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Sportmix „Feuervogel“ Zsolt Erdei fürchtet nur eine Bronchitis
Sport Sportmix „Feuervogel“ Zsolt Erdei fürchtet nur eine Bronchitis
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19:17 29.10.2009
Hamburg

Hamburg - Sekundenbruchteile geben beim Boxen den Ausschlag über den Sieg. Der Weg dahin dauert Trainingsewigkeiten. Zsolt Erdei und Vitali Tajbert befinden sich bereits auf der Zielgeraden ihrer Vorbereitung: In drei Wochen wollen sie in der Kieler Sparkassen-Arena im Rahmen der „Universum Champions Night“ ihr Weltklasse-Format beweisen.

Von außen ist es nur eine einfache Halle in einem Hamburger Hinterhof. Drinnen jedoch riecht es nach Geschichte. Das Wandsbeker Trainings-Gym ist seit 25 Jahren Herzstück des weltberühmten Universum Box-Stalls. Auch Donnerstagvormittag fließt der Schweiß quasi in jeder Ecke. Wohin das Auge blickt: Welt- und Europameister aller Klassen. Auch im zentralen Haupt-Ring tänzelt gerade so einer. Es ist der Ungar Zsolt „Feuervogel“ Erdei, dessen fast unsichtbar schnelle Jabs, diese gefährlich abrupt geschlagenen Geraden, wieder und wieder auf die Sparringhandschuhe von Trainer-Legende Fritz Sdunek knallen.

Sdunek beeindruckt das nicht. Der 62-Jährige hat auf diesen Quadratmetern schon Weltmeistern wie Dariusz Michalczewski, Ralf Rocchigiani, Istvan Kovacs, Ahmed Kotiev, Karoly Balzsay und auch den Klitschko-Brüdern die Leviten gelesen.

Jetzt ist Erdei dran. Am Sonnabend, 21. November, steht er in Kiel vor einer außergewöhnlichen Aufgabe. Weil gegen den amtierenden WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht niemand mehr kämpfen will - 30 Siege in 30 Kämpfen (17 K.o.'s) und zwölf erfolgreiche Titelverteidigungen in sechs Jahren hinterließen bei der Konkurrenz Spuren - versucht sich der Ungar jetzt erstmals im nächsthöheren Cruiser-Gewicht. „Ich habe im Boxen eigentlich schon alles erlebt und alles gewonnen“, sagt Erdei, „aber das Ding in Kiel zu gewinnen, das wäre der Hammer“.

Gegner wird der italienische WBC-Weltmeister Giacobbe Fragomeni (26-1-1(10)) sein. „Ein unbequemer Mann“, sagt Erdei, der Ungeschlagene, „sehr kompakt, schwer zu knacken. Man muss ihn sich vom Leibe halten.“ Ernsthafte Sorgen jedoch macht sich der offen-sympathische 35-Jährige nicht. „Fragomeni ist zu langsam“, sagt Erdei und grinst breit. Das darf man, wenn man einen der schnellsten Jabs der Welt schlägt.

Kritik an seinem Stil berührt den Weltmeister schon eher. „Ich bin von vielen Seiten attackiert worden“, klagt Erdei, der als exzellenter, pfeilschneller Techniker gilt. Manche sagen, er zerlege seine Gegner wie ein Ingenieur. „Die Zuschauer wollen Blut sehen, einigen ist meine Art nicht spektakulär genug.“ Richtig ist: Ein Sieg ist ihm wichtiger als ein K.o.. Ein Niederschlag sei allenfalls „die Sahne auf der Torte“.

Dabei ist auch Erdei schon „in der Hölle gewesen“. Im Oktober 2005 kämpfte er in Halle unter großen Schmerzen gegen den Franzosen MehdiSahnoune. Als ihn seine Trainer nach dem unfassbaren Willenssieg in der zwölften Runde drückten und ihn die Höhe hoben, schrie Erdei wie am Spieß. Erst eineinhalb Jahre später stellte sich heraus, dass der Meister mit frisch gebrochener Rippe angetreten war.

Sorgen macht sich Erdei nur um seinen dreijährigen Sohn Viktor, dessen Bronchitis die Nächte derzeit empfindlich verkürzen. Dass er sich in der alles entscheidenden Trainingsphase anstecken könnte, fürchtet Papa Zsolt nicht. Die Begründung made in Ungarn: „In Brennesseln schlägt der Blitz nicht ein.“

Der Stuttgarter Vitali Tajbert wird bei der Kieler Box-Gala den zweiten Hauptkampf bestreiten. Die Nummer drei der WBC-Weltrangliste im Superfedergewicht trifft bei seiner ersten Chance auf einen WM-Titel auf den mexikanischen WBC-Interim-Weltmeister Humberto Mauro Gutierrez (26-1-1(19)).

Universum Champions Night, Sonnabend, 21. November, Sparkassen-Arena, live im ZDF ab 23.15 Uhr. Tickets: Tel. 040/69655959 (Universum), Tel. 0180/5570000 (CTS Eventim; 0,14 Euro/Minute), www.boxing.de

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