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Segelsport Mast- und Schotbruch und Mega-Comeback
Sport Segelsport Mast- und Schotbruch und Mega-Comeback
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18:10 08.06.2019
Von Niklas Schomburg
Traumcomeback nach 540 Tagen: Laser-Radial-Seglerin Hannah Anderssohn fuhr im Starkwind in der einzigen Wettfahrt auf Rang eins. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

540 Tage hatte sie warten müssen. Laser-Radial-Seglerin Hannah Anderssohn galt schon vor Jahren als wohl größtes deutsches Talent im olympischen Einhandsegeln. Doch dann machte ihr der Körper einen Strich durch die Rechnung: Zuletzt war es eine Meniskusverletzung mit anschließender Operation und langer Reha, die Ärzte prophezeiten ihr sogar ein Ende der Leistungssportkarriere. Doch die nun 19-Jährige biss sich durch, kämpfte für ihr Ziel einer erfolgreichen Olympia-Kampagne - und ließ im März ihren Laser wieder zu Wasser.

Tränen nach dem Zieleinlauf

„Bei einigen Bewegungen bin ich nicht 100-prozentig schmerzfrei. Vor allem bei wenig Wind läuft nicht alles rund. Aber ich bin am Start und blicke jetzt von Wettfahrt zu Wettfahrt“, sagt die ehemalige Bewohnerin des Kieler Sportinternats. Weit voraus könne sie nicht planen. „Ich muss sehen, was die Zeit bringt, und freue mich über jede Wettfahrt.“

Am Sonnabend war es soweit, nach 540 Tagen bestritt Anderssohn ihr erstes Rennen. Und wie: Im Starkwind mit Böen von mehr als 30 Knoten fegte die Rostockerin über die wellige Förde und zeigte der namhaften Konkurrenz nur das Heck. "Am Ende hat sie sogar etwas Tempo rausgenommen", erklärte Stützpunkt-Trainerin Franziska Goltz. "Das war für ihr Knie auch gut so." Beim Traum-Comeback fuhr Anderssohn als Erste über die Ziellinie - dann flossen Tränen der Freude und der Erleichterung.

"Relativ wenig Chaos"

Auf Rang zwei segelte Vorjahressiegerin Lena Haverland, Rang drei belegte die Altenholzerin Laura Schewe. "Die Bedingungen waren grenzwertig, aber für uns vorne segelbar", sagte Schewe, die angesichts der schweren See etwas andere Maßstäbe anlegte als gewöhnlich. "Ich hatte relativ wenig Chaos an Bord, daher lief es für mich gut."

Weniger gut lief es für Laura Bo Voß. Die Hamburgerin beendete die erste Wettfahrt nicht, nachdem ihr ein vermasselter Start jede Chance auf eine anständige Platzierung geraubt hatte. "Vom Wind her hätte ich es auf jeden Fall hinbekommen, das war zwar hart, aber für uns Etablierte segelbar", erklärte Voß. "Für den Nachwuchs war es aber an der Grenze oder darüber hinaus. Vor allem mit den Böen - einmal fegte eine über die Bahn, und die ganzen jungen Seglerinnen sind umgekippt. Daher war es auch absolut richtig, nach der einen Wettfahrt abzubrechen."

Das sahen alle Segler so, schließlich hatten alle Klassen unter zahlreichen Kenterungen und Materialbruch zu leiden. Zerfetzte Segel, gebrochene Masten - dieser Tag war nicht nur für Laser, sondern auch für 420er und 29er hart. Die Nacras waren am Mittag gar nicht erst aufs Wasser gelassen worden, das Risiko mit Foils schlicht zu hoch. Für den Pfingstsonntag wurde der Start auf 10 Uhr vorgezogen, geplant sind dann drei Wettfahrten in den Jollenklassen Laser Standard, Radial, 4.7 sowie 420er und vier in 29er und Nacra.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

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