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Sportmix Kiel, Rostock oder Lübeck?
Sport Sportmix Kiel, Rostock oder Lübeck?
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14:49 17.03.2015
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Schleswig-Holsteins segelbegeisterte Landeshauptstadt Kiel ist als erfahrenes Segelrevier in der Favoritenrolle. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Hamburg/Kiel

Hamburg sucht das Segelrevier für mögliche Olympische Spiele 2024 in der Hansestadt. Die Frage heißt: Kiel, Rostock-Warnemünde und Lübeck-Travemünde? Favorit ist Schleswig-Holsteins segelbegeisterte Landeshauptstadt Kiel. Die selbst ernannte „Sailing City“ hat bereits zwei olympische Regatten ausgetragen. 1936 war Kiel Außenrevier Berlins, 1972 Münchens Partner. Außerdem richtet die Stadt mit der Kieler Woche jährlich die weltgrößte Regatta aus. Das gewichtigste Argument der Fördestadt aber ist der im Olympia-Zentrum in Schilksee beheimatete Bundesstützpunkt der Segel-Nationalmannschaft.

„Jetzt ist Kiel umso mehr Feuer und Flamme, die olympischen Segelwettbewerbe an die Förde zu holen. Die Stimmung ist bei den Kielerinnen und Kielern längst olympiareif“, verkündete Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Unterstützung bekommt er von Deutschlands zweimaligem Segler des Jahres, dem Laser-WM-Vierten Philipp Buhl: „Der Bundesleistungsstützpunkt ist in Kiel aufgebaut worden und sollte dort weiterentwickelt werden. Das Kieler Revier hat oft genug Weltklasse bewiesen.“

Leicht machen die Rivalen Rostock und Lübeck dem Favoriten Kiel das Rennen aber nicht. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling stellte klar: „Wir wollen und wir können Olympia.“ Nicht wenige Segler sehen das auch so. „Rostock-Warnemünde hat schon deshalb einen großen Vorteil, weil es die besten Attribute beider Rivalen in sich vereint: den Leistungssport-Ansatz Kiels und den Charme von Lübeck-Travemünde“, sagte Alexander Schlonski, WM-Vierter im Starboot 2009. Rostock verfügt über ein offenes Seerevier, das bei vielen Seglern als schönstes der Republik gilt.

Für den Standort Lübeck spricht sich Laser-Ass Simon Grotelüschen aus. „Der enge Kontakt zum Land und zu den Stränden ist für die Fans ein großes Plus. Das Revier ist eine Perle und hat zu Hamburg die kürzeste Anbindung“, argumentierte der Olympia-Sechste. Wie Kiel können auch die Konkurrenten mit der Travemünder Woche und der Warnemünder Woche viel Erfahrung in Sachen Segelevents in die Waagschale werfen.

Die Kieler haben mit dem Olympia-Stützpunkt Schilksee und dem Marineflieger-Areal in Holtenau gleich zwei mögliche Segelzentren ins Auge gefasst, über die ein Bürgerentscheid abstimmen soll. Erst dann will die Stadt die Kosten ermitteln. Ein Komplett-Neubau in Holtenau würde eine dreistellige Millionensumme verschlingen.

Warnemünde geht von Neubauten in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro aus. Das Olympische Dorf auf der Mittelmole soll später rund 300 Miet- und Eigentumswohnungen bieten. Travemünde erhält ein ohnehin geplantes, privat finanziertes Feriendorf auf dem Priwall, das als Olympisches Dorf genutzt werden kann. Dort wäre das preiswerteste Olympia-Segeln möglich.

Deutschlands Segel-Guru Jochen Schümann schwankt: „Warnemünde ist besser zum Segeln, aber bei Olympischen Spielen geht es um mehr als nur um den puren Sport. Kiel ist dichter, hat schon zwei olympische Regatten ausgerichtet und einen Olympia-Hafen. Ich denke, die Entscheidung wird wohl zwischen Kiel und Rostock fallen“, sagte der dreimalige Olympiasieger.

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