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Sportmix Hamburger "Türme" träumen von Play-offs
Sport Sportmix Hamburger "Türme" träumen von Play-offs
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15:11 28.07.2019
Von Jürgen Schinke
Den Aufstieg in die BBL brachten die Hamburger Basketballer gegen Chemnitz in trockene Tücher, nach dem Triumph gegen Nürnberg feierten die Towers dann  auch die Meisterschaft in der deutschen ProA-Liga.
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Hamburg

Im entscheidenden fünften Duell bewiesen die „Türme“ am 30. April 2019 bei den Niners Chemnitz den längeren Atem und schafften mit der 78:72-Energieleistung den ersehnten Sprung in die höchste nationale Spielklasse. 

„Entscheidend war, dass wir immer positiv geblieben sind und an unsere Fähigkeiten geglaubt haben. In Drucksituationen hat die Mannschaft die Zweifel ausgeblendet und ist fokussiert geblieben", erinnert sich Sportchef Marvin Willoughby

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Towers sicherten sich gegen Nürnberg ProA-Meisterschaft

Schon jetzt ist klar, dass sich die Korbjäger aus der Hansestadt, deren Briefkopf nach dem Triumph über die Nürnberg Falcons als Zugabe noch die errungene ProA-Meisterschaft schmückt, sich nicht als graue Maus verstehen.

 Klar, die Gegner heißen künftig Bayern München, Alba Berlin, EWE Baskets Oldenburg oder Brose Bamberg – etwaige Bedenken um Konkurrenzfähigkeit und Sorgen um den Ligaverbleib erstickt der 35-malige ehemalige deutsche Nationalspieler Willoughby jedoch im Keim: „Wir geben keine negativen Ziele wie etwa den Nichtabstieg aus, sondern werden versuchen, um die Play-offs zu spielen. Trainer Mike Taylor ist derjenige, der diese Philosophie täglich an vorderster Front vorleben muss.“

Vechta ist ein gutes Vorbild für Hamburger Basketballer

Mut macht das jüngste Beispiel Rasta Vechta, in der vergangenen Saison mischten die Niedersachsen die BBL gehörig auf und scheiterten im Play-off-Halbfinale erst am alten und neuen Meister Bayern München. Zwar nicht direkt miteinander vergleichbar, aber ein Indiz dafür, dass sich ambitionierte Ziele für einen Newcomer nicht automatisch verbieten.

Zudem bietet sich gerade die Chance, an Alster und Elbe eine willkommene Aufmerksamkeitsnische zu besetzen. So sind die Fußballer vom Hamburger SV und FC St. Pauli aktuell lediglich zweitklassig, auch im Handball oder Eishockey erlebte die Hansestadt eine sportlichen Niedergang, damit sind die Towers neben den Hockeyklubs vorerst einzige verbliebene Erstliga-Adresse. „Auf dem Markt Hamburg herrscht dementsprechend ein Vakuum, in das wir nachhaltig vorstoßen möchten“, betont der Towers-Geschäftsführer.

Towers limitieren Dauerkarten auf 1200 Stück

Verbunden damit ist zweifellos eine erforderliche Investition in die Qualität des Kaders, der mit zwölf bis 14 Spielern tief besetzt sein wird. Mit US-Boy Marshawn Powell (zuletzt Udine/Italien) und dem niederländischen Nationalspieler Yannick Franke (Pieno Zvaigzdes/Litauen) wurden gestandene auslandserfahrene Profis verpflichtet, mit dem Deutsch-Österreicher Marvin Ogunsipe heuerte ein Leihspieler von Bayern München an. Zwei weitere Verstärkungen wollen die Hamburger noch an Land ziehen, gesetzt wird zudem auf aufstrebende junge einheimische Talente wie Justus Hollatz.

Auch in Schleswig-Holstein wird der Weg des erst 2013 auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg beheimateten und gegründeten Klubs seit Jahren gespannt verfolgt, der sich erfrischend anders präsentiert, von Beginn an auch als lobenswertes Projekt in einem sozialen Brennpunkt begriff und etwa die Jugendlichen aus dem Viertel von der Straße in die Halle holen wollte. Die Fan-Base ist beachtlich. So war die 3400 Zuschauer fassende edel-optics.de Arena (vorher Inselparkhalle) in der der abgelaufenen Serie in 18 von 20 Partien ausverkauft, in der nächsten Spielzeit dürfte die Hütte jedes Mal voll sein. Zudem bietet sich für einzelne Eventspiele bei steigender Nachfrage nach Tickets als Option der Umzug in größere Arenen an.

„Die Dauerkarten sind bei uns auf 1200 limitiert, weil wir sicherstellen möchten, dass an jedem Spieltag neue Menschen die Hamburg Towers kennenlernen können. Dazu hat jeder Mensch in Deutschland die Möglichkeit, also auch die Fans aus Schleswig-Holstein“, verspricht Willoughby.

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