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Segelsport Im Team zum Erfolg
Sport Segelsport Im Team zum Erfolg
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11:36 08.02.2019
Von Niklas Schomburg
Foto: Zum ersten Mal überhaupt waren vier deutsche Teams in einem Weltcup-Medal-Race: Die starke DSV-49er-Flotte um die Sieger Erik Heil/Thomas Plößel (GER 4), Justus Schmidt/Max Boehme (GER 11) und Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (GER 22).
Zum ersten Mal überhaupt waren vier deutsche Teams in einem Weltcup-Medal-Race: Die starke DSV-49er-Flotte um die Sieger Erik Heil/Thomas Plößel (GER 4), Justus Schmidt/Max Boehme (GER 11) und Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (GER 22). Quelle: Jesus Renedo/Sailing Energy
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Miami

Von der auffällig starken deutschen Armada im Finale waren auch die internationalen Beobachter und Kommentatoren beeindruckt, die während der Live-Übertragung des Medaillenrennens immer wieder auf die vielen GER-Boote und deren offenbar gut gelungenes Wintertraining hinwiesen. 41 Teams aus 21 Nationen waren in der Biscayne Bay an den Start gegangen, im Medal Race der besten zehn Crews segelte ein spanisches, ein niederländisches, ein österreichisches, ein kroatisches, zwei britische - und eben vier deutsche Boote. Mit Platz drei im Finale verwiesen Heil/Plößel die britischen Olympia-Aspiranten Dylan Fletcher-Scott und Stuart Bithell sowie die kroatischen Weltmeister Sime und Mihovil Fantela auf die Silber- und Bronzeplätze.

Höhere Chancen auf Olympia-Medaille

"Wir sind glücklich, dass wir in einem so starken Team agieren können", sagte Thomas Plößel, "das hat mit unserer Trainingsgemeinschaft mit Justus Schmidt und Max Boehme begonnen. Die Zusammenarbeit ist für alle besser und erhöht die Chancen auf eine deutsche 49er-Medaille in Tokio." Nach der überraschenden Bronzemedaille bei der WM in Aarhus 2018 rückten Tim Fischer und Fabian Graf in den Olympiakader auf, segelten nun vor Miami nach überstandener Verletzung aus dem Winter - Vorschoter Graf fiel wegen einer Sprunggelenksblessur sechs Wochen aus - zum Sieg im Medal Race und auf Gesamtrang sieben. Dabei war das in Kiel lebende Team überhaupt nicht glücklich mit seiner Regatta. "Es ist ein gutes Ergebnis geworden, aber wir sind sehr unzufrieden, weil wir keinen guten Wettkampf gesegelt sind", sagte Fischer.

Schmidt/Boehme wurden Achte, Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger segelten auf einen überragenden vierten Platz. "Ein Klasse Teamergebnis", sagte Fischer und schob gleich große DSV-Ambitionen hinterher: "Wird Zeit, dass Deutschland noch enger zusammenarbeitet und mehrere Medaillen drin sind." Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbandes, war mehr als positiv gestimmt ob der tollen Vorstellung der deutschen Crews. "Das war eine sehr beeindruckende Gesamtleistung", bewertete sie. "Zum einen von Erik und Thomas, die schon am ersten Tag Bruch wegzustecken hatten und dann trotzdem so souverän zum Sieg segelten. Zum anderen vom gesamten 49er-Team. Platz vier für die noch jungen Meggendorfer/Spranger ist bemerkenswert. Ebenso, dass Tim Fischer und Fabian Graf nach der Verletzung schon wieder in der Weltspitze segeln. Da ist auch keine große Lücke mehr zwischen den erfahrenen und den nachrückenden Crews."

"Die Ausscheidung wird ein großer Kampf"

War schon die interne Ausscheidung um das Ticket nach Rio 2016 zwischen Heil/Plößel und Schmidt/Boehme eine spannende Angelegenheit, könnte der Kampf um die Fahrkarte nach Tokio nochmal einen draufsetzen. Momentan scheint es, als würde mit Fischer/Graf mindestens ein weiteres Team Richtung Enoshima schielen. "Die Ausscheidung wird ein großer Kampf", prophezeite Plößel. Um die Norm des DOSB zum "Nachweis der Wettkampfchance" zu erfüllen, wird es eine Punktewertung aus dem Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft, einer Europameisterschaft und einem internationalen Event geben. Welche drei Regatten genau in die interne DSV-Qualifikation einfließen, will der Verband noch im Februar mitteilen. 

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