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Sportmix So wertvoll wie 100 Jahre Marketing
Sport Sportmix So wertvoll wie 100 Jahre Marketing
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18:43 17.11.2015
Von Gerhard Müller
Schulterschluss für die Olympia-Bewerbung im Präsidiumszimmer, von links: Reinhard Meyer, Hans-Jakob Tiessen, IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein, Pressesprecher Michael Legband, Klaus-Hinrich Vater und Ralph Müller-Beck. Quelle: Frank Peter
Kiel

Glaubt man den versammelten Befürwortern, dann geht es am 29. November nicht nur um die Frage, ob der Norden Deutschlands im Sommer 2024 die Jugend der Welt während der Olympische Spiele und der Paralympics willkommen heißen darf. Es geht um viel mehr.

 Die Strahlkraft von Olympia, davon ist Klaus-Hinrich Vater überzeugt, macht nicht bei den positiven Effekten auf Spitzen- und Breitensport halt. „Olympische Spiele werten ganz Norddeutschland auf“, sagte der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, „das ist eine Sonderkonjunktur für Tourismus und Wirtschaft mit einer enormen Werbewirkung. Investitionen in Olympia bedeuten ein Vielfaches an Wertschöpfung in den Jahren danach.“ Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sieht das nicht anders: „Es geht nicht nur um Hamburg oder Kiel, es geht um ganz Schleswig-Holstein. Olympia 2024 bei uns im Norden ist so viel wert für unser Land wie 100 Jahre Marketing.“ Außerdem würden dadurch Infrastruktur-Projekte beschleunigt werden.

 Hans-Jakob Tiessen saß daneben und wirkte aus gutem Grund wenig überrascht. Er hat mal im Bundeskanzleramt gearbeitet, war Landrat in Dithmarschen, Chef der Eon Hanse AG, und seit zweieinhalb Jahren steht er an der Spitze des Landessportverbandes. Tiessen kennt sich also bestens aus in Politik, Wirtschaft und Sport. Und so verwunderte es nicht, dass der 66-Jährige auf die Frage nach den möglichen Auswirkungen der Terroranschläge von Paris oder der Krise des Deutschen Fußball-Bundes auf die Olympia-Bewerbung die aktuelle Stimmungslage am besten einschätzte: „In Kiel wird es beim Referendum klappen, in Hamburg dürfte es etwas enger werden.“

 Die Sorge, dass solche Faktoren Stimmen kosten, ist momentan allgegenwärtig. Daraus könne, da waren sich die Herren gestern einig, allerdings auch eine Chance erwachsen. „Trotz all der dunklen Wolken der letzten Wochen und den Grausamkeiten in Paris können Olympische Spiele zu einem Hoffnungsträger werden. Es gibt kein anderes weltweites Ereignis, das mehr als 200 Länder friedvoll vereint. Mit einem Ja zu Olympia können wir gerade jetzt ein wichtiges Zeichen setzen“, meinte Wirtschaftsminister Meyer. Für Klaus-Hinrich Vater ist klar: „Paris überstrahlt zurzeit alles, die DFB-Affäre hat auch keinen guten Einfluss. Doch das alles sollte keine Auswirkungen haben, denn dagegen steht der olympische Gedanke, der eine Demonstration für Freiheit ist.“

 Die Hoffnung lebt, dass die Hamburger und Kieler so frei sein werden, dies am 29. November ebenso zu sehen. Meyer glaubt zwar, dass 70 Prozent Zustimmung, wie einmal erhofft, eher nicht erreicht werden, doch zugleich ist er sicher: „Die Bürger werden ein deutliches Zeichen setzen.“

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