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Sportmix DHB-Team bezwingt Island mit 24:19
Sport Sportmix DHB-Team bezwingt Island mit 24:19
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00:01 20.01.2019
Von Tamo Schwarz
Deutschlands Torhüter Andreas Wolff jubelt nach einem gehaltenen Ball. Quelle: Soeren Stache/dpa
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Köln

Der Start in die Hauptrunde ist gelungen. 19250 Zuschauer in der ausverkauften Lanxess Arena rollten dem Team des Deutschen Handballbundes (DHB) einen emotionalen, akustischen Teppich aus. "Das ist eine weitere Welle, die uns schon von Berlin nach Köln getragen hat", sagte Bundestrainer Prokop nach kämpferischen 60 Minuten, in denen Steffen Fäth (6 Tore) und Kapitän Uwe Gensheimer (5/2) zu den besten deutschen Schützen avancierten.

Der Schlüssel zum Sieg war wieder einmal die deutsche Deckung - allen voran der Kieler Patrick Wiencek, der erneut in der Lage war, eine Weltklasse-Leistung abzurufen. Nach einem starken Start bis zum 5:2 (7.) geriet der deutsche Angriff ins Stocken. Island mit dem Ex-Zebra Aron Palmarsson und dem 19-jährigen THW-Youngster Gisli Kristjánsson im Rückraum ging beim 5:6 (13.) aus deutscher Sicht zum ersten Mal in Führung. Der im Eins-gegen-Eins "unfassbar starke" (DHB-Kreisläufer Hendrik Pekeler), im Abschluss bei zwei Lattentreffern aber glücklose Kristjánsson traf im Anschluss zum 7:6 (18.), auf beiden Seiten herrschte eine durchaus harte Gangart.

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Prokop reagierte, stellte die Deckung auf eine 3:2:1-Formation um, die erst dann richtig in Tritt kam, als Paul Drux und Jannik Kohlbacher die Halbpositionen besetzten und zwischen der 22. (9:9) und 28. Minute (13:9) keinen Treffer zuließen. Zudem steigerte sich Torwart Andreas Wolff. So ging es mit einem Vier-Tore-Polster in die Pause, in der die Zuschauer dem 78er Weltmeister Joachim Deckarm ein Ständchen zum 65. Geburtstag sangen: «Happy Birthday».

Nach der Pause profitierte die deutsche Auswahl auch davon, dass Superstar Aron Palmarsson aufgrund einer Leistenblessur nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte. "Wir haben ihn in dieser Phase sehr vermisst", resümierte Islands Coach Gudmundur Gudmundsson. Seine Mannschaft bäumte sich bis zum 18:16 (41.) noch einmal auf. Doch auf Seiten des Gastgebers sorgte fortan Finn Lemke in der Deckung für zusätzliche Stabilität - jetzt wieder in einer 6:0-Anordnung. Zehn Minuten lang musste Island nun auf ein Tor warten. Als Pekeler beim Stande von 21:17 (53.) spektakulär einen Ball aus dem eigenen Kreis rettete, war die Partie endgültig entschieden. Jetzt sang die Halle nur noch «Viva Colonia» aus voller Seele.

Dank des Sieges übernahm die DHB-Auswahl mit 5:1 Zählern die Tabellenführung in der Hauptrundengruppe I vor dem punktgleichen Titelverteidiger Frankreich. Der sechsmalige Rekord-Weltmeister hatte sich zuvor gegen Europameister Spanien mit 33:30 (17:15) behauptet. Die Iberer haben damit kaum noch Aussichten auf das Halbfinale. Kroatien (4:0), am Montag nächster deutscher Gegner, bestreitet erst am Sonntag sein erstes Hauptrundenspiel gegen Brasilien.

Deutschland - Island 24:19 (14:10)

Deutschland: Wolff (1.-60. Minute/12 Paraden), Heinevetter (bei einem 7m/0) – Gensheimer 5/2, Lemke, Wiencek 2, Wiede, Pekeler 2, Weinhold n.e., Strobel 2, Fäth 6, Groetzki 1, Häfner 2, Musche, Böhm, Kohlbacher, Drux 4.

Island: Gústavsson (1.-60. Minute/8 Paraden), Björgvinsson (bei einem 87m/0) – Palmarsson 3, Elisson 1, Sigurmannsson, Gislason 1, Gudmundsson 3, Magnússon, Ingason, Gunnarsson 6/2, Kristjánsson 1, Arnarsson 2, Gudjónsson 2, Gústafsson, Jónsson, Einarsson.

Schiedsrichter: Novotny/Horacek (Tschechien) – Strafminuten: GER 6 (Wiede, Wiencek, Pekeler), ISL 12 (2x Jónsson, 2x Arnarsson, 2x Gudmundsson) – Siebenmeter: GER 3/2 (Gensheimer scheitert an Gústavsson), ISL 4/2 (Wolff pariert Gunnarsson und Sigurmannsson) – Spielfilm: 1:0, 3:1 (3.), 5:2, 5:6 (13.), 6:7, 8:7 (19.), 9:9 (22.), 13:9 (27.), 14:10 – 16:11, 16:14 (39.), 18:16, 20:16 (45.), 20:17 (51.), 23:17 (56.), 23:19, 24:19 – Zuschauer: 19250 in der ausverkauften Lanxess Arena in Köln.

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