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Segelsport Segler stellen Kiel gutes Zeugnis aus
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21:56 19.02.2020
Von Niklas Schomburg
Kaum störende Welle für Skiff- und Foilingklassen: Die Regattatauglichkeit weist das Kieler Segelrevier Jahr für Jahr bei der Kieler Woche nach, wo auch die Nacra17-Katamarane gute Bedingungen vorfinden. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Kiel ist die einzige Stadt, die im Kontext Olympischer Sommerspiele ein positives Votum der Bevölkerung angegeben hat. Stadt und Region leben den Segelsport und konnten sich im Zuge der Bewerbung Hamburgs auch klar als Partner zukünftiger Bewerbungen positionieren“, sagt Dirk Ramhorst, Regattachef der Kieler Woche. Die Ausrichtung der größten Segelveranstaltung der Welt ist ein Pfund, mit dem Kiel wuchern kann – vor allem, weil Olympische Spiele mit deutlich weniger Booten gesegelt werden. „Eine Olympische Regatta ist nur ein Bruchteil mit heute etwa 300 Aktiven in zehn Bootsklassen gegenüber bis zu 4500 Seglern in mehr als 20 Klassen bei der Kieler Woche“, erklärt Ramhorst. „Allerdings kann ich mit der Eventerfahrung von nunmehr fast fünf Spielen sagen, dass der administrative Abstimmungsaufwand bei Olympischen Spielen sehr viel höher ist, denn es gilt, mit dem Weltverband World Sailing, dem Internationalen Olympischen Komitee, dem Deutschen Segler-Verband und so weiter ein abgestimmtes Event zu planen und umzusetzen.“

Kröger sieht Nachhaltigkeit in Kiel am besten gegeben

In Seglerkreisen ist Kiel ohnehin beliebt. „Das Kieler Ostsee-Revier ist auch unter den internationalen Olympiaseglern bekannt und gut geeignet, die notwendige Erfahrung im Ausrichten von Großveranstaltungen ist da“, sagt Profi-Segler Tim Kröger, der selbst Olympiakampagnen im Soling und Starboot fuhr, ehe er zum internationalen Offshore-Profi wurde. Für ihn besticht Kiel auch durch das Thema Nachhaltigkeit. „Die wäre in Kiel am besten umgesetzt, weil der deutsche olympische Segelsport am Bundesstützpunkt Kiel zu Hause ist und dort eine starke Grundinfrastruktur steht, die zudem ein Quantum Heimvorteil enthalten könnte“, erklärt Kröger, der den DSV mit Blick auf die Spiele 2024 beim Aufbau eines Teams für die neue Disziplin „Mixed Double Hand Offshore“ unterstützt.

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Nicht nur die Seesegler, die in diesem Jahr zum elften Mal ihre deutschen Meisterschaften in Kiel austragen, sondern auch die kleinen Jollen kommen hier auf ihre Kosten. „Kiel ist das Segelrevier in Deutschland“, sagt Laser-Radial-Seglerin Laura Schewe. „Seglerisch hat Kiel alles zu bieten: viel und wenig Wind, Innen- und Außenbahnen und eine erfahrene Wettfahrtleitung.“ Für die 19-Jährige könnten olympische Regatten 2032 vielleicht sogar noch in Reichweite sein. „Das ist schon relativ spät für mich, aber mal sehen, wie sich das entwickelt“, sagt Schewe lachend.

Kieler Revier bestens geeignet für Skiffs und foilende Klassen

Gleiches gilt für die 49erFX-Crew Maru Scheel/Freya Feilcke. Laut Skipperin Scheel spricht die seglerische Infrastruktur in Bezug auf Olympische Spiele für die Landeshauptstadt: „In Kiel hat man bei fast allen Windrichtungen super Segelbedingungen und viel Platz. Schilksee hat eine große Sliprampe und direkt anliegenden Strand, so dass viele Boote ohne Stress ab- und anlegen können; auch im Hafenvorfeld hat man viel Platz“, erklärt die 19-Jährige. „Außerdem gibt es sehr selten eine störende, große Welle, was vor allem für Skiffklassen und foilende Klassen – die ja immer mehr im Kommen sind und 2032 bestimmt eine Rolle spielen – sehr gut.“

470er-Vorschoterin Anna Markfort findet „jedes der Reviere speziell und interessant“. „Warnemünde kann Welle bieten, Travemünde als große Bucht Flachwasser und drehige Bedingungen“, so die 26-Jährige, die gemeinsam mit Skipperin Frederike Loewe im März auf Mallorca um die Qualifikation für die kommenden Spiele kämpft. „Kiel mit der Innenförde und den Regattabahnen draußen ist natürlich besonders attraktiv.“

Der Deutsche Segler-Verband äußerte sich indes nicht, sondern verwies nach Anfrage auf die Präsidiumssitzung Ende April, auf der sich das ehrenamtliche Präsidium persönlich austauschen und beraten wolle. Bis dato könnte auch etwas mehr Licht in die genauen Bewerbungspläne des DOSB kommen. „Auch Rostock und Warnemünde können mit einem traumhaft schönen Regattarevier vor der Tür aufwarten, auch Travemünde muss sich da nicht verstecken“, sagt Tim Kröger. „Insofern warten wir doch ab, ob es zur Bewerbung kommt und welche Kriterien dann genau gefragt sein werden.“

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