Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segelsport Für Buhl soll es aufwärts gehen
Sport Segelsport Für Buhl soll es aufwärts gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 23.06.2014
Von Ralf Abratis
Völlig losgelöst feierte Philipp Buhl im vergangenen Jahr den Triumph vor Kiel und den Sieg über Superstar Robert Scheidt. Quelle: pae
Anzeige
Kiel

Bereits vor einem Jahr ist ihm das gelungen, als er Superstar Robert Scheidt (Brasilien) auf Platz zwei verwies und anschließend zu großer Form auflief. Aber nicht nur für Buhl, sondern auch für die anderen deutschen Kader-Segler in den zehn olympischen und paralympischen Disziplinen ist das Heimspiel die Gelegenheit, um sich in Szene zu setzen.

 Im Laser trifft Buhl auf das größte Kieler-Woche-Feld im olympischen Teil. 92 Athleten haben in der Einmann-Klasse gemeldet – ein beachtliches Feld angesichts der gerade erst beendeten EM in Split. Eine echte Chance zur Revanche ist die Kieler Woche allerdings nicht, denn die Top-Segler von Split sind nicht in den Norden gereist. Daher stellt der Sonthofener, der in Kiel lebt und segelt, klar, dass „ein Kieler-Woche-Sieg mehr denn je das Ziel“ sei. Als Arroganz will er das aber nicht verstanden wissen: „Mein Ziel ist die Titelverteidigung, aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn mit dem Neuseeländer Mike Bullot ist der Vize-Weltmeister von 2009 am Start.“ Gern hätte er sich wieder mit Robert Scheidt gemessen, von dem er aber die Zusage erhalten habe, dass er im nächsten Jahr wieder nach Kiel kommen wolle.

Anzeige

 Und Philipp Buhl braucht den Vergleich mit den internationalen Stars, denn national ist er der Konkurrenz weit enteilt. Die Situation wie vor Olympia 2012, als er sich mit Simon Grotelüschen ein Duell auf Augenhöhe um das Olympiaticket lieferte und verlor, sind vorbei. „Das fehlt natürlich. Ich arbeite daher vor den großen Regatten mit internationalen Partnern zusammen. Aber unmittelbar vor Olympia werden sich die Konkurrenten rar machen“, ist für Buhl die Situation als deutsche Olympia-Hoffnung nicht optimal.

 Dennoch muss er schon in diesem Jahr wieder in Fahrt kommen. Denn spätestens bei der WM im September in Santander muss er eine Top-Leistung abrufen. Von einer Top-Acht-Platzierung hängen Kaderstatus und Fördermittel ab. Das Laser-Ass zieht die Erwartungsschraube aber selbst noch ein weiteres Stück an: „Ich möchte bei der WM wieder auf das Podium.“

 Das wäre eine WM-Platzierung, die für die anderen deutschen Segler der Olympiaklassen vor Kiel ein Traum wäre. Surfer Toni Wilhelm scheint am dichtesten dran – aber die Surfer fehlen vor Kiel. Daneben hat der Deutsche Segler-Verband breite Flotten im 49er der Männer (mit den Kielern Erik Heil/Thomas Plößel an der Spitze) und 49erFX der Frauen, die immer mal wieder in die Weltspitze vorstoßen. Tina Lutz/Susann Beucke (Cheimsee/Strande) sind neben Buhl ebenfalls Kieler-Woche-Titelverteidiger. Aber das Feld der Skiff-Frauen ist mit sechs Crews aus den Top-Ten der WM 2013 stark besetzt, und mit dem WM-Sechsten Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Kiel) kommt große Konkurrenz aus dem eigenen Lager.

 Im 470er der Männer und Frauen fehlte den DSV-Crews zuletzt der letzte Kick, um in der absoluten Weltspitze mitzusegeln, und der Mixed-Katamaran Nacra 17 und die Finns sind noch im Aufbau. Bleibt der Laser Radial der Frauen: Hier überraschte Svenja Weger gerade mit dem EM-Sieg. Doch die junge Kielerin profitierte vor Split vom schwachen Wind, zur Kieler Woche dürften ihre Ambitionen angesichts der härteren Windprognosen nicht so hoch sein. Mit dem ersten Startschuss um 12 Uhr werden alle Spekulationen um die Form der DSV-Athleten beendet.