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Sportmix DHB-Auswahl siegt glanzlos gegen Tschechien
Sport Sportmix DHB-Auswahl siegt glanzlos gegen Tschechien
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14:01 05.01.2019
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Hannover

Die Erkenntnis des Tages: Steigerungspotenzial. Die deutschen Handballer haben am Freitagnachmittag in Hannover mit 32:24 (17:13) gegen Tschechien gewonnen, dabei allerdings Abstimmungsprobleme und eine hohe Fehlerquote offenbart. „Wir haben wichtige Erkenntnisse gesammelt. Vor allem, dass wir uns gemeinsam aus Schwächephasen ziehen“, sagte Bundestrainer Christian Prokop.

Vor der WM-Generalprobe am Sonntag (14 Uhr/zdfsport.de) in der Kieler Sparkassen-Arena wird der 40-Jährige nun noch zwei Akteure aussortieren und an der Kieler Förde gegen Argentinien bereits mit seinem endgültigen 16-Mann-Kader antreten. „Wenn wir dann Sonntag vor dem Spiel informiert werden, wer dabei ist, wird das allen noch einmal mehr Sicherheit geben. Wir müssen die vielen kleinen Fehler unbedingt abstellen“, sagte Kiels Abwehrchef Hendrik Pekeler in Hannover. Sicherheit war genau das, was der Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes (DHB) in Hannover zwischenzeitlich abhanden kam.

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Gegen den international bestenfalls zweitklassigen EM-Sechsten aus Tschechien taten sich die Deutschen lange Zeit schwer, hatten auch mit dem Paradeinnenblock aus Pekeler und Patrick Wiencek defensive Probleme, weil die Abstimmung mit Torhüter Andreas Wolff zu wünschen übrig ließ. Wolff wurde in der 22. Minute frustriert aus-, Finn Lemke in der Abwehr eingewechselt. So stabilisierte sich das DHB-Team vor 9967 Zuschauern in der ausverkaufen Tui Arena und zog vom 11:11 (22.) auf 17:13 zur Pause davon. Doch die schwächste Phase des WM-Gastgebers gegen die nicht für die Titelkämpfe qualifizierten Tschechen sollte erst noch kommen. Denn besonders den drei „Wackelkandidaten“ – Tim Suton (TBV Lemgo), Franz Semper (SC DHfK Leipzig) und Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) – war die Nervosität im finalen Casting für eines der 16 WM-Tickets deutlich anzumerken. Schwache zwölf Minuten lang zwischen dem 18:13 (32.) und 22:21 (44.). Eine Phase, in der sich Abspiel- und Fangfehler häuften, die von den Tschechen bestraft wurden.

Besonders unglücklich präsentierte sich Franz Semper, der sich nicht für einen Platz im Kader von Christian Prokop empfehlen konnte. Stattdessen bekam der Kieler Steffen Weinhold über weite Strecken eine Chance in der Rückraum-Mitte und harmonierte prächtig mit dem Berliner Fabian Wiede. Für Semper und Suton („Ich wusste vor dem Spiel, dass ich liefern muss. Vielleicht hätte ich mehr draus machen können – oder müssen“) wird der WM-Weg mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr bis nach Kiel führen. In der zweiten Halbzeit führte erst die Umstellung auf eine 3:2:1-Formation in der Abwehr und viele starke Paraden von Silvio Heinevetter zwischen den Pfosten zu einem am Ende doch deutlichen 32:24-Endstand. Erster Profiteur des endlich aufbrausenden Tempospiels war Kapitän Uwe Gensheimer mit insgesamt zehn Toren, darunter allein sieben in der Schlussviertelstunde. „Das Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg“, resümierte Pekeler, der sich auf das „Heimspiel“ gegen Argentinien in Kiel am Sonntag freut.

Auch bei Pekelers kongenialem Partner Wiencek läuteten die Alarmglocken: „Diese Fehler dürfen wir uns bei der WM nicht erlauben.“ Der Bundestrainer zeigte sich indes gelassen: „Wir haben den Vorsprung unclever aus der Hand gegeben. Aber das stört mich nicht, denn die Mannschaft hat gefightet, zusammengestanden.“

Von Tamo Schwarz

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