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Segelsport Kiel bereit für dritte Segel-Spiele
Sport Segelsport Kiel bereit für dritte Segel-Spiele
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00:45 28.06.2014
Von Ralf Abratis
Bester Dinge: Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (links) und Markus Siebrecht von der Audi AG. Quelle: pae
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Kiel

Nach den Spielen von 1936 und 1972 mit Berlin und München könne Kiel als Segelstadt auf eine tolle olympische Geschichte verweisen und wäre auch aufgrund seines Standorts als Bundesleistungszentrum ideal: „Die Revierkenntnisse sind ein Vorteil für die Athleten, den man nicht aus der Hand geben sollte.“ Offiziell hat Kiel seinen Ring noch nicht in den Hut geworfen: „Es wäre sicher unklug, dabei schneller zu sein als Hamburg. Aber wir werden das Thema nicht verpennen. Es wurde im Rat bereits diskutiert, und ich wurde aufgefordert, meine Hand für Olympia zu heben“, sagte Kämpfer.

 Einhergehend mit Olympia wäre dann auch die Austragung der paralympischen Wettbewerbe. Und dafür hat sich die Landeshauptstadt bereits in Stellung gebracht. Seit dieser Kieler Woche hat die neue Rollstuhlrampe zum Steg das Segelereignis auch bei den paralympischen Startern in der Gunst deutlich steigen lassen. „Bisher war Kiel der Regatta-Ort, an den wir Rollstuhlfahrer nicht fahren wollten, um uns nicht kompliziert auf den Steg hieven zu lassen“, sagte Robert Prem, zweimaliger paralympischer Medaillengewinner an Bord der Sonar von Jens Kroker. Jetzt habe man ein Vorzeigeobjekt. „Der einzige Nachteil der Rampe ist, dass ich die abfahren kann, ohne nachzudenken. Rampen an anderen Orten sind so steil, dass man das Befahren schon als Warmmach-Programm nutzen kann“, sagte Crew-Kollege Siegmund Mainka mit einem Schmunzeln.

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 Motor für den Bau der Anlage war seit rund einem Jahrzehnt Heiko Kröger, Paralympics-Sieger von 2000 im 2.4mR und ehemals Sportler des Jahres in Kiel. „Bei diesem Thema war ich ein bisschen der Terrier. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, das Behinderte und Nicht-Behinderte zu 100 Prozent gleichberechtigt sind. Da dürfen die Finanzen nicht entscheidend sein“, so Kröger.

 Genau das waren sie aber, wie Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar bestätigte. Als die Entscheidung aber erst einmal gefallen war und die Mittel von Bund, Land und Stadt bereitstanden, ging alles sehr schnell, lobte Heiko Kröger. Der Wunschzettel der paralmpischer Segler ist indes noch nicht abgearbeitet. „Wenn im kommenden Jahr auch noch die Skud18-Segler zur Kieler Woche kommen sollen, brauchen wir ein bis zwei Handkräne auf dem Steg. Denn dort ist auch immer ein Schwerstbehinderter mit an Bord“, sagte Jens Kroker. Die Stadt Kiel scheint für das Thema zugänglich. „Die Kräne sind meines Wissens nicht so teuer. Ich bin da guter Hoffnung“, so Tovar.

 Das eröffnet möglicherweise auch die Chance auf die Austragung von Weltmeisterschaften im 2.4mR, Sonar oder Skud18. „Paralympische Worlds sind möglich, ob innerhalb oder außerhalb der Kieler Woche – das muss man mit den Klassen besprechen“, sagte Peter Ramcke, der oberste Wettfahrtleiter.