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Segelsport Europameister Langer will zu Olympia
Sport Segelsport Europameister Langer will zu Olympia
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20:31 23.05.2018
Von Niklas Schomburg
Mit Vollspeed zum EM-Titel – und den Olympischen Spielen 2024? Vincent Langer hat das Ziel Paris klar vor Augen. Der Welt-Seglerverband will im November eine konkretere Ausgestaltung der Windsurfdisziplinen vorstellen. Quelle: Oliver Maier
Kiel

Schon eine Woche vor dem Start in die EM war Langer nach Sylt aufgebrochen, testete vor Ort fleißig Material. „Dadurch hat sich die Veranstaltung noch länger angefühlt, als die sieben Tage Wettkampf so schon sind“, sagt der amtierende Formula-Weltmeister. Und dann misslang der Auftakt auch noch völlig: „In der ersten Elimination habe ich mich ganz böse überschlagen“, erklärt Langer. Die Folge: Eine Schulterprellung und eine lange Risswunde am Fuß, die am Strand geklammert werden musste. „Das war natürlich ein katastrophaler Start und eine miese Ausgangslage.“

Doch über den Umweg B-Finale startete Langer seine Aufholjagd, legte am zweiten Tag den Grundstein für den späteren Titelgewinn. Bei bis zu 30 Knoten Wind raste der Kieler mit mehr als 50 Stundenkilometern über drei Meter hohe Wellen zu zwei Elimination-Siegen und setzte sich an die Spitze des Feldes.

Der spannende Dreikampf zwischen Langer, Nico Prien (Schönberg) und Gunnar Asmussen (Flensburg) spitzte sich im Finale zu – und zwar schon an der Startlinie. „Bei zwei Startversuchen hatte ich Null-Starts, war perfekt mit dem Signal über die Linie – aber leider war da immer ein anderer zu früh dran“, beschrieb Langer. „Beim dritten Start haben Gunnar und ich uns dann so rausgepusht, dass wir beide zu früh waren.“ Beide waren so zum Zuschauen verdammt, wie Nico Prien sich mit zwei Konkurrenten weniger auf die Jagd nach dem EM-Titel machte. Bei einem Sieg hätte sich der Schönberger zum Europameister gekrönt, doch Cervera machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Merci! Spätestens jetzt bin ich Frankreich-Fan!“, bedankte sich der neue Titelträger Langer.

Nicht nur der EM-Titel, sondern vor allem auch die Entscheidung über die olympischen Segelklassen für 2024 hat Langer eine Extraportion Motivation verschafft. Denn der Welt-Seglerverband hat neben der neu geschaffenen Mixed-Entscheidung für Kitesurfer zwei Windsurf-Klassen für die Spiele in Paris bestätigt. Die bisher olympische Klasse RS:X ist raus aus dem Programm, eine High-Performance-Klasse soll nachfolgen. Zwar steht Konkretes noch in des Sternen, doch einiges deutet auf Foils und sowohl Up- und Downwindkurse hin, „angelehnt an das, was wir in den verschiedenen Disziplinen die ganze Zeit machen“, sagt Langer und hat die Spiele vor Augen. „In Richtung Olympia nochmal anzugreifen, ist auf jeden Fall mein Ziel.“

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