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Sportmix Köln überrennt Kiel Baltic Hurricanes
Sport Sportmix Köln überrennt Kiel Baltic Hurricanes
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21:51 01.06.2019
Von Merle Schaack
Die Schlange und das Kaninchen: Kölns Runningback Colby Goodwyn wackelt Canes-Defenseback Jan Abrahamsen (re.) aus. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Variantenreicher, kompakter, cleverer als die Kieler - so präsentierten sich die Cologne Crocodiles bei ihrem Gastspiel am Sonnabend bei den Kiel Baltic Hurricanes. Kiels Head Coach Timo Zorn und sein Trainerstab hatten die Canes zwar auf Kölns Runningback Colby Goodwyn vorbereitet. Dennoch brauchte der US-Amerikaner keine zwei Minuten, um zum ersten Mal durch die Kieler Deckung zu spazieren.

Im eigenen Angriff mussten die Canes auf Kwame Ofori verzichten. Der Canes-Receiver hatte in den ersten beiden Spielen Bälle für 135 Yards gefangen, sich dann aber am Donnerstag im Training eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Die Kieler suchten ihr Glück wie beim Heimsieg über Düsseldorf vor einer Woche also im Laufspiel, mussten ihren ersten Drive jedoch mit einem Punt beenden. 

Punt-Fake überrascht die Canes

Den Gegenangriff konnte die Kieler Abwehr um Linebacker Lucas Biere mit starken Tackles. Gerade hatte CJ Davis mit einer sauberen Passverteidigung den dritten Versuch in aussichtsloser Position für Köln erzwungen, da narrten die Gäste die Canes mit einem Punt-Fake durch Dominic Gröne. Statt den Ball weit in die Kieler Hälfte zu schießen, schnappte der gelernte Receiver sich den Ball, sprintete los und erwischte die Kieler damit eiskalt. Erst weit in der eigenen Hälfte konnten sie ihn stoppen. Wenig später erhöhte Köln durch einen weiteren Touch-Down-Lauf von Colby Goodwyn plus Extrapunkt auf 14:0.

“Mit dem Punt-Fake so früh hatten wir nicht gerechnet“, gab Timo Zorn nach dem Spiel zu. „Köln hat sich offensiv wie defensiv perfekt auf uns eingestellt. Am Anfang sind wir nicht gut mit ihrem Tempo klargekommen, und nach dem 0:14-Rückstand hatten wir die ganze Zeit das Gefühl, hinterher zu laufen.“

Hungerford suspendiert

Der nächste Rückschlag für die Kieler folgte sogleich: Schiedsrichter Thomas Denker ahndete eine Helm-an-Helm-Kollision und disqualifizierte Kiels Abwehrchef Darin Hungerford. Für den US-Import musste Leo Köpke, vergangene Saison noch in der zweiten Mannschaft der Canes aktiv, in die Bresche springen. Hungerford wird mindestens für das kommende Spiel bei den Berlin Rebels am 9. Juni gesperrt bleiben. 

Die Canes waren nun völlig von der Rolle. Im Angriff warf Quarterback Jake Purichia mehrere unvollständige Pässe, phasenweise fand er gar keine Anspielstation. Köln zog auf 21:0 davon, ehe Purichia der erste End-Zone-Pass über 22 Yards gelang, den Benedikt Englmann zum ersten Kieler Touchdown verwertete. „Alle Lücken, die wir uns vorher angeguckt hatten, waren auf einmal nicht mehr da“, sagte Canes-Receiver Lukas Rehder später. 

Rückschlag für die Kiel Baltic Hurricanes: Am Sonnabend verloren die Kieler Footballer mit 28:48 gegen die Cologne Crocodiles.

Runningbacks machen Kiel Probleme

Auch nach der Pause hatten die Kieler Probleme, die Runningbacks Goodwyn und Dean Tanwani zu stoppen. Immer wieder kassierten sie zudem Raumstrafen, die Köln kürzere Wege in die Kieler Endzone bescherten. Als Florian Eichhorn den Ball zum 34:7 fing, drohte den Kielern ein Debakel.

Doch in der Schlussphase des dritten Abschnitts fingen die Canes sich schließlich. Allrounder CJ Davis übernahm in der Offensive immer mehr Verantwortung und setzte mit seinem Lauf aus der eigenen Hälfte bis kurz vor die Kölner Endzone eine Durftmarke. Touchdown Ampaw, Two-Point Conversion Englmann - 15:34 aus Kieler Sicht.

Comeback von Timo Gross

Beim anschließenden Kickoff gab Timo Gross sein Comeback. Der 44-Jährige hatte von 1996 bis 2014 für die Canes gespielt, liegt mit 509 erzielten Punkten auf Platz zwei der vereinsinternen Topscorer-Liste und war reaktiviert worden, weil der etatmäßige Kicker Henrik Wolk nach wie vor mit einer Fußverletzung ausfällt.

Ein weiteres Highlight für die Kieler Fans folgte gut drei Minuten vor Schluss: Nach einem schönen 60-Yard-Pass von Purichia auf Rehder fand auch Fritjof Richter den Weg in die Endzone. Sein 28:48 sollte aber der letzte Kieler Touchdown bleiben. 

Nächste Woche geht‘s nach Berlin

„Ärgerlich, dass wir am Anfang so überrannt worden sind“, sagte Benedikt Englmann anschließend. „Vielleicht liegt das daran, dass wir viele noch nicht so erfahrene Spieler dabei haben. Aber wir haben nicht aufgegeben und bis zum Schluss weitergemacht. Das spricht für die Mannschaft.“

In einer Woche steht für die Canes die erste Auswärtsreise der Saison an. Am Sonntag, 9. Juni, treten sie bei den Berlin Rebels an, die alle ihre drei bisherigen Spiele verloren haben. Kickoff ist um 15 Uhr im Mommsenstadion.

Die Statistik

1. QTR

0:7 #3 Colby Goodwyn, 13-Yard Lauf. PAT #9 Dominic Gröne

2. QTR
0:14 #3 Colby Goodwyn, 4-Yard Lauf. PAT #9 Dominic Gröne
0:21 #3 Colby Goodwyn, 28-Yard Lauf. PAT #9 Dominic Gröne
7:22 #87 Benedikt Englmann, 22-Yard Pass #2 Jake Purichia. PAT #87 Benedikt Englmann
7:28 #14 Ramin Aghklaghi, 8-Yard Pass #18 Conor Miller. PAT #9 Dominic Gröne

3. QTR
7:34 #6 Florian Eichhorn, 16-Yard Pass #18 Conor Miller. 2-PC failed
15:34 #34 Julian Ampaw, 1-Yard Lauf. 2-PC #87 Benedikt Englmann
15:41 #6 Florian Eichhorn, Pass #18 Conor Miller. PAT #9 Dominic Gröne

4. QTR
15:48 #27 Dean Tanwani, 12-Yard Lauf. PAT #9 Dominic Gröne
21:48 #34 Julian Ampaw, 6-Yard Lauf. 2-PC failed
28:48 #24 Fritjof Richter, 11-Yard Lauf. PAT #84 Timo Gross

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Bevor sie die erste Auswärtsfahrt der Saison antreten, dürfen die Footballer der Kiel Baltic Hurricanes am Sonnabend (16 Uhr, Kilia-Stadion) noch einmal vor heimischem Publikum ran. Gegner Cologne Crocodiles ist schwer berechenbar und unter Zugzwang.

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