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Sportmix Der EM-Zirkus zieht weiter
Sport Sportmix Der EM-Zirkus zieht weiter
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20:20 23.01.2020
Von Merle Schaack
Nach Stationen in Trondheim und Wien ging es für die Deutsche Nationalmannschaft mit Torwart Johannes Bitter (links) und DHB-Vorstand Sport Axel Kromer am Donnerstag zum Abschluss der Handball-EM nach Stockholm. Quelle: Sascha Klahn
Stockholm

13.15 Uhr, Flughafen Arlanda, Ankunftsbereich. Domagoj Duvnjak scherzt mit Patrick Wiencek, Uwe Gensheimer plauscht mit Gedeon Guardiola. Kroaten, Spanier und Deutsche kennen sich aus der Bundesliga, und so wirkt der gemeinsame Umzug nach Stockholm beim kollektiven Warten aufs Gepäck ein bisschen wie eine Klassenreise. Für die Deutschen ist es eine Pflichtveranstaltung, die anderen beiden Nationen können die Gelegenheit für eine große Titel-Party kaum erwarten.

Deutsche trauern freien Tagen nach

Nur um den Trostpreis spielt die deutsche Mannschaft. Am Sonnabend (16 Uhr) trifft sie im Spiel um Platz fünf auf Portugal. Das DHB-Team trat die Reise mit gemischten Gefühlen an. Auf der Haben-Seite die Chance auf einen weiteren Test für die EM-Qualifikation und eine gute Platzierung im Endklassement.

Auf der anderen Seite eine Reise mehr, die die Pause bis zum Liga-Start in rund einer Woche weiter verkürzt. „Das sind einfach vier Tage, die flöten gehen. Diese vier Tage hätte ich auch gut und gerne Pause gehabt, eine handballfreie Zeit“, sagt Hendrik Pekeler vom THW Kiel, der sich durch die hohe Belastung mit Achillessehnenproblemen plagt.

Canellas wünscht sich einen Ruhetag mehr

Am Freitag können Deutsche und Portugiesen, die sich erst am Sonnabend im Spiel um Platz 5 von der EM verabschieden, noch pausieren, die Halbfinalisten (Norwegen trifft um 18 Uhr auf Kroatien, Spanien um 20.30 Uhr auf Slowenien) müssen indes schon am Abend wieder ran. Nach dem letzten Hauptrundenspiel in Wien äußerte der spanische Ex-THW-Profi Joan Canellas deshalb Kritik am Spielplan. „Nach dem letzten Vorrundenspiel in Trondheim hatten wir einen Reisetag und zusätzlich einen Ruhetag vor dem Start der Hauptrunde in Wien. Vor einem wichtigen Spiel wie dem Halbfinale ist der Regenerationstag gleichzeitig der Reisetag. Das verstehe ich nicht“, sagte er. „Mir wäre es lieber, wir wären direkt nach dem letzten Hauptrundenspiel nach Stockholm geflogen und hätten einen ganzen Tag zur Regeneration und Vorbereitung aufs Halbfinale gehabt.“

Die Spanier sind neben den Deutschen auch die einzige Mannschaft, die im Turnierverlauf alle drei Ausrichterländer bereist. „Drei Länder in zwei Wochen, das ist schon komisch“, sagte Canellas. „Das sind weite Reisen – wie letztes Jahr bei der WM in Deutschland und Dänemark auch. Natürlich hat es wirtschaftlich Vorteile, ein Turnier in drei Ländern auszutragen. Aber die Organisatoren sollten ein bisschen mehr an uns Spieler denken. Für uns ist das nicht so gut.“

Spanier befürchten Nachteil

Der frühere Kieler Rückraumspieler Canellas befürchtet zudem einen Nachteil im Halbfinale gegen Slowenien. „Wir werden gegen eine Mannschaft spielen, die das letzte Spiel in Malmö hatte und weniger weit reisen musste. Aber wir können nichts machen, also konzentrieren wir uns einfach auf uns.“

Die Europäische Handballföderation (EHF) erklärte die Ansetzung der Halbfinals mit der Macht der Gewohnheit. Seit 2012 sei es gang und gäbe, die Halbfinals zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspieltag auszutragen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage von KN-online und verwies auf die Tatsache, dass man den Spielplan erstmals überhaupt explizit um Ruhetage ergänzt habe. „Das ist eine Reaktion auf die Belastungsdebatte. Und es steht außer Frage, dass wir einen Charterflug organisiert haben, um Reisestrapazen und Reisezeit für die Mannschaften so gering wie möglich zu halten.“

Duvnjak: "Spielt keine Rolle"

Andere Spieler, wie zum Beispiel Domagoj Duvnjak, machen sich über das Reiseprogramm überhaupt keine Gedanken. „Das spielt keine Rolle, wir sind Sportler und sehen sowieso nur Halle und Hotel“, sagt der Kroate.

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