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Sportmix Deutschland gewinnt trotz Fehlern
Sport Sportmix Deutschland gewinnt trotz Fehlern
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23:06 22.01.2020
Von Merle Schaack
Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt, links) und Marian Michalczik (GWD Minden) kümmern sich um den tschechischen Kreisläufer Stepan Zeman. Quelle: Sascha Klahn
Wien

Viele Fehler, wenig Tore: Mit müden Beinen hat sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft im letzten Hauptrundenspiel bei der Handball-EM zu einem 26:22 (13:10)-Sieg über Tschechien geschleppt. Bei der bedeutungslosen Partie offenbarten sich erneut die Baustellen der letzten Tage.

Bundestrainer Christian Prokop hatte für die Partie die Devise „Einspielen für die Olympia-Qualifikation“ (17.-19. April) ausgegeben. „Die Mannschaft ist hungrig und möchte mit Spaß Handball spielen“, hatte er angekündigt. Doch der Hunger, den das DHB-Team noch im zum Charaktertest ausgerufenen Österreich-Spiel am Montag demonstriert hatte, war im siebten Spiel innerhalb von 14 Tagen dann offenbar doch der Handball-Übersättigung gewichen – auf beiden Seiten.

Fehler im Spielaufbau

Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehler im Spielaufbau, auch die Abwehrreihen packten nicht mit letzter Konsequenz zu. Fahrt nahm das Spiel immer dann auf, wenn Johannes Bitter Tobias Reichmann oder Johannes Golla zum Gegenstoß schickte. Aus dem erneut souverän von Philipp Weber geleiteten gebundenen Spiel aber ließ die Wurfquote der Deutschen zu wünschen übrig. Julius Kühn streute zwar einige Kreisanspiele ein, seine Würfe aufs Tor hatten jedoch eine Streuung, mit der Prokop nicht zufrieden sein konnte. Auch Uwe Gensheimer machte auf Linksaußen keine gute Figur. Nachdem er in Überzahl beim Stand von 10:8 (23.) zunächst an Martin Galia im Tor der Tschechen und direkt im Anschluss am Pfosten gescheitert war, machte er Platz für Patrick Zieker.

Liveticker zum NachlesenHandball-EM: Deutschland gewinnt gegen Tschechien 

Der läutete den Wechselreigen zu Testzwecken ein. David Schmidt durfte im rechten Rückraum internationale Erfahrung sammeln und zahlte Lehrgeld. Angesichts der wenigen Highlights verlegten sich die deutschen Fans in der Stadthalle auf ihre Lieblingsbeschäftigung seit dem Österreich-Spiel: „Jogi, Jogi“-Sprechchöre für Torwart Bitter. Anlass genug lieferte er. Insgesamt parierte der 37-Jährige („Ich spüre da keinen großen Druck mehr. Ich stelle mich hier in die Halle und spiele Handball.“) zwölf Bälle, darunter einen Siebenmeter und den Gegenstoß von Tomas Babak, womit er die Pausenführung von 13:10 festhielt.

Vorsprung schnell verpufft

Der Vorsprung war nach Wiederanpfiff allerdings binnen sechs Minuten verpufft. Zwei Galia-Paraden gegen Paul Drux und Zieker, einen Block von Pavel Horak gegen Häfner und einen Drux-Fehlpass später erzielte Stanislav Kasparek mit dem 14:13 die erste tschechische Führung seit dem 2:1 (6.). Doch auch die Vorderleute des starken Keepers Martin Galia versprühten im Angriff nur noch wenig Elan. Bezeichnend die sechs Versuche von Ondrej Zdrahala, von denen nur zwei erfolgreich waren. „Beide Mannschaften haben sich extrem schwer getan im Positionsangriff“, sagte Hendrik Pekeler nach dem Spiel. Der Kreisläufer vom THW Kiel hatte nach rund 15 Minuten eine gute Beobachter-Position auf der Bank eingenommen, sollte wegen Achillessehnenproblemen geschont werden. Sein Spiel-Fazit: „Geglänzt haben wir heute nicht. Wir haben die Partie über die Abwehr und Jogi (Bitter, d. Red.) entschieden.“

Da das Stamm-Duo im Innenblock durch den Ausfall von Patrick Wiencek (Knie) und den Schongang für Pekeler ohnehin gesprengt war, testete Prokop abwechselnd Marian Michalczik und Paul Drux im Abwehrzentrum. Auf das Pekeler/Wiencek-Niveau kamen sie nicht, sorgten aber ebenfalls in regelmäßigen Abständen für Ballgewinne, die den Abstand der bis dahin ausgeglichenen Partie ab der 50. Minute (20:18) wieder größer werden ließen. „Da war kein Feuer mehr drin, es ging ja um nichts mehr“, konstatierte Pekeler. „Wir wollten uns einfach nur noch gut aus Wien verabschieden.“ Diese Mission hat die Mannschaft erfüllt. Heute Vormittag fliegt sie gemeinsam mit den Halbfinalisten aus Spanien und Kroatien nach Stockholm, wo ab morgen die Platzierungsspiele stattfinden.

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