Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Sportmix Schaulaufen für Bundestrainer Gislason
Sport Sportmix

35:20 gegen Estland - Schaulaufen für Bundestrainer Gislason

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:44 02.05.2021
Von Tamo Schwarz
Starke Rückkehr ins Nationalteam: Rune Dahmke vom THW Kiel erzielte vier Tore.
Starke Rückkehr ins Nationalteam: Rune Dahmke vom THW Kiel erzielte vier Tore. Quelle: Sascha Klahn
Anzeige
Stuttgart

Abschluss der Qualifikation zur Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat ihr EM-Ticket längst sicher. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason trifft in der baden-württembergische Landeshauptstadt auf Estland. Im Fokus des Isländers steht ohnehin das Casting für die Olympischen Spiele in Tokio im Sommer.

Ein letztes Schaulaufen also. Neu in die Mannschaft kommen Silvio Heinevetter, Fabian Böhm, Sebastian Firnhaber, Jannik Kohlbacher und Tobias Reichmann für die geschonten Kieler Patrick Wiencek und Steffen Weinhold sowie Andreas Wolff, Johannes Golla und Timo Kastening. "Alle sollen die Chance haben, sich gegen Estland zu zeigen“, sagt Gislason vor dem Match.

Lesen sie auch:Handballer ohne Sinn für Feierei

Denn offene Fragen gibt es noch einige: Reist der Bundestrainer, der einen 14-köpfigen Kader nominieren darf, mit jeweils einem Außen oder doppelter Besetzung nach Japan? Wie viele Kreisläufer (und Abwehrspezialisten) dürfen auf den Zug nach Tokio aufspringen? Neben den Kielern Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler auch Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt)? Finn Lemke (MT Melsungen)? Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen)? Wer bekommt neben Julius Kühn die Chance im linken Rückraum, falls der genesene Berliner Paul Drux nicht rechtzeitig zu Turnierform findet? Gislason steht vor einer harten Auslese.

Estland ohne Mait Patrail

Estland verzichtet auf Shooter Mait Patrail (Rhein-Neckar Löwen). Linkshänder und Ex-Zebra Dener Jaanimaa ist allerdings in der Stuttgarter Porsche-Arena mit dabei. THW-Linksaußen Rune Dahmke steht ebenso wie Heinevetter und Kohlbacher in der Startformation. Bis zum 6:5 (12.) krankt das deutsche Spiel an zu vielen technischen Fehlern. In der Deckung bilden zunächst der ehemalige Kieler Sebastian Firnhaber und Finn Lemke den Innenblock, später rückt Fabian Böhm für "Flamme" Firnhaber in den Mittelblock.

Starkes Bewerbungsschreiben von Heinevetter

Es dauert, bis der DHB-Motor geschmiert läuft, das deutsche Team technische Fehler und Ballverluste minimiert, Jannik Kohlbacher anfängliche Unsicherheiten abstellt, mit seinem fünften Treffer auf 13:8 erhöht (23.). Kann sich der "Löwe" so noch in die Tokio-Truppe hineinwerfen? Silvio Heinevetter gibt zumindest ein starkes Bewerbungsschreiben ab - bis zur Pause (17:10) hat der exzentrische Melsunger Schlussmann bereits neun Bälle abgewehrt. Philipp Weber (SC DHfK Leipzig) ist wohl als Mittelmann gesetzt, löst die Aufgabe souverän, unaufgeregt, allerdings auch ohne kreative Ausschläge nach oben. Setzt Gislason als Alternative auf Youngster Juri Knorr? Oder doch auf einen Linkshänder wie den erfahrenen Kieler Steffen Weinhold, um in dem überschaubaren 14er-Kader zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen?

Hundertprozentig gibt Halbzeit zwei darüber keinen Aufschluss. Sebastian Heymann soll sich auf Halblinks zeigen, Tobias Reichmann auf Rechtsaußen, Fabian Wiede auf Halbrechts. Wackelkandidaten? Defensiv-Stratege Lemke wischt weiter letzte Zweifel des Bundestrainers davon, organisiert, verschiebt, könnte der "Extra-Spieler" für Tokio sein. Wiede, Knorr, Reichmann agieren beherzt, Rune Dahmke macht ein starkes Spiel, erzielt vier Tore. Die Deutschen kommen immer mehr ins Tempospiel, ziehen auf 25:16 (45.) und schnell auf 33:18 (53.) davon. Endstand 35:20 - die "Qual der Wahl" hat jetzt nur noch Alfred Gislason.

Ruhmreiche Football-Vita - Receiver Carr will in Kiel glänzen
Merle Schaack 01.05.2021
Merle Schaack 01.05.2021
Voller Fokus auf Estland - Handballer ohne Sinn für Feierei
Merle Schaack 30.04.2021