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Sportmix Ein Sieg zur Feier des Tages
Sport Sportmix Ein Sieg zur Feier des Tages
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20:48 29.10.2017
Von Tamo Schwarz
Deutschlands Tim Hornke (r) versucht den Spanier Iosu Goni Leoz am Wurf zu hindern. Quelle: Gregor Fischer
Berlin

Am Sonntagmorgen feierte der Deutsche Handballbund (DHB) sich und „100 Jahre Handball“ mit prächtigem Ausblick aus der Humboldt-Box in Richtung Berliner Museumsinsel, während draußen Sturmtief Herwart sein Unwesen trieb. Wenige Stunden später holten sich die Bad Boys von Bundestrainer Christian Prokop gehörigen Rückenwind mit Blick auf die Europameisterschaft im Januar in Kroatien. Nicht einmal 24 Stunden nach dem 24:26 (10:12) am Sonnabend in Magdeburg gegen Spanien revanchierte sich der Europameister von 2016 gegen den damaligen Finalgegner in Berlin mit einem starken 28:24 (16:9).

Exakt 100 Jahre nach der Geburtsstunde der Sportart in Berlin, beging der DHB am Sonntag einen feierlichen Festakt mit Welt- und Europameistern wie Carsten Lichtlein, Henning Fritz oder der Weltmeisterin von 1993, Andrea Bölk – Mutter der aktuellen Nationalspielerin Emily Bölk. Auf dem Parkett richtete Bundestrainer Prokop den Fokus indes ganz klar nach vorn. Viel Zeit bis zur EM bleibt nicht. Nach der Lehrgangs-Woche und dem Länderspiel-Doppelpack kommt die DHB-Auswahl erst Ende Dezember wieder zu einem Kurz-Lehrgang zusammen, ehe am 2. Januar die unmittelbare EM-Vorbereitung mit zwei letzten Tests gegen Island startet. Und am Sonnabend war dann auch zunächst ganz schön Sand im Getriebe. Gegen die offensive, flexible 5:1-Deckung der Spanier agierte der deutsche Angriff zuweilen statisch, ideenlos und leistete sich zudem 15 technische Fehler. „So kann man gegen einen Gegner wie Spanien nicht gewinnen, wir haben keine Lösungen gefunden“, resümierte Prokop. Positiv fiel Andreas Wolff im Tor auf – in Kiel momentan klare Nummer zwei zwischen den Pfosten, in Magdeburg mit 13 Paraden in EM-Form. Schmerzlich vermisst wurde der verletzte Kieler Abwehrchef Patrick Wiencek.

Prokop hatte vor der Lehrgangswoche betont, den Kader nicht aufblähen zu wollen, hatte auf den Außenpositionen Yves Kunkel (links/Leipzig) und Tim Hornke (rechts/Lemgo) das Vertrauen geschenkt. Schwerpunkt der Woche war die Abwehr, als teambildende Maßnahme hatten sich die Bad Boys das DFB-Pokalspiel zwischen Hertha BSC und dem 1.FC Köln angesehen. „Es war schön, in der Woche mit allen zusammen zu sein. Die Fehler müssen wir abstellen, das Umschaltspiel verbessern“, sagte der Kieler Linkshänder Steffen Weinhold.

Gesagt, getan: Am Sonntag stachen Torwart Silvio Heinevetter und Kapitän Uwe Gensheimer (8 Tore) aus einem Team hervor, das defensiv mit Hendrik Pekeler und Finn Lemke im Innenblock brillierte, viele Tore aus gutem Umschaltspiel erzielte und nur in der zweiten Halbzeit an Selbstbewusstsein verlor. Im Positionsangriff mit den Regisseuren Steffen Fäth und Paul Drux sowie im Rückraum generell ist der Nachholbedarf noch groß. Am Sonntag konnte nur der Leipziger Philipp Weber vollends überzeugen. Neben Gensheimer bestach auch der künftige Kieler Hendrik Pekeler mit fünf Treffern. Nach der Pause entwickelte sich ein zähes Spiel mit vielen vergebenen Chancen. Dennoch zogen sowohl der Kapitän („Wir haben sehr viele junge, gute Spieler an Bord, und die Woche war ganz wichtig“) als auch der Bundestrainer („Die Woche war sehr aufschlussreich. Ich hoffe, dass ich bei der Kader-Nominierung ein gutes Händchen habe“) ein positives Fazit. Vorsicht ließen indes alle Beteiligten bei der Frage nach den EM-Ambitionen walten. „Wir sind einer von fünf, sechs Favoriten“, sagte ein zögerlicher Steffen Weinhold, während sich Julius Kühn ein Grinsen nicht verkneifen konnte: „Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir den Titel verteidigen wollen.“ Am Ende gar in einer Neuauflage des Endspiels von 2016? Dem fiebern die Spanier entgegen: „Ich hoffe, wir sehen uns im EM-Finale wieder“, sagte Coach Jordi Ribera.

DeutschlandSpanien 28:24 (16:9)

Deutschland: Heinevetter (1.-60. Minute/16 Paraden), Wolff n.e. – Gensheimer 8/4, Lemke, Kunkel 2, Wiede 2, Pekeler 5, Weinhold, Kneule 1, Weber 3, Fäth 1, Groetzki 1, Häfner 2, Hornke, Kühn, Kohlbacher 2, Drux 1.

Spanien: Corrales (1.-30./5 Paraden), Perez de Vargas (bei einem 7m und ab 31./6), Hernández n.e. – Ruíz, Gurbindo 2/1, Fernández Pérez, Rivera 4/1, Entrerrios, A. Dujshebaev 4, Morros, Abelló, Guardiola, Goñi 3, García 3, Balaguer 6/3, Figueras 1, Piñero, D. Dujshebaev 1.

Schiedsrichter: Nikolov/Nachevski (Mazedonien) – Strafminuten: GER 8 (2x Kühn, 2x Kohlbacher), ESP 6 (Ruíz, Morros, Goñi) – Disqualifikation: Kohlbacher (48./grobes Foul) – Siebenmeter: GER 5/4 (Gensheimer scheitert an Corrales), ESP 7/5 (Heinevetter pariert A. Dujshebaev und Balaguer) – Spielfilm: 1:0, 3:1, 5:3 (6.), 8:4, 11:6 (22.), 13:7, 16:9 – 16:12 (33.), 18:15, 20:17 (46.), 26:20, 27:21 (56.), 27:24, 28:24 – Zuschauer: 9000 in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle.

Torwart Silvio Heinevetter und Kapitän Uwe Gensheimer überzeugten elf Wochen vor der EM in Kroatien ganz besonders.

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