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Segelsport 2.4mR: Alle in einem Boot
Sport Segelsport 2.4mR: Alle in einem Boot
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13:17 25.06.2019
Von Niklas Schomburg
Seit Januar Teil des „Immac Sailing Team“ und auf der Förde nicht zu schlagen: 2.4mR-Segler Heiko Kröger. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

 „Die 2.4 ist das perfekte Boot, um chancengleich gegeneinander zu segeln: egal welches Alter, egal ob Mann oder Frau und ob mit oder ohne Behinderung“, sagt Ulli Libor. „Nur zur Verdeutlichung: Die Weltranglisten-Erste ist eine Frau mit Handicap – die Britin Megan Pascoe.“

Der zweimalige Olympia-Medaillengewinner ist in seinem Leben so ziemlich auf jedem sportlichen Boot unterwegs gewesen, seit einigen Jahren aber hängt sein Herz an der 2.4mR. „Ich wohne ja im Binnenland, in der Rheinpfalz. Da gibt es zwar viele Winzer, aber wenig Wasser“, erklärt Libor. „Ich brauchte also ein Boot, das sich gut trailern lässt, mit dem ich allein zu Regatten fahren kann und bei dem Taktik und Bootstrimm im Vordergrund stehen. Und das habe ich gefunden.“

Dreierteams in "Mixed Inclusion Trophy"

Mittlerweile ist Libor Vorsitzender der Klassenvereinigung. Und versucht in dieser Funktion, die kleinen Kielboote noch weiter zu pushen. Seine neueste Idee unterstreicht den inklusiven Charakter des Bootes noch weiter. „Wir tragen parallel zur Einzelwertung hier bei der Kieler Woche die ,Mixed Inclusion Trophy’ aus, eine Wertung für Dreierteams“, erklärt Libor. Ein solches Team besteht immer aus mindestens einer Frau sowie einem Segler mit und einem ohne Behinderung. In Kiel haben sich vier Teams gebildet, darunter ein britisches. „Es ist schön, auch mal etwas füreinander im Team zu tun“, sagt Libor.

Diese Herangehensweise pflegt auch das „Immac Sailing Team“, das seit 2002 als Sponsor des Segelsports im Allgemeinen und vor allem der Nachwuchsarbeit aktiv ist. Seit Anfang des Jahres unterstützt Immac auch die 2.4mR-Klasse, hat ein Dreierteam mit Paralympics-Sieger Heiko Kröger, der 23-jährigen Studentin Antonia Schröder und dem 16-jährigen Tim Trömer, der 2018 bereits bei der Para-WM in den USA startete, gegründet. „Wir wollten nach der Streichung des Segelns aus dem paralympischen Programm ein Zeichen setzen“, erklärte Kai Mares, selbst als Skipper auf der „Immac Fram“ im Offshore-Bereich unterwegs. „Dieses Boot ist einmalig für gemeinsames Segeln. Es gibt keine Klasse, die so förderungswürdig ist. Und mit Heiko als Mentor können wir Nachwuchssegler hervorragend unterstützen.“

Kröger vor Kieler-Woche-Sieg Nummer zwölf

Dass Kröger als Paralympicssieger, insgesamt elfmaliger Weltmeister und Sprachrohr des deutschen Segelns das Zeug zum Mentor hat, muss der 53-Jährige niemandem mehr beweisen – und tat es auf der Förde auf seine eigene Art doch einmal mehr: Lediglich zwei Mal musste sich Kröger in neun Rennen geschlagen geben, einem zweiten und einem dritten Platz stehen sieben Siege gegenüber. Das bedeutet vor dem Abschlusstag schier uneinholbare 13 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Kalle Dehler. Der Admiral’s-Cup-Teilnehmer (1985 bis 1989) ist erst im vergangenen Jahr in den 2.4mR gestiegen, fuhr bei der IDM im vergangenen Oktober gleich auf Rang vier. Dritter ist der Finne Antti Kokkala. In der Teamwertung führen Kröger, Stefan Klötzing (11.) und Sabine Mohr (16.).

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