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Segelsport Philipp Buhl schüttelt den Bremsklotz ab
Sport Segelsport Philipp Buhl schüttelt den Bremsklotz ab
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21:20 23.06.2014
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Laser-Titelverteidiger Philipp Buhl (Kiel) hätte sich gern früher in die Dünung gestürzt: „Wo ist das Problem? Es sind nur Wellen!“ So musste er sich zwar lange gedulden, lief aber auch dann zu starker Form auf und kletterte mit den Rängen 1, 2 und 5 auf Platz zwei. Quelle: pae
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Kiel

Am Abend zeigte sich Ramcke mit dem Gesamtergebnis zufrieden. „Wir haben viel geschoben und so einige Rennen geschafft. Damit sind in allen Klassen mindestens vier Wettfahrten gesegelt und wir können unbesorgt in die Rennen der Goldflotte und in die Finals am Mittwoch gehen.“

 Auf einhellige Zustimmung traf er damit aber nicht überall. Laser-Titelverteidiger Philipp Buhl (Kiel) hätte sich gern früher in die Dünung gestürzt: „Wo ist das Problem? Es sind nur Wellen!“ So musste er sich zwar lange gedulden, lief aber auch dann zu starker Form auf und kletterte mit den Rängen 1, 2 und 5 auf Platz zwei. „Es war gut, aber ganz zufrieden bin ich nicht. Ich will jedes Rennen gewinnen. So habe ich den Abstand auf den führenden Esten nur um drei Punkte verkürzen können.“ Karl-Martin Rammo bleibt an der Spitze.

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 Auch die Augsburger 470er-Brüder Julian und Philipp Autenrieth fühlten sich bei diesen Bedingungen pudelwohl. Mit den Rängen 4 und 1 ließen sie in beiden Wettfahrten auch Olympiasieger Mathew Belcher hinter sich, der lediglich zweimal Fünfter wurde. Im ersten Rennen war das aber einem fatalen Patzer des Australiers geschuldet. Deutlich in Führung liegend war er mit seinem Vorschoter Will Ryan auf der Zielkreuz, ging dann aber noch einmal auf den Vormwind-Kurs und ließ gleich vier Konkurrenten passieren, bevor er seinen Kurs-Fehler bemerkte. „Das ist das erste Mal in 15 Jahren, dass mir so etwas passiert. Ich dachte, wir hätten ein Vormwind-Ziel“, sagte Belcher. Damit verlor er die Gesamtführung an die Griechen Mantis Panagiotis/Pavlos Kagialis. Hinter Belcher/Ryan folgen Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (München) auf Platz drei. Jasper Wagner/Dustin Baldewein (Berlin) sind Fünfte und die Autenrieths kletterten auf Platz sieben.

 Bei den 470er-Frauen nutzten Annina Wagner/Elisabeth Panuschka (Berlin/Uerdingen) ihre starke Verfassung und setzten sich mit zwei Tagessiegen an die Spitze des kleinen Feldes vor den Australierinnen Carrie Smit/Jaime Ryan.

 Wie bei den 470ern sorgt auch bei den Lasern das weibliche Geschlecht für eine deutsche Führung. Lisa Fasselt (Essen) liefert sich mit der Weißrussin Tatiana Drozdovskaya ein Duell auf Augenhöhe. Beide sind nach wie vor punktgleich, Fasselt liegt aufgrund eines mehr gefahren Tagessieges an der Spitze. Pauline Liebig (Kiel) folgt im Respektsabstand auf Platz drei.

 Den längsten Tag aller Segler hatten die 49er-Männer. Sie mussten bereits am Morgen raus, um im letzten Qualifikationsrennen die 25 Teams für die Goldflotte zu ermitteln. Und am Abend starteten sie dann in die ersten Läufe der entscheidenden Runde. Souverän agierten Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel), die nach drei Tagessiegen gestern die Führung übernahmen.

 Hauptdarsteller sind die deutschen Starter bei den paralympischen Klassen. Heiko Kröger (Hamburg) ist in der 2.4mR überhaupt nicht zu gefährden und hat trotz stärkster internationaler Konkurrenz, darunter Olympiasiegerin Helena Lucas, in vier Rennen vier Siege eingefahren. Ebenfalls vier Siege hat Jens Kroker (Mannheim) mit seiner Crew in der Sonar auf dem Konto. Allerdings muss er sich im ersten Auftritt dieser paralympischen Disziplin vor Kiel auch nur mit drei konkurrierenden Teams auseinandersetzen.

 Für sechs Jacht-Einheitsklassen endet heute bereits die Kieler Woche. Und hier könnte es deutsche Siege regnen. In der J/70 liegt der Berliner Max Nickel mit seiner Crew an der Spitze, in der J/80 dominiert Martin Menzner (Stein) auf dem Revier vor seiner Haustür das Geschehen nach Belieben, und Gordon Nickel (Cuxhaven) scheint die Konkurrenz in der Platu25 bestens im Griff zu haben.