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Segelsport OneKiel steigt in die Erste Liga auf
Sport Segelsport OneKiel steigt in die Erste Liga auf
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20:55 16.09.2019
Von Niklas Schomburg
Die Segel-Bundesliga machte am Wochenende Station in Kiel. Quelle: Sonja Paar
Kiel

 „Unser Ziel war es, unter die ersten Fünf zu kommen – dass es so überragend gut läuft, war nicht zu erwarten“, erklärte OneKiel-Skipper Magnus Simon. Gemeinsam mit Fabian Kasüske, Johan Wilckens und Sören Brandt fuhr der 23-Jährige zu zehn Tagessiegen in 16 Rennen und so geradewegs in die Bundesliga. Die im Rahmen der Kieler Segelsportstiftung „One Team“ geförderten jungen Segler trainieren regelmäßig unter der Regie des zweifachen America’s-Cup- und dreifachen Olympiasiegers Jochen Schümann, entwickelten sich so in kürzester Zeit zum Topteam in der J/70. Skipper Simon, ehemaliger Bewohner des Kieler Sportinternats, segelte schon für den Mühlenberger Segelclub (MSC) aus Hamburg im Ligazirkus, war 2017 bester deutscher Steuermann bei der Europameisterschaft der Kielboote vor Porto Cervo auf Sardinien, gewann in der Crew von Stefan Heidenreich 2018 die WM der Swan50-Jachten. Nach dem Aufstieg mit dem MSC im Oktober vergangenen Jahres folgte der Wechsel zu OneKiel in seiner Wahlheimat. „Das One Team bietet eine sehr gute Perspektive im Segeln, Kiel beste Bedingungen. Außerdem wohne ich ja hier“, erklärte Simon.

Eckernförde schwebt weiter in Abstiegsgefahr

Ein knappes Jahr später darf Simon nun den nächsten Aufstieg feiern. Das OneKiel-Erfolgsrezept? „Wir sind gut eingespielt, ein echtes Team, haben viel Spaß beim Segeln“, so Simon. „Und wir sind auch ein bisschen schwerer als die anderen, das ist sicher auch ein kleiner Vorteil.“ Schließlich zeigte sich die Innenförde am Wochenende sowohl bei strahlendem Sonnenschein am Sonnabend als auch im neblig-trüben Nieselregen am Sonntag windsicher. Und gleichsam herausfordernd: „Es ist extrem schwierig, so dicht unter Land dreht es extrem“, sagte Oliver Lewin von der Seglervereinigung Itzehoe, wollte darin aber nicht die Gründe für das schwache Abschneiden sehen. „Es ist ja für alle schwierig. Woran es bei uns lag? Ehrlich gesagt an allem. Wir sind weit weg von dem, was wir können“, so Lewin weiter.

Am Ende stand für die SVI-Crew mit Skipper Christian Soyka Platz 15, höchste Abstiegsgefahr besteht auf Tabellenplatz zehn aber nicht – im Gegensatz zum Segelclub Eckernförde: Der SCE konnte sich mit Platz zehn in Kiel zwar etwas Luft verschaffen, hat aber vor dem Finale in Glücksburg (17. bis 19. Oktober) nur vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

In Kiel geht es immer auch ums Prestige

Beim letzten Spieltag in der Flensburger Förde ist der Gewinn des deutschen Meistertitels für den VSaW nur noch Formsache. Schon ein 15. Gesamtrang reicht den Berlinern beim Finale sicher zum ersten Titel der Bundesliga-Geschichte. „Den Titel kann ihnen wohl niemand mehr nehmen“, meinte auch Tobias Schadewaldt vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg. Mit Rang zwei machte die Hamburger Crew am Wochenende einen wichtigen Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation, und das an besonderer Stelle. Denn für den Olympiateilnehmer im 49er von 2012 besitzt eine Regatta in Kiel stets besonderen Charakter. „Es geht hier immer auch ein bisschen ums Prestige“, sagte der 35-Jährige. „Ich habe zehn Jahre meiner Segelkarriere hier verbracht – wenn auch nicht in der Innenförde, sondern ein Stück weiter draußen. Kiel ist für mich ein Stück Heimat, ich fühle mich sehr wohl hier. Und es gibt hier das beste Segeln, das ist immer sehr attraktiv.“

Ergebnisse

Bundesliga, fünfter Spieltag in Kiel, Endstand nach 16 Wettfahrten: 1. Verein Seglerhaus am Wannsee, 39,47 Punkte; 2. Norddeutscher Regatta Verein, 42; 3. Chiemsee-Yacht-Club, 44; 4. Düsseldorfer Yachtclub, 44; 5. Segel- und Motorboot-Club Überlingen, 47; 6. Bayerischer Yacht-Club, 47.

Tabellenspitze: 1. Verein Seglerhaus am Wannsee, 11 Punkte; 2. Bayerischer Yacht-Club, 26; 3. Wassersport-Verein Hemelingen, 29; 4. Norddeutscher Regatta Verein, 30; 5. Segel- und Motorboot-Club Überlingen, 35.

Zweite Bundesliga, vierter Spieltag in Kiel, Endstand nach 16 Wettfahrten: 1. OneKiel, 31 Punkte; 2. Blankeneser Segel-Club, 34; 3. Lübecker Segler Verein von 1885, 43; 4. Potsdamer Yacht Club, 44; 5. Akademischer Segelverein Warnemünde, 50; 6. Lübecker Yacht-Club, 52.

Tabellenspitze: 1. OneKiel, 8 Punkte; 2. Blankeneser Segel-Club, 17; 3. Potsdamer Yacht Club, 17; 4. Lübecker Yacht-Club, 21; 5. Hamburger Segel-Club, 26.

Die Segelbundesliga machte vom 13. bis 15. September 2019 Station in Kiel.

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