bereits gesichert, in 49erFX und Nacra17 wollen die DSV-Crews den Startplatz bei der WM in Neuseeland im Dezember sichern, die 470er kämpfen bereits im August bei der WM in Japan um ihre Tickets. Die Finn-Segler haben beim Weltcup in Genua im kommenden Jahr die letzte Chance auf die finale Olympiaregatta der Traditionsklasse, die anschließend aus dem olympischen Programm verschwindet.

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