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Sportmix Spielen THW Kiel und Holstein Kiel vor leeren Rängen?
Sport Sportmix Spielen THW Kiel und Holstein Kiel vor leeren Rängen?
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21:30 09.03.2020
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Gut gefüllte Fan-Tribünen können zur Verbreitung des Coronavirus beitragen. Ob auch Holstein Kiel und der THW Kiel sogenannte Geisterspiele ausrichten müssen, ist noch unklar. Das Kieler Gesundheitsamt hat bislang keine Großveranstaltungen verboten. Quelle: Uwe Paesler / Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa / Sascha Klahn
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Kiel

Wie sich ein Spiel ohne Publikum anfühlt, könnten die THW-Kiel-Handballer Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler schon am Freitag erleben. Wie viele kommunale Behörden hat die Stadt Magdeburg und das zuständige Gesundheitsamt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Davon ist auch die in der Getec-Arena angesetzte Länderspiel-Premiere von Alfred Gislason als Trainer der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande betroffen. Der DHB will über mögliche Alternativen beraten, hieß es am Montag. DHB-Präsident Andreas Michelmann betonte aber: „Das Länderspiel wird am Freitagabend weiterhin stattfinden.“ Informationen für Karteninhaber kündigte der DHB für den heutigen Dienstag an.

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Handball-Bundesliga mit außerordentlicher Mitgliederversammlung

Etwas mehr Zeit, sich auf den Umgang mit solchen Schutzmaßnahmen einzustellen haben die Vereine und der Dachverband der Handball-Bundesliga, pausiert diese doch derzeit. Für kommenden Montag hat die HBL eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Neben Magdeburg haben auch die Behörden in Minden und Stuttgart bereits Großveranstaltungen verboten.

Der nächste THW-Gegner Eulen Ludwigshafen hat bereits angekündigt, beim Spiel am 19. März Kontaktdaten aller Besucher der Friedrich-Ebert-Halle erheben zu müssen – eine Auflage der Stadt. Der THW Kiel richtet sein nächstes Heimspiel am 22. März 2020 gegen den Bergischen HC aus und will von sich aus keine Heimspiele verlegen oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden lassen. „Wir bereiten uns derzeit auf alle Spiele vor, als würden sie ganz normal stattfinden. Aber das kann sich täglich ändern“, sagt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

THW Kiel hofft auf normalen Spielbetrieb

„Wir haben Vertrauen in die zuständigen Behörden, dass sie die Lage richtig einschätzen. Schlussendlich hoffen wir alle, dass wir die Saison ganz normal mit Meisterkampf, dem Rennen um internationale Startplätze und Auf- und Abstieg ausspielen können und nicht mittendrin aufgehört werden muss oder Geisterspiele stattfinden.“

Zu organisatorischen und finanziellen Auswirkungen möglicher leerer Ränge oder Spielverlegungen wollte Szilagyi gestern keine Angaben machen. „Eine komplette Absage bis hin zu einem Geisterspiel wäre ja ein absolutes Novum. Da sind wir gerade dabei, neben der rechtlichen Situation unsere interne Vorgehensweise zu besprechen. Darüber hinaus sind wir mit den anderen Vereinen und der HBL in ständigem Austausch“, sagte er.

Über Fankontakt entscheiden die Spieler selbst

Im Gegensatz zu anderen Klubs wie den Rhein-Neckar Löwen haben die Zebras auch den Fankontakt nicht offiziell eingestellt. Den Spielern ist freigestellt, ob sie für Autogramme und Selfies mit Fans zur Verfügung stehen. „Wir haben das bewusst offen gelassen, um keine Hysterie auszulösen. Aber wir hoffen auf Verständnis, dass die Spieler bei Umarmungen und Selfies vielleicht etwas zurückhaltender sind“, so Szilagyi.

DFL-Boss hält Spiele mit Publikum für unrealistisch

Auch bei den Zweitliga-Fußballern von Holstein Kiel dreht sich für den Moment die Welt noch weiter. Gestern kamen die Profis in Projensdorf zusammen, um das 1:1 vom Sonntag gegen die SpVgg Greuther Fürth zu analysieren und im Kraftraum zu arbeiten. Morgen geht es normal in die Vorbereitung auf das anstehende Spiel bei Jahn Regensburg (Sbd., 13 Uhr). Die Partie dürfte stattfinden – allerdings wird es immer wahrscheinlicher, dass die Ränge in der Arena dann leer bleiben.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bereitet sich darauf vor, dass die Partien des 26. Spieltags der Ersten und Zweiten Bundesliga ohne Fans stattfinden wird. Man würde am liebsten vor Zuschauern spielen, sagte Christian Seifert gestern bei „Bild“. Der DFL-Boss fügte jedoch an: „Das ist aber leider nicht realistisch.“

Schneekloth will nicht vorgreifen

Also muss sich auch Holstein Kiel mit dem Szenario auseinandersetzen, schon am Sonnabend ein Geisterspiel zu haben. „Wir nehmen die Situation ernst und behandeln das Thema mit der gebotenen Sorgfalt. Wir klären aktuell mit den zuständigen Behörden und Verbänden die relevanten Fragestellungen und die damit verbundenen Folgen für Vereine und Fans“, sagte KSV-Präsident Steffen Schneekloth. „Den Ergebnissen können und wollen wir nicht vorgreifen und bitten daher um Verständnis, dass wir zur Zeit keine konkreteren Aussagen treffen können.“

Auch Trainer Ole Werner äußerte sich zur aktuellen Lage. Die beeinflusse zwar die Spielvorbereitung nicht direkt. Trotzdem dürfte die Mannschaft eine ungewohnte Situation erwarten. „Ein Spiel vor leeren Rängen ist für uns, aber vor allem für alle Anhänger der KSV, eine schwerwiegende Maßnahme und für uns alle Neuland“, sagte Werner. „Wir vertrauen den verantwortlichen Entscheidern und tragen jegliche Entscheidung mit.“

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