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Segelsport Pure Freude und herbe Enttäuschung
Sport Segelsport Pure Freude und herbe Enttäuschung
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18:15 10.12.2019
Von Niklas Schomburg
Segelten in Neuseeland auf der Welle des Erfolges: Die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz (re.) und Susann Beucke sicherten mit WM-Platz fünf das deutsche Nationenticket für die Spiele in Tokio und starteten hervorragend in die interne Olympia-Ausscheidung. Quelle: Jesus Renedo/Sailing Energy
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Auckland/Kiel

Kurz flossen Tränen der Enttäuschung, dann aber regierte der Stolz auf das Erreichte: Die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee/Strande) verpassten bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland zwar eine Medaille, erlebten insgesamt aber ein Traum-Event. Die Kieler 49er-Crew Justus Schmidt/Max Boehme muss indes eine herbe Enttäuschung verkraften – denn der Start in die interne Olympia-Ausscheidung ging ordentlich in die Hose.

„Wir haben überhaupt nicht abgeliefert und sind absolut enttäuscht“, sagte 49er-Vorschoter Boehme. Denn statt sich eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Olympischen Spiele in Tokio 2020 zu verschaffen, verpassten die Kieler das Medal Race der besten Zehn und hängen durch die Silbermedaille der Berliner Konkurrenten Erik Heil und Thomas Plößel in der Punktewertung nun schon 21 Punkte zurück. „Wir konnten nur an zwei Tagen unsere Leistung abrufen, der Rest war einfach schlecht“, haderte Boehme. Schon an Tag eins begann der Schlamassel: „Erst ein sehr schlechtes Rennen mit Platz 20, dann ein Crash mit Kenterung – das mussten wir die ganze Zeit mitschleppen.“ Der Rucksack war für die kommenden Tage zu groß, zu inkonstant waren die Leistungen der Kieler.

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"Es ist noch alles möglich"

„Wir hatten große Speedprobleme, sind später in der Goldflotte unter Druck auch einfach nicht gut gesegelt“, erklärte Boehme. „Der zwölfte Platz ist absolut nicht das, wofür wir hierher gefahren sind.“ Die Trainingspartner, Konkurrenten und Olympia-Bronzegewinner Heil/Plößel hingegen rasten zu WM-Silber. „Hut ab vor ihrer Leistung – sie sind durchweg gigantisch gesegelt“, sagte Boehme, der den Kampf um Olympia noch lange nicht aufgibt. „21 Punkte Rückstand sind natürlich sehr groß, aber es ist noch alles möglich. Wir müssen in den kommenden zwei Events allerdings eine große Schippe drauflegen.“

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Ein gänzlich anderer Gemütszustand herrschte bei der Strander Vorschoterin Beucke vor, die mit Skipperin Lutz eine starke WM segelte. „Es lastete viel Druck auf uns, herauszufinden, ob die Entscheidungen, die wir im letzten halben Jahr getroffen haben, die richtigen waren“, erklärte Beucke mit Blick auf unter anderem die Trennung vom deutschen Team. „Aber das hat sich absolut ausgezahlt, wir haben genau das Richtige getan. Und wir sind total stolz, dass wir so nah an einer Medaille dran waren.“ Nach einer konstanten WM mit nur sehr wenigen Ausreißern jenseits der Top Ten waren Lutz/Beucke auf Rang drei ins Medal Race gegangen – mussten dort nach einer Kenterung aber noch die Däninnen und Norwegerinnen an sich vorbeiziehen lassen. „Wir haben schon ein, zwei Tränen verdrückt, als es dann ,nur’ der Fünfte war“, sagte Beucke. „Aber hätte man uns vor einer Woche gesagt, dass wir mit Platz fünf aus der WM rausgehen, Deutschland für die Spiele qualifizieren und auch noch einen Vorsprung in der internen Quali haben, hätten wir das kaum geglaubt. Das ist der Hammer.“

Für Nacras stand Nationenticket im Vordergrund

Mit 16 Punkten für Platz fünf und der Nullnummer der Berlinerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Platz 27) ist die Ausgangslage für die kommenden beiden Events hervorragend. Und von Druck ist bei Lutz/Beucke im dritten Olympia-Anlauf absolut nichts zu spüren: „Wir sind zweimal im Roten Trikot der Drittplatzierten gesegelt und hatten dabei überhaupt keinen Druck“, sagte Beucke. „Wir sind total locker gesegelt. Und das zeigt, glaube ich, dass wir jetzt da oben hingehören.“

Im Nacra17 hatten die Kieler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer die Top Ten verpasst. Aber: „Das große Ziel war die Sicherung des Nationentickets für Tokio, das haben wir erreicht“, sagte Kohlhoff und schickte gleich eine kleine Kampfansage für das Jahr 2020 hinterher: „Insgesamt erwarten wir mit Blick auf die Platzierungen in Zukunft deutlich mehr von uns.“

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Erik Heil und Thomas Plößel sind neue Vizeweltmeister im 49er. Die Berliner Segler mussten sich bei der WM in Auckland nur den neuseeländischen Top-Stars Peter Burling und Blair Tuke geschlagen geben. Auch ohne Medaille haben sich die deutschen 49erFX und Nacra17 das Ticket für Tokio 2020 gesichert.

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