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Sportmix Zehn Kreise wollen Modellprojekte im Sport: Wie es jetzt weitergeht
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10 Kreise aus SH wollen Modellprojekte im Sport: Wie es jetzt weitergeht

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17:47 08.04.2021
Von Clemens Behr
Die Modellprojekte Sport könnten unter anderem Fußballtraining in größeren Gruppen in Schleswig-Holstein wieder erlauben. 
Die Modellprojekte Sport könnten unter anderem Fußballtraining in größeren Gruppen in Schleswig-Holstein wieder erlauben.  Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist wurden für die Modellprojekte im Bereich des Sports insgesamt 27 Bewerbungen aus sieben Kreisen und drei kreisfreien Städten eingereicht, teilte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack am Donnerstagvormittag mit. Dabei handelt es sich um Bewerbungen aus den Städten Kiel, Flensburg und Neumünster sowie den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Ostholstein, Nordfriesland, Steinburg und Pinneberg.

Im Sport sollen durch die Modellprojekte Außen-Veranstaltungen mit Kontakt bis zu 22 Personen, plus höchstens zwei Betreuungspersonen, erlaubt werden. Innen sind Kontakte in Gruppen mit bis zu 10 Personen, plus höchstens zwei Betreuungspersonen, möglich. 

Kiel schlägt Wiederaufnahme von Gruppenangeboten vor - und Fans im Holstein-Stadion

In Kiel haben die Sportvereine Kieler MTV (KMTV) und Kieler Turnerbund Brunswik von 1899 (KTB) die Wiederaufnahme verschiedener Gruppenangebote im Innen- und Außenbereich vorgeschlagen. Die beiden Vereine seien in Absprache mit dem Kieler Sportverband bewusst ausgewählt worden, da deren hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zeit hätten, Corona-Maßnahmen umzusetzen, erklärte Kiels Sportdezernent Gerwin Stöcken (SPD).

Beim KTB wurden Teams aus den Sparten Leichtathletik, Basketball und Turnen im Konzept berücksichtigt. KTB-Geschäftsführerin Martina Bach ist gespannt, wie die Reaktionen der 60 Sportlerinnen und Sportlern ausfällt. Reagieren Mitglieder auf die Testpflicht ablehnend? „Es sind wichtige, erste Erfahrungen, die wir auf diesem Gebiet sammeln können.“ Die Organisation einer Test-Strategie sei für den Verein eine Herausforderung. „Sollten wir berücksichtigt werden, wollen wir die Testungen in Zusammenarbeit mit einer Arztpraxis durchführen.“

Gesundheitsdzernent Stöcken sagte: „Jedes dieser Modellvorhaben setzt sich intensiv mit der Verhinderung von Infektionen durch die Aktivitäten auseinander. Die beteiligten Vereine und Organisationen sind zudem bereit, notwendige Anpassungen schnell vorzunehmen. Außerdem sind die Projekte so gestaltet, dass sie jederzeit abgebrochen werden können."

Über diese konkreten Vorschläge hinaus ist es vorstellbar, das Holstein-Stadion bei Heimspielen von Holstein Kiel für eine begrenzte Anzahl von Fans zu öffnen. Dabei könnten bewährte Vorgehensweisen aus dem vergangenen Jahr mit neuen Teststrategien kombiniert werden.

Modellprojekte könnten den Schwimmsport wieder möglich machen

Modellprojekte sollen erstmals auch wieder den Schwimmsport ermöglichen, der bislang nicht von Lockerungen profitiert hatte. Der PSV Union Neumünster hat sich mit einem Kurs aus zehn Kindern und zwei Betreuern um eine Teilnahme beworben. „Die Pandemie hat sich auf die Schwimmfähigkeit von Kindern verheerend ausgewirkt“, begründet der PSV-Vorsitzende Rüdiger Schwarz die Auswahl.

Diskussionsbedarf gibt es bei der Finanzierung der Testungen. Der PSV hoffe noch auf Unterstützung des Landes oder der Stadt, sei aber auch bereit, die Kosten selber zu tragen. „Für den Projektzeitraum ist es ein überschaubarer Betrag. Wenn der Sportbetrieb in der Breite wieder in Gang kommt, werden die Kosten der Tests noch Thema“, sagt Schwarz, der nun erst mal hofft, dass sein Verein für die Umsetzung der Modellprojekte ausgewählt wird.

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Modellprojekte Sport: Jury will voraussichtlich am 13. April entscheiden

Eine aus Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalen Landesverbände, des Landessportverbands und des Innenministeriums zusammengesetzte Jury wird die Konzepte daraufhin prüfen, ob sie die geforderten Voraussetzungen erfüllen. Anfang kommender Woche, voraussichtlich am Dienstag, 13. April, will die Landesregierung bekanntgeben, welche Modellprojekte umgesetzt werden. „Wir werden nur die besten auswählen, weil es wichtig ist, dass diese guten Beispiele dann später überall im Land eingesetzt werden können“, so Sütterlin-Waack.

Lesen Sie auch: Modellprojekte Sport: Diese Hürden müssen Vereine nehmen

Neben einer wissenschaftlichen Begleitung, Schutz- und Hygienekonzepten und IT-gestützter Nachverfolgungssysteme fordert das Land im Rahmen der Modellprojekte für die Sporttreibenden auch tagesaktuelle PCR-Tests, Schnelltests oder Selbsttests, die unter Aufsicht vor Ort gemacht werden.

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Voraussetzung für den Start der Projekte ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Kreis über den Zeitraum von einer Woche unter 100 liegt.

Merle Schaack 07.04.2021
Clemens Behr 07.04.2021
Clemens Behr 05.04.2021