Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Sportmix Olympia: Hamburg schlägt Berlin
Sport Sportmix Olympia: Hamburg schlägt Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 16.03.2015
Von Martina Drexler
Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freut sich über den Olympia-Entschluss für Hamburg. Quelle: Ulf Dahl
Frankfurt/Main

300 Olympia-Unterstützer der Hansestadt jubelten in der O2-World, als die Empfehlung des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verkündet wurde. „Das Konzept hat überzeugt“, sagte Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD). Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz bezeichnete es als „große Ehre, die Welt in Hamburg begrüßen zu können“.

Bereits vor der offiziellen Bekanntgabe war die Nachricht, dass die Wahl auf Hamburg fällt, durchgesickert. Drei Gründe gaben nach Angaben des DOSB den Ausschlag. So konnte die Hansestadt bei Umfragen mit 64 Prozent Zustimmung gegenüber 55 Prozent in Berlin eine größere Olympia-Begeisterung für sich verbuchen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann verwies zudem darauf, dass Hamburg starken Rückenwind sowohl durch ein klares Votum der Fachverbände als auch der Expertenrunde mit über 40 Vertretern aus Sport, Politik und Gesellschaft erhalten hat. „Hamburg bietet ein faszinierendes und kompaktes Olympiakonzept“, lobte er und appellierte: „Diese Olympiabewerbung ist ein Projekt von ganz Deutschland. Packen wir es an! Wenn wir nicht überzeugt wären, uns in einem harten internationalen Wettbewerb durchsetzen zu können, hätten wir diesen Weg nicht beschritten.“

Kiels Oberbürgermeister Kämpfer, der in Hamburg von der Entscheidung erfuhr, gratulierte der Hansestadt und warb mit Blick auf die Konkurrenz aus Lübeck und Rostock für Kiel: „Wir haben das beste Segelrevier und die besten Bedingungen. Wir sind Olympia-Stützpunkt und Olympia-erfahren. Und die Stimmung bei den Kielerinnen und Kielern ist schon jetzt goldmedaillenreif.“ Er hoffe, dass Hamburg mit Kiel zusammen das Rennen mache. Für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig hat die „Begeisterung gewonnen“. Er versprach, Hamburg zu unterstützen, „wo wir können“. Schleswig-Holstein und die gesamte Metropolregion würden von Sommerspielen in Hamburg profitieren.

Im Landtag überwog ebenfalls die Freude über das Votum zu Gunsten Hamburgs. Wolfgang Kubicki (FDP) sprach von einem großen Tag für den Norden, Daniel Günther und Barbara Ostmeier (CDU) von einem guten Konzept, einer sportbegeisterten Bevölkerung und einem Umland, das gemeinsam die Spiele im Norden Deutschlands wolle. Auch der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel, Klaus-Hinrich Vater, begrüßte die Empfehlung für Hamburg. Dies sei genau die Entscheidung, die sich die Wirtschaft in Norddeutschland erhofft habe.

Die Außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB muss am kommenden Sonnabend der Empfehlung des Präsidiums zwar formal noch zustimmen. Dieser Schritt gilt aber als sicher. Vor Hamburg liegt jetzt ein langer Hürdenlauf: Mindestens 50 Prozent ihrer Bürger müssen im September in einer Befragung für die Sommerspiele stimmen, bevor die Hansestadt die kompletten Unterlagen der bis zu 50 Millionen Euro teuren Bewerbung beim IOC am 8. Januar 2016 abgeben kann. Doch auch bei einem positiven Bürgervotum bleibt es spannend, da die internationale Konkurrenz mit Boston, Rom und Paris groß ist. Zudem formiert sich Widerstand: Die Linke in Hamburg kündigte an, sich dem Aktionsbündnis NOlympia anzuschließen.