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Segelsport Großes Zittern bis zum Silber
Sport Segelsport Großes Zittern bis zum Silber
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06:00 30.06.2014
Von Ralf Abratis
Nach einem rabenschwarzen ersten EM-Tag mit Platz 138 kämpften sich Jasper Steffens und Tom-Lennart Brauckmann (li.) bei der 29er-EM kontinuierlich nach vorn. Am Ende jubelte die Crew vom Kieler Yacht-Club über den Gewinn der Silbermedaille. Quelle: pae
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Mit dem Tagessieg von Jacob Clasen/Luke Willim legte die Kieler Flotte gleich kräftig los. Zwischenzeitlich schob sich das Duo damit auf Platz drei, gefolgt von Steffens/Brauckmann. Doch die Chance auf Edelmetall schien den Deutschen im zweiten Tagesrennen durch die Finger zu rinnen. Mit deutlichem Rückstand auf die Spitze gingen sie auf die zweite Kreuz, als ihnen ein 70-Grad-Winddreher zu Hilfe kam. Die Wettfahrtleitung schoss das Renenn ab und eröffnete mit einem Neustart eine neue Chance. Diese letzte aller Wettfahrten auf der Außenförde mischte dann noch einmal das EM-Feld komplett durch.

 Die führenden Spanier Nil Mas/Oriol Mahiques setzten alle Titelchancen durch eine Frühstart-Disqualifikation in den Sand und mussten tatenlos zusehen, wie sie von der Konkurrenz durchgereicht wurden. Die Schweden Adrian Salamon/Julius Hallstrom sprangen von Platz fünf ganz nach oben. Steffens/Brauckmann konnten mit dem siebten Platz in diesem Rennen, ihre Endplatzierung nach dem Zieldurchgang noch nicht richtig einschätzen und klatschten nur verhalten ab. „Als wir dann aber bei unserem Trainer Patrick Böhmer ans Boot kamen, hat er erst geguckt, dann gegrinst und gesagt: Jungs, ihr seid Zweiter“, berichtete Jasper Steffens von dem Glücksmoment, der auch für den Trainer ein besonderer war: „Ich bin bei Patrick als Opti-Segler eingestiegen, und er hat mich die gesamte Entwicklung über begleitet. Nun mit ihm das genießen zu können, ist etwas ganzs Tolles“, so Steffens. Sein Vorschoter fasste den dramatischen EM-Verlauf der Crew in wenig Worten zusammen: „Nach den ersten beiden Rennen waren wir 138. und haben dann die Aufholjagd gestartet. Dass es jetzt so ausgegangen ist, ist toll.“

 „Wir hatten Computer mit draußen und haben die Ergebnisse immer mitgeplottet, aber den Jungs nicht gesagt, wo sie liegen. Der Zieldurchgang im letzten Rennen war so eng, dass ich gar nicht mehr hingucken konnte“, beschrieb Böhmer die Zittermomente bis zur Erlösung.

 Für Jacob Clasen/Luke Willim reichte es am Ende noch zu Platz acht. Jost Lindemann/Lukas Schäper als Zwölfte und Alica Stuhlemmer/Safia Schuchmann als 14. rundeten das starke Kieler Ergebnis im Feld der 183 Crews ab.