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Segelsport Immer im Rhythmus mit den Drehern
Sport Segelsport Immer im Rhythmus mit den Drehern
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21:07 26.06.2019
Von Niklas Schomburg
Paul Kohlhoff (li.) und Vorschoterin Alica Stuhlemmer gaben ihrem Nacra 17 die Sporen und ritten auf den Wellen zu zwei Tagessiegen und der verdienten Führung im Zwischenklassement. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Das gelang an Tag eins nur bedingt, obwohl die Bedingungen erneut perfekt waren und Freude bereiteten. „Mit Spaß am Segeln allein sind wir in den ersten beiden Rennen aber nicht weit gekommen“, erklärte Steuermann Schmidt grinsend. „Wir haben ein paar Fehler gemacht, für die wir gleich bezahlen mussten. Das war taktisch am Anfang nicht optimal.“

Und Boehme ergänzte: „Im dritten Rennen wussten wir dann endlich, wie es funktioniert und worauf es ankommt, und sind einen Tagessieg gefahren.“ Am Ende steht nach durchwachsenem Auftakt Gesamtrang 17.

Auf der Jagd nach dem Wind

Perfekte Segelbedingungen bedeuten eben nicht automatisch leichte Bedingungen. „Man musste immer im Rhythmus mit den Winddrehern segeln und versuchen, immer im Druck zu sein“, beschrieb der australische Skipper Will Phillips, wie er gemeinsam mit Bruder Sam versuchte, den besten Weg über den Kurs zu finden. Den Aussies gelang das hervorragend: Sie führen nach zwei Siegen und einem fünften Rang das Gesamtklassement der 79 Skiffsegler an.

Auch Fischer/Graf erwischten keinen guten Start – im wahrsten Wortsinn: Nach der ersten Startkreuz des Tages berührten die WM-Dritten von Århus 2018 die Luvtonne und mussten per Strafkringel bereinigen. „Zehn Meter vor der Tonne kam plötzlich ein Winddreher, der uns dagegen gedrückt hat“, beschrieb der Steuermann. „Wir konnten das aber gut aufholen und auf Platz fünf vorfahren.“ Aber auch im zweiten Rennen war der Wurm drin. „Da lagen wir irgendwie immer daneben, haben die Dreher überhaupt nicht getroffen“, so Fischer. „Insgesamt sind wir aber durchaus zufrieden, das war ein recht solider Auftakt.“

Als zweitbestes deutsches Team liegen Fischer/Graf auf Rang 15, die Münchner Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger sind 14. Die 49erFX-Frauen starteten besser, Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Berlin) sind Siebte, Tina Lutz (Chiemsee) und ihre Strander Vorschoterin Susann Beucke sind Zehnte.

Kohlhoff/Stuhlemmer führen im Nacra

Optimal lief es für das Kieler Nacra17-Team. Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer ließen unter anderem die WM-Vierten Lin Cenholt/Christian Peter Lübeck (Dänemark) und die Weltranglisten-Vierten Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (Italien) hinter sich, fuhren zwei Tagessiege ein und grüßen von der Spitze der Mixed-Katamaran-Gesamtwertung.

„Wir sind zufrieden mit unserer Performance gegen einige absolute Top-Leute, die am Start sind“, resümierte Skipper Kohlhoff seinen perfekten 24. Geburtstag. „Aber unser Fokus liegt auf einer konstanten Serie, wir machen uns jetzt keinen großen Druck, unbedingt auf Sieg fahren zu müssen. Auf den guten Einstieg können wir jetzt aufbauen, und dann schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Paul Kohlhoffs älterer Bruder Max war mit seinem Auftritt im Finn ebenfalls sehr zufrieden – vor allem modisch: „Zum Glück muss ich morgen nicht mit dem pinken Trikot raus“, sagte Kohlhoff grinsend über das Shirt des Drittplatzierten, das stattdessen der Australier Jake Lilley tragen wird.

Kohlhoff wird als Gesamt-Zweiter in Blau unterwegs sein. „Ich kann mit einem fünften und einem zweiten Rang sehr zufrieden sein, und werde versuchen, mindestens auf Rang zwei zu bleiben. Vielleicht geht es ja sogar noch einen Platz nach oben“, sagte er.

Alle Ergebnisse: www.manage2sail.com

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