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Segelsport Susann Beucke startet bei Baltic 500
Sport Segelsport Susann Beucke startet bei Baltic 500
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12:50 29.05.2019
Von Niklas Schomburg
Gemeinsam mit Steuerfrau Tina Lutz (hinten) kämpft Susann Beucke im 49er FX um die Qualifikation für Olympia 2020, plant aber schon ihre Offshore-Karriere, die darauf folgen soll. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Gerade noch war die 27-jährige Stranderin gemeinsam mit Steuerfrau Tina Lutz bei der 49er-EM vor Weymouth unterwegs, fuhr beim Sieg der Brasilianerinnen Grael/Kunze als bestes deutsches Team auf Rang zwölf. „Wir sind gut gesegelt, aber es gibt momentan einfach acht Boote, die schneller sind als wir“, erklärte Beucke, Europameisterin von 2017. „Und dann darfst du dir nichts erlauben, keine Fehler machen. Dazu hatten wir noch Materialbruch in einem Rennen.“

Unzufrieden sind Lutz und Beucke mit dem Stand ihrer aktuellen Olympiakampagne aber nicht. „Wir haben uns zwar nicht für das Testevent qualifiziert, aber das ist auch nicht entscheidend“, sagt Beucke. „Die zweite Ausscheidung war die Flautenregatta von Genua, da sind wir nach drei Rennen in der Silberflotte gelandet. Vorher in Palma war es richtig gut, daher hat sich für uns eigentlich nichts geändert.“ Die interne Ausscheidung für die Spiele in Tokio 2020 mit dem Berliner Team Victoria Jurczok/Anika Lorenz wird bei der WM in Auckland/Neuseeland im Dezember Fahrt aufnehmen.

Studium erfolgreich beendet

Da es im 49erFX insgesamt gut läuft und auch das Studium beider Athletinnen Fortschritte macht – Beucke bestand kürzlich die letzte Prüfung zum Bachelor im International Management, Tina Lutz steht sogar kurz vor dem Masterabschluss in Wirtschaftspsychologie –, kann der Blick über den Tellerrand hinausgehen. Im Fall von Susann Beucke bedeutet das: raus auf die offene See. „Ich habe vor einem Jahr bei einer Atlantiküberquerung festgestellt, dass ich extrem gerne Offshore segle“, erklärt die 27-Jährige. „Dann kam noch die Entscheidung, dass das Mixed Double Hand Offshore 2024 olympisch wird – das ist für mich perfekt. Ich habe zwar noch nicht so viel Erfahrung im Offshore-Bereich, dafür aber im olympischen.“ Mittel- und langfristig wolle sie umsteigen: „Ich versuche, mir das als zweites Standbein für die Karriere nach dem olympischen Skiffsegeln aufzubauen.“

Noch liegt der Fokus auf der aktuellen Kampagne mit Skipperin Lutz, doch nach Olympia 2020 könnte die Partnerschaft beendet sein. „Es ist natürlich schwer nach 14 gemeinsamen Jahren – aber die Trennung wird irgendwann kommen“, sagt Beucke, die in der beginnenden Zweigleisigkeit kein Problem sieht, im Gegenteil: „Für mich ist das eine unheimliche Motivation, dass ich schon für Offshore plane“, sagt die Stranderin. „Ich gebe daher noch mehr Gas, weil ich weiß, dass das, was ich gerade tue, positiv für meinen weiteren Weg ist.“

Mit Boris Herrmann und der "Malizia II" nach Frankreich

Vor der 2000-Seemeilen-Regatta „Bermuda 1000“ von Douarnenez/Frankreich rund Azoren zurück nach Brest nutzte Beucke eine einmalige Chance: Sie überführte die foilende Imoca „Malizia II“ gemeinsam mit Skipper Boris Herrmann zum Starthafen. „Ich kenne Boris seit meiner Kindheit und war total glücklich, dass ich mit ihm segeln konnte“, sagt Beucke über den Törn auf dem Ocean-Race-Boot. „Wenn ich ins Offshoresegeln einsteige, gehört das Ocean Race als Highlight irgendwann dazu – aber davon bin ich noch weit entfernt.“

Der nächste Schritt heißt erst mal: Baltic 500. „Ich habe gemeldet, weil ich glaube, dass ich da sehr viel lernen kann. Und natürlich auch, weil sie vor Strande startet“, erklärt die Lokalmatadorin. „Es ist ein Sprung ins kalte Wasser, aber das wollte ich so.“ Und das nicht nur wegen der zwölf Grad Wassertemperatur: Beucke kannte zuvor weder das Boot „arrabiata“, eine Sun Fast 3200, noch Skipper Jochen Denkena. „Der Kontakt kam über Tobias Schadewaldt (2012 Olympia-Elfter im 49er, aktuell Geschäftsführer von Jade Yachting in Wilhelmshaven, d. Red.) zustande, bei ihm ist Jochen Denkena Kunde“, erklärt Beucke. „Wir haben uns gestern in Strande getroffen, haben also zwei Tage Training vor dem Start.“ Es ist ein echter Kaltstart in die neue Offshore-Karriere.

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Baltic 500: Die Ostsee auf 500 Seemeilen

Die Baltic 500 des Strander Yacht-Clubs steht erstmals auf dem Regattakalender. Der Startschuss fällt am Donnerstag, 30. Mai, um 10 Uhr vor dem SYC. Die Route führt (voraussichtlich) durch den Großen Belt in Richtung Norden, rund Læso im Kattegat, nach Süden durch den Øresund und Fehmarnbelt zurück nach Strande.

Für die 500 Seemeilen rechnen die Veranstalter mit einer Segeldauer von mehr als 100 Stunden, das Zeitlimit endet am Dienstag, 4. Juni, um 18 Uhr. 51 Zweihand-Crews (35 nach ORC vermessen, sechs Yardstick, zehn in der „Classemini“ bis 6,50 Meter) haben gemeldet, darunter der Pole Szymon Kuczynski, der als Solo-Segler 2018 mit der nur 6,36 Meter langen „Antlantic Puffin“ in der Rekordzeit von 270 Tagen die Welt umsegelte.

Wegen der langen Hochsee-Etappen gelten für die Baltic 500 strengere Sicherheitsvorschriften als für andere Events, die Boote müssen die Offshore Special Regulations des Weltverbands World Sailing erfüllen (u.a. DSC-fähiges Funkgerät, Rettungswestenpflicht mit „Personal Locater Beacon“/Notfunkbake).

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