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Regatta auf Lanzarote: DSV-Crews mit guten Ergebnissen bei Olympia-Test

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20:35 26.03.2021
Von Niklas Schomburg
Tina Lutz und Susann Beucke (li., hier bei der Kieler Woche im vergangenen September) fuhren bei der "Lanzarote International Regatta" auf Rang sechs.
Tina Lutz und Susann Beucke (li., hier bei der Kieler Woche im vergangenen September) fuhren bei der "Lanzarote International Regatta" auf Rang sechs. Quelle: Uwe Paesler
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Playa Blanca/Lanzarote

Weil die traditionellen Mittelmeer-Regatten in Hyères und auf Mallorca der Pandemie zum Opfer fallen, fiel die Wahl auf Lanzarote als Ausscheidungsregatta für die Spiele in Tokio. Internationaler Trainings-Hotspot ist die Insel aktuell ohnehin. Auch einige deutsche Segler nutzen das warme Klima und die relativ entspannte Corona-Situation im Atlantik.

Die Felder waren vor allem in den Skiffklassen daher stark besetzt. „Wir sind mit Platz sechs ziemlich zufrieden“, sagte 49erFX-Vorschoterin Susann Beucke (Strande), nachdem sie mit Steuerfrau Tina Lutz (Chiemsee) „das wohl verrückteste Medal Race, das wir je hatten“, gesegelt war. „Die Welle war so hoch, dass man die Boote gar nicht sehen konnte.“

Aufholjagd nach schlechtem Start

Die Crew, die sich im September mit ihrem Kieler-Woche-Sieg das Tokio-Ticket gesichert hatte, musste nach „einigen Anlaufschwierigkeiten und sehr schlechtem Start“ in die Regatta eine veritable Aufholjagd starten, fuhr in den letzten sieben der insgesamt 16 Wettfahrten vor dem Medaillenrennen ausschließlich Platzierungen unter den ersten Acht ein. 

Beim Gesamtsieg der brasilianischen Olympiasiegerinnen von Rio 2016, Martine Grael und Kahena Kunze, beendeten Lutz/Beucke die Regatta mit einem siebten Platz im Medal Race. „Wir haben im Winter viel am Bootshandling gearbeitet und hatten keine anderen Boote um uns herum. Wenn du dann das erste Mal wieder an der Startlinie stehst, musst du erst mal wieder in die alten Routinen reinkommen.“

Leistungen der Olympiasegler nur bedingt vergleichbar

Als Fingerzeig in Richtung Tokio taugt die Regatta laut Beucke allerdings nur bedingt. „Es ist sicher ein guter Vergleich, um zu sehen, wer im Winter wie gut trainiert hat. Aber den Bootsspeed kann man überhaupt nicht einschätzen“, sagte die Stranderin mit Blick auf die hochklassige Konkurrenz mit unter anderem auch den Niederländerinnen Bekkering/Duetz, den Spanierinnen Echegoyen/Barceló oder den Neuseeländerinnen Maloney/Meech. „Manche sind hier mit ihrem Olympia-Material gestartet, andere nicht. Wir zum Beispiel sind mit unserem Trainingsboot gesegelt, weil das Olympia-Skiff schon auf dem Weg nach Tokio ist. Und ob du ein neues oder ein altes Boot fährst, macht einen Riesen-Unterschied.“ Das letzte europäische Olympiaticket ging im FX an Belgien.

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Das beste deutsche Ergebnis fuhren die Kieler Katamaransegler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer ein. Sie mussten sich als Zweite nur den spanischen Shootingstars Tara Pacheco und Florian Trittel – der besten Skipperin der Klasse mit ihrem vom Bodensee stammenden Vorschoter – geschlagen geben. Zwar fehlten auf Lanzarote die stärksten Teams aus England, Italien und Übersee, dennoch setzte die Crew des Kieler Yacht-Clubs mit diesem Ergebnis eine erste kleine Duftmarke auf ihrem Weg zur angepeilten Olympia-Medaille in Japan. Die finnische Crew Sinem Kurtbay/Janne Jarvinen sicherte das finale Europaticket nach Tokio.

Bei den 49ern siegten die Spanier Diego Botín und Iago Lopez vor den Dänen Jonas Warrer und Jakob Precht Jensen. Das letzte europäische Olympia-Ticket der Skiffklasse sicherten sich die Iren Robert Dickson und Sean Waddilove mit Platz drei. Die Berliner Erik Heil und Thomas Plößel hatten ihre Teilnahme an der Regatta nach langem Trainingsblock auf Lanzarote verletzungsbedingt abgesagt.

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