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Segelsport Entscheidung auf den letzten Meilen
Sport Segelsport Entscheidung auf den letzten Meilen
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22:06 20.06.2018
Von Niklas Schomburg
Da lag Kai Mares mit der „Immac Fram“ (Mitte) noch vor der „OneSpirit“ (links) von Gordon Nickel. Am Ende hatte jedoch der Cuxhavener die Nase knapp vor dem Kieler. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

In der ORC I/II setzte sich Michael Berghorns „Halbtrocken 4.0“ durch. Das Resümee fiel trotz eigentlich zufriedener Segler zwiespältig aus.

Auch wenn die Qualität an der Spitze beider Klassen da ist, hadern Segler und Verantwortliche dennoch etwas mit Meldezahlen und Breite. „Man muss ehrlich sagen: Für eine Kieler Woche war das ein extrem schwaches Feld“, sagte Berghorn. „Für uns war das echt enttäuschend, wir hätten uns als WM-Härtetest mehr Konkurrenz gewünscht.“ Bertil Balser, Klassenpräsident der Regatta-Vereinigung Seesegeln (RVS) und selbst auf der „X-Day“ am Start, sieht das Problem vor allem in der großen Anzahl der Events an Nord- und Ostsee. „Es gibt knapp 80 Events im Jahr überall entlang den Küsten. Eigentlich müsste man den Regattakalender um die Hälfte kürzen – aber man kann den Leuten ja auch nicht verbieten, Regatten auszurichten“, sagt er.

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Konzentration und Kommunikation

Auch der Zeitgeist spiele eine Rolle, darin sind sich Balser und Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Seesegelausschusses beim Deutschen Segler-Verband (DSV), einig. „Die guten Mannschaften sind zu weit weg, so dass die Teams aus der zweiten Reihe in den (weniger leistungsbezogenen, d. Red.) ORC Club abwandern“, sagte Schäfer. „Es ist auch eine Frage des Engagements.“

Um das Seesegeln in Deutschland aus der Talsohle zu holen, lauten die Zauberworte Konzentration und Kommunikation. „In den vergangenen Jahren haben es einige Stellen etwas schleifen lassen. Wir müssen nun an einem Strang ziehen – Veranstalter, der DSV und die RVS“, meinte Balser. „Es sind genug Boote da, wir müssen die Segler nur abholen und wieder aufs Wasser bringen.“ Dazu gehöre auch endlich eine Regel, wie die Vermessungsformeln ORCi und ORC Club unter einen Hut gebracht werden können. Balser fordert Gesprächsrunden mit allen Beteiligten mehrmals im Jahr.

Kieler Woche als Positivbeispiel

Dem Abschwung entgegenzuwirken sei natürlich Aufgabe der RVS – „aber auch der Veranstalter“, so Balser. Der Kieler Yacht-Club und die Kieler Woche seien dabei ein Positivbeispiel. „Das Kieler-Woche-Konzept ist sehr gut, die letzten beiden Maior-Regatten waren auch tolle Events“, sagte Balser.

Niklas Schomburg 20.06.2018
Julia Carstens 20.06.2018
Niklas Schomburg 19.06.2018