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Sportmix Flurfunk aus dem Deutschen Haus
Sport Sportmix Flurfunk aus dem Deutschen Haus
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18:59 04.08.2012
Von Benjamin Kraus
Täglich berichten Tobias Klingen und Benjamin Kraus aus dem Deutschen Haus in London. Unter den Journalisten hat sich inzwischen Trash-Talk eingestellt. Quelle: dpa
London

„Ist das jetzt der Grand Prix?“, fragte eben Jens Behler, Social-Media-Koordinator des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Richtung Fernsehmonitor, wo nicht die Formel-1, sondern die Übertragung des Dressurreitens lief. Weil die ARD gerade Helen Langehanenberg einblendete, dessen Pferd so heißt wie ein früherer britischer Rennfahrer, antwortete ich: „Klar, Damon Hill ist am Start“ – woraufhin mein Blog-Kollege Tobias trocken ergänzte: „Nur ein PS.“ Angesichts solcher Gespräche brachte es Jörg Stratmann, Chefredakteur der DOSB-Medien – mit einem kleinen augenzwinkernden Seitenhieb auf den Nachnamen des Chefredakteurs Sportkommunikation der Medienfabrik Gütersloh – auf den Punkt: „Die Stimmung ist auf dem Siedenhans.“

Die Kieler Nachrichten und die Segeberger Zeitung berichten live von den Spielen der XXX. Olympiade in London 2012. Die Fotos des Tages (04.08.2012) sind in dieser Bildergalerie zusammengefasst.

No Jokes with Names: eigentlich ein journalistischer Grundsatz, dessen Einhaltung aber schwer fällt angesichts der chinesischen Tischtennis-Spielerin Miao Miao oder ihres Landsmannes Dong Dong, der bezeichnenderweise im Trampolinspringen siegte. Ich darf den besagten Grundsatz aber mal außer Acht lassen, weil ich inzwischen selbst Opfer dieser Nummer geworden bin.

„Der Kraus ist raus“, rief Tobias neulich jubelnd, als er mir ein Foto von Deutschland-Achter-Goldmedaillengewinner Maximilian Reinelt aus Ulm präsentierte, das auch ihn und – ganz wichtig – den Mini-Kegel zeigt, der ihn als Angehöriger seines Kegelclubs identifiziert. Damit muss ich zähneknirschend einräumen, dass er eine Wette gewonnen hat – wobei mir ja glücklicherweise noch eine Woche Zeit bleibt, diese Aktion zu toppen.

Zunächst einmal habe ich mich über einen Foto-Schnappschuss amüsiert, der Tobias konzentriert bei der Arbeit zeigt – aber nur auf den ersten Blick. Er steht direkt vor dem Podium im Pressekonferenzraum und dreht seinen Kopf so, dass er dem neben ihm stehenden Michael Vesper, Chef de Mission des DOSB, zuhören kann. Dadurch sieht es aber so aus, als spräche Tobias mit dem leeren Stuhl, der vor ihm steht. Wäre auch mal ein neuer Ansatz, nachdem ein Kollege dieser Zeitung einst ein Interview mit einem Pferd geführt haben soll und das Tier definitiv nicht mit einem Rennfahrer verwechselte. Trotz des delikaten Tagesthemas der abgereisten Ruderin Nadja Drygalla, deren Freund ein Neonazi sein soll, konnte mir Tobias aber glaubhaft versichern, dass der Stuhl im Gespräch definitiv in kein Fettnäpfchen trat.