Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segelsport Mit "Einstein" über Kiel nach Alicante
Sport Segelsport Mit "Einstein" über Kiel nach Alicante
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:14 21.06.2019
Von Niklas Schomburg
Das Offshore Team Germany mit Teamchef Jens Kuphal (li.) taufte seinen 60-Fuß-Racer im Beisein von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Mitte) an der Reventloubrücke auf den Namen „Einstein“. Quelle: Sonja Paar
Kiel

19 Jahre nach dem Triumph der „illbruck“ soll im Oktober 2021 wieder ein deutsches Boot auf große Weltumseglung gehen. Noch ist das Fundament, vor allem das finanzielle, etwas wackelig – doch mit der Taufe des 60-Fuß-Kraftpakets ist ein weiterer Schritt in Richtung „The Ocean Race“ (Ex-Namensgeber Volvo hat sich als „Eigentümer“ der Regatta zurückgezogen) getan. „Die ,illbruck’-Kampagne ist ein wunderbares Erbe, welches das OTG nun antreten kann“, sagte der Australier Neil Cox aus dem TOR-Management. Passend dazu überbrachte Eigner Michael Illbuck per Videobotschaft auch im Namen des damaligen Skippers John Kostecki beste Wünsche für die neue Kampagne und beschrieb den Einlauf der „illbruck“ in Kiel im Juni 2002 als „unsere Mondlandung“.

Neues Boot, neues Konzept

Das neue deutsche Boot war ursprünglich mal ein spanisches: Als „Acciona“ segelte es bei der Solo-Regatta um die Welt „Vendée Globe“, kenterte jedoch kurz vor dem Ziel. „Diese Havarie hat uns erst ermöglicht, das Boot zu erwerben“, erklärte Teamchef Jens Kuphal. Viel übrig ist von der „Acciona“ allerdings nicht: Nur der nackte Rumpf ist „alt“, der Rest nach Komplettüberholung auf dem neuesten Stand der Technik.

Neu ist auch das Konzept bei der Crewbildung. War auf der „illbruck“ mit Tony Kolb nur ein deutscher Segler an Bord, lautet der Slogan nun: „#madeingermany“. „Wir wollen hauptsächlich deutsche Segler an Bord haben“, erklärte Kuphal.

„Aber: Das deutsche Offshore-Segeln hat sich nach der „illbruck“ nicht richtig entwickelt, daher brauchen wir internationale Erfahrung und Unterstützung.“ Neben dem deutschen Skipper Robert Stanjek, Starboot-Weltmeister und Olympia-Teilnehmer, und Finn-Segler Phillip Kasüske werden daher beim Welcome Race auch die Britin Annie Lush, die bereits zweimal am Ocean Race teilnahm, ihr Landsmann Ian Smith und der Franzose Nicolas Lunven (zuletzt „Turn the tide on plastic“) mit an Bord sein.

Kiel will Ocean-Race-Hafen sein

Wenn das deutsche Team ab 2021 beim TOR an den Start geht – wird das Ocean Race dann auch Kiel anlaufen? Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bekräftigte den Wunsch der Stadt, mindestens als Etappenhafen zu dienen. „Natürlich würden wir gern wieder Teil des Ocean Race sein – aber dafür braucht es wirtschaftliche Unterstützung“, sagte Kämpfer zum Schulterschluss der Stadt mit dem OTG. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass die Taufe hier in Kiel stattfindet, und hoffen, dass das auch etwas Rückenwind für die Kampagne liefert.“

Konnten die Zaungäste der Taufe am Freitag das mehr als 18 Meter lange Boot und seinen knapp 30 Meter hohen Mast bereits bestaunen, wird es beim Start ins Welcome Race mit 330 Quadratmetern gesetzten Segeln (vor dem Wind) sicher ein eindrucksvolles Bild in der Innenförde abgeben. Die „Einstein“ startet am Sonnabend um 12 Uhr in der letzten Gruppe von Welcome Race, Aalregatta und Co. gemeinsam mit der „Brunel“ und der „AkzoNobel“, die beide in der vergangenen Austragung des Ocean Race am Start waren und sich gerade auf Europatour befinden, um – wie schon beim Ocean Race – im Dienste der Wissenschaft Daten der Meere zu sammeln.

OK-EM und Co. ab 13 Uhr vor Schilksee

Eine Stunde später fällt der erste Startschuss zu Teil I der Kieler-Woche-Regatten auf den Bahnen vor Schilksee und Strande. Neben großen Feldern bei 29ern (121 Starter aus 19 Nationen), Laser Radial oder Contendern steht bei den internationalen Klassen auch die Europameisterschaft der OK-Jollen an, wo die deutschen Hoffnungen Jan Kurfeldt, Kieler-Woche-Sieger 2018, und André Budzien, dreifacher Weltmeister, auf internationale Top-Segler wie Frederik Lööf (Schweden), Greg Wilcox (Neuseeland) und das norwegische Multitalent Lars Johan Brodtkorb treffen. Nach dem Seglerfeuerwerk zum Klassenwechsel am Dienstagabend bestimmen ab Mittwoch dann die olympischen Klassen die Segel-Action auf der Förde.

Mehr Artikel zur Kieler Woche 2019 finden Sie auf unserer Themenseite.

Mehr zum Segelsport finden Sie hier.

Segelsport Kieler Woche Regatten - Diese Segelklassen sind dabei

Die größte Segelveranstaltung der Welt verändert ihr Portfolio ständig, 2019 etwa sind bei der Kieler Woche Moths und Waszps sowie Musto Skiffs dabei, während Hobie16- und F18-Katamarane eine Pause einlegen. Wir erklären und zeigen Ihnen die 21 Jollen-, Kielboot- und Katamaranklassen im Überblick.

Niklas Schomburg 20.06.2019

Nur zwei Wettfahrten brachten die Folkeboote im Kampf um den begehrten Trudelmaus-Pokal in die Bücher – Gewitter am Sonnabend und Flaute am Sonntag machten Seglern wie Wettfahrtleitern vom Laboer Regatta-Verein das Leben schwer. Am Ende triumphierte der Däne Erik Køster.

Niklas Schomburg 20.06.2019

Die Wetterprognosen waren unheilvoll, doch die mehr als 130 Jachten wurden belohnt: Die Teilnehmer der Ærø-Rund-Regatta von Schilkseer Yacht Club, Yacht Club Gode Wind, Segler-Vereinigung Kiel und Segelclub Baltic erwischten für die Nachtwettfahrt zur dänischen Insel das perfekte Wetterfenster.

Niklas Schomburg 20.06.2019