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Segelsport Flieger, grüß mir die Sonne
Sport Segelsport Flieger, grüß mir die Sonne
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10:22 23.06.2019
Von Niklas Schomburg
Frithjof Schwerdt tauschte seinen Musto gegen eine fliegende Motte. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

"Alle Klassen haben ihr volles Programm durchgezogen, und die Stimmung ist allgemein sehr gut", fasste Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst den Auftakttag zusammen. Hatte die anfänglich schwache Brise aus Nordost den Dickschiffen auf ihrem Weg nach Eckernförde sowie zum Stollergrund zunächst eine ungewohnte Startkreuz beschert, etablierte sich am frühen Nachmittag ein mit acht Knoten zwar leichter, aber feiner Wind.

Schwerdts Entscheidung: Motte oder Wespe?

Und der sorgte auf der landnahen Bahn Hotel auch sofort dafür, dass die Motten auf ihren Foils aus dem Wasser abhoben und ins Fliegen kamen. Mit dabei ist Frithjof Schwerdt, der 2014 und 2016 die Kieler Woche im Musto Skiff gewann und seine Karriere mit dem Gewinn des Weltmeistertitels 2017 krönte, anschließend der Rennjolle aber adé sagte und in die Konstruktionsklasse wechselte.

"Nach dem WM-Titel war bei mir in Sachen Musto Skiff irgendwie die Luft raus", sagte Schwerdt. "Ich hatte große Lust aufs Foilen, dieses Fliegen bei unglaublichem Tempo, daher bin ich gewechselt." Zunächst hatte sich der 31-Jährige intensiv mit der Einheitsklasse Waszp beschäftigt, die bei der Kieler Woche mit den Motten in einer gemeinsamen Konkurrenz unterwegs ist.

"Aber das Windfenster für die Waszp ist relativ klein, sie hebt erst bei rund 10 Knoten ab, und sie ist anfällig für Welle", erklärte Schwerdt. Und in der Tat: Am Auftaktsonnabend waren die "Wespen" mehrheitlich als Segler und nicht als Flieger unterwegs.

Ahlmann im Musto Skiff nicht zu bremsen

Während Schwerdt mit den Plätzen fünf, sieben und sechs auf den siebten Gesamtrang der Foiling-Konkurrenz fuhr, war sein ehemaliger Klassenkollege Iver Ahlmann (Rendsburg) im Musto Skiff nicht zu bremsen. "Der Bootsspeed war super, ich habe zwei Start-Ziel-Siege eingefahren, und konnte mich im letzten Rennen auf dem letzten Schenkel noch auf Platz eins vorarbeiten", beschrieb Ahlmann strahlend. "Das war ein toller Segeltag mit konstanten Bedingungen und einem sehr internationalen Feld."

Noch internationaler wird die Flotte im nächsten Jahr sein, wenn in Eckernförde die Weltmeisterschaft steigt. "Wir fahren gleich mit dem gesamten Feld rüber nach Eckernförde, damit unsere internationalen Gäste sich das schon mal anschauen können, wo sie im nächsten Jahr segeln werden", sagte Ahlmann am Nachmittag – und warf seinem Ex-Konkurrenten Schwerdt einen fragenden Blick zu. "Ich muss nochmal in mich gehen", entgegnete der Umsteiger auf die Frage nach einer erneuten WM-Teilnahme im Skiff. "Aber die Chancen stehen gut. Ich bin gerade auch von München nach Hamburg gezogen, also nah dran."

Nickel steuert "Sportsfreud" auf Platz eins

Während Motten und Wespen über die Bahn fegten, kämpften die ORCi-Dickschiffe des neu gestalteten Kiel-Cups auf der Strecke von der Innenförde bis zum Stollergrund um den Auftaktsieg. Ganz vorne landete die "Sportsfreund", die Anfang Mai in Kiel bereits einen souveränen Maior-Sieg eingefahren hatte. Die Crew muss allerdings auch zur Kieler Woche ohne Eigner Axel Seehafer an der Pinne auskommen. "Er segelt leider aus beruflichen Gründen nicht mehr viel, was sehr schade ist", sagte "Sportsfreund"-Crewman Bendix Hügelmann. "Aber wir haben auf der Skipper-Position kein Problem. Gordon Nickel steuert jetzt, wir haben insgesamt viele fähige Leute. Und es gibt auch keine Abstimmungsprobleme, weil wir alle gut befreundet sind."

Das schlug sich auf der Bahn nieder: Die "Sportsfreund" fuhr auf Rang eins in der Klasse ORC I/II, gefolgt von Jens Kuphals "Intermezzo" und der "Sydbank" mit Torsten Bastiansen. In der kleineren Klasse ORC III/IV siegte die favorisierte "Immac Fram" mit Skipper Kai Mares (Dänischenhagen). Die Ergebnisse von Welcome Race und Aalregatta lagen am Abend noch nicht vor.

Alle Ergebnisse: www.manage2sail.com

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