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Segelsport Segeln zwischen Tradition und Moderne
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12:58 17.06.2019
Von Niklas Schomburg
Ein hochklassiges 49er-Feld segelt um den Kieler-Woche-Sieg. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Kieler Woche (22. bis 30. Juni 2019) ist die 125. im 137. Jahr ihres Bestehens. „Das Alter sieht man uns aber nicht an“, erklärte Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, am Montag im Rahmen der großen Segelsport-Pressekonferenz im Kaisersaal des Kieler Yacht-Clubs. „Wir machen einmal mehr auch neue Dinge und haben so schon am ersten Wochenende viele Highlights.“

Neben Welcome Race und Aalregatta startet die Kieler Woche mit der erstmaligen Austragung der Youth Champions League, dem Start des Nord Stream Race und den etablierten internationalen Klassen inklusive der Europameisterschaft der OK-Jollen. Die Bandbreite als „Glanzlichtern“ (Ramhorst) ist auch Teil der Strategie, die Kieler Woche weiter zu stärken - und gegen die zahlreichen Konkurrenzveranstaltungen zu wappnen. „Wir müssen weiter Welt- und Europameisterschaften in die Kieler Woche integrieren und auch immer neue Sachen bieten“, erklärte Ramhorst.

Schutzzone für Kieler Woche 2019 geplant

Einige Enttäuschungen konnte diese Strategie aber nicht verhindern: Für die olympischen 470er hatten bei Männern und Frauen insgesamt nur sechs Boote gemeldet - die Zweihandjollen wurden daher aus dem Kieler-Woche-Programm gestrichen. „Das war durch die WM auf dem Olympiarevier in Japan kurz nach der Kieler Woche leider mit Ansage“, erklärte Ramhorst.

Auch die Laser-Senioren fahren in Japan um den WM-Titel, werden wie die Laser-Jugendsegler, die in Griechenland ihre WM haben, nicht bei der Kieler Woche segeln. Um solche Kollisionen zukünftig zu vermeiden, soll es ab 2021 einen neuen Rahmenkalender des Weltverbands World Sailing geben, in dem eine Schutzzone für die Kieler Woche eingerichtet wird, wie es sie schon für andere Veranstaltungen wie etwa die Delta Lloyd Regatta im niederländischen Medemblik bereits gibt.

Sie verbietet Meisterschaften in direkter kalendarischer Nachbarschaft. „Terminkollisionen sind ein dauerhaftes ärgerliches Thema“, sagte Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbandes und Vizepräsidentin von World Sailing. „Ab 2021 soll die neue Eventstrategie greifen, und auch der Sailing World Cup wird dann in anderer Weise fortgeführt.“

1700 Boote starten in der Kieler Woche

Im Großen und Ganzen aber besticht die Kieler Woche einmal mehr mit vielen Seglern und Booten auf den zehn Regattabahnen vor Kiel-Schilksee. „Wir freuen uns sehr, dass wir große Meldezahlen in J/70, OK-Jolle, 420er und 29er haben“, sagte Ramhorst. Und auch das Feld der olympischen 49er und 49erFX ist qualitativ wie quantitativ hochklassig besetzt - auch weil die neuseeländischen Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke am Start sind.

„Sie wollten eigentlich die gesamte internationale 49er-Flotte zum Training nach Japan lotsen, aber die haben der Kieler Woche die Stange gehalten“, erklärte der Kieler 49er-Steuermann Justus Schmidt grinsend. „Also mussten sie am Ende selbst auch für die Kieler Woche melden. Dadurch haben wir ein fantastisches Feld, das wird ein toller Wettbewerb.“

Wie sein Vorschoter Max Boehme wollte Schmidt eigentlich auch im ersten Teil schon aufs Wasser gehen, in der foilenden Motte über die Förde fliegen. „Wir wären gern die vollen neun Tage gesegelt, das wäre eine coole Herausforderung gewesen“, sagte Boehme. „Durch unsere Vereinbarung mit den Briten und Spaniern aber werden wir der olympischen Kampagne den Vorzug geben und vor unserem Start im 49er noch trainieren.“

Das Ziel der Lokalmatadoren: Aufs Podium fahren, wenn irgend möglich, den Sieg von 2015 wiederholen. „Die Konkurrenz ist riesig, aber alle sind schlagbar“, erklärte Boehme, der sich wie sein Skipper auf das Heimspiel freut. „Die Kieler Woche ist mit ihrer Organisation einzigartig, das lockt auch immer wieder die internationalen Segler nach Kiel. Und dadurch wird das ein spannender Wettkampf.“

Mehr zur Kieler Woche 2019 lesen Sie hier.

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