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Sportmix Gegen Braunschweig nichts zu verlieren
Sport Sportmix Gegen Braunschweig nichts zu verlieren
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10:24 02.08.2019
Von Niklas Schomburg
Auf die Kieler Verteidiger Victor Ferrier (re.) und Darin Hungerford (li.) kommt gegen die New Yorker Lions Braunschweig jede Menge Arbeit zu. Quelle: Sonja Paar
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Kiel

„Den Spielplan kannten wir ja vorher – aber klar: Diese vier Spiele sind hart“, sagt Canes-Headcoach Timo Zorn, der sich dennoch auf den Vergleich mit dem Rekordmeister, der im letzten Jahr erstmals seit 2012 den German Bowl verpasst hatte, freut. „Wir wollen uns immer mit den Besten messen.“

Und zu den Besten gehören die Brauschweiger ohne Zweifel. „Sie sind individuell top-besetzt, haben ein unglaublich starkes Laufspiel, ein sehr akkurates Passspiel und eine starke Verteidigung“, zählt Zorn auf. „Das wird wie in Hildesheim ein sehr physisches, anstrengendes Spiel.“ Hinter den Schwäbisch Hall Unicorns aus der Südstaffel und den Hildesheim Invaders stellen die Lions die drittbeste Offensive der Liga, erzielen pro Spiel im Schnitt mehr als 35 Punkte. Getragen wird der Angriff nicht zuletzt von einem alten Bekannten: Running Back Christopher McClendon lief in der Saison 2017 im Canes-Trikot zum Liga-Bestwert von beeindruckenden 2312 Yards in 14 Spielen (Spieldurchschnitt: 165) und wechselte anschließend nach Braunschweig.

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Fortschritt von Woche zu Woche

„Wir wissen natürlich, was mit Chris auf uns zukommt – schließlich haben wir ihn nicht nur auf Video gesehen, sondern zwei Jahre lang hautnah erlebt“, sagt der Kieler Coach. Umso schwerer wiegt das angesichts der Kieler Schwächen in der Defense Line. „Uns fehlen einige GFL-erfahrene, dominante Spieler der vergangenen Jahre“, gibt Zorn zu, lässt aber nichts auf seine schweren Jungs in Offense und Defense Line kommen. „Die fehlende Wettbewerbserfahrung kommt nur durch Spiele. Wir müssen weitermachen, lernen, uns entwickeln. Ich sehe den Fortschritt von Woche zu Woche, und wir müssen diesen Prozess einfach weiterführen“, erklärt der 33-Jährige und attestiert seinem gesamten Team „eine sehr positive Grundstimmung und eine sehr gute Arbeitseinstellung“. In der O-Line ist zudem die Personalsituation durch die Rückkehr des zuletzt verletzten Marvin Panienka wieder entspannter.

Auch und vor allem gegen Braunschweig wird es entscheidend sein, wie die Grabenkämpfe in den sogenannten „Trenches“ zwischen den gegnerischen Linien ausgehen. „Wir wollen mithalten“, sagt Zorn. „Wir treten schließlich nicht an, um uns überrollen zu lassen.“ Schon gar nicht vor den eigenen Fans. „Unsere Heimspiele sind immer etwas Besonderes, die Stimmung ist fantastisch. Und da wollen wir natürlich extra-gut aussehen.“ Ohnehin haben die Canes am Sonnabend kaum etwas zu verlieren. „Der Weg ist das Ziel. Wir haben gegen Potsdam ein wichtiges Unentschieden geholt, andere Spiele auch durch dumme Fehler abgegeben“, sagt Zorn. „Daraus müssen wir lernen und dürfen diese Fehler nicht wiederholen. Auch gegen Braunschweig haben wir einen Plan und setzen alles daran, dass der entsprechend aufgeht.“

Mit aller Macht dagegenhalten

Die Canes wollen sich steigern. Zum Beispiel den höchsten Ballbesitzanteil der Liga in neue erste Versuche (zweitschlechtester Liga-Wert) und vor allem Punkte (Platz zwölf von 16) ummünzen. „Der Ballbesitz zeigt, dass wir ja in der Lage sind, das Spiel an uns zu ziehen und das Tempo zu bestimmen – wir machen nur zu selten den nächsten Schritt“, sagt Zorn. „In Hildesheim war die Offensive zu Beginn auch sehr gut, und wir haben es leider nicht durchgehalten. Gegen Braunschweig müssen wir die Jungs wieder in gute Positionen bringen und werden mit aller Macht dagegenhalten.“

Anfahrt zum Stadion: Unbedingt ohne Auto!

Wegen der Sperrung des Hasseldieksdammer Wegs ist den Besuchern des Spiels noch eindrücklicher als sonst geraten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß anzureisen. Auch der ÖPNV ist aber eingeschränkt: Die Buslinien 31 und 91, die normalerweise den Hasseldieksdammer Weg befahren, werden umgeleitet. Die nächstgelegenen Haltestellen sind „Hassedieksdammer Weg“ und die Ersatzhaltestelle Virchowstraße, beide an der Kreuzung Westring/Hasseldieksdammer Weg.

Jürgen Schinke 28.07.2019
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