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Sportmix Jetzt wartet Norwegen in Hamburg
Sport Sportmix Jetzt wartet Norwegen in Hamburg
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09:17 24.01.2019
Von Tamo Schwarz
Das DHB-Team feiert den Sieg gegen Spanien. Quelle: Marius Becker /dpa
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Köln

Das zweite Semifinale bestreiten Frankreich und Dänemark. „Danke, Köln! Wir wollten uns mit einem guten Gefühl verabschieden“, sagte Bundestrainer Christian Prokop nach der Partie. Was für eine Geste! DHB-Vize Bob Hanning, Sportvorstand Axel Kromer, Betreuer, Physios und Teamarzt Prof. Dr. Kurt Steuer tragen vor dem Köln-Abschied-Match gegen Spanien Trikots mit der Nummer 19. Ein Team! Der verletzte und operierte Martin Strobel ist so also doch noch dabei.

Sportlich geht es um nichts mehr. Deutschland steht im Halbfinale, Frankreich verliert gegen Kroatien, Deutschland ist so gut wie Gruppensieger. Das gibt Kraft, gibt Raum für die so genannte „zweite Reihe“. Und wer macht das erste Tor der Deutschen? Rechtsaußen Patrick Groetzki, an dem die WM bisher komplett vorbei lief (1:1/3.). Der bisher wenig eingesetzte Finn Lemke bildet zuerst mit Patrick Wiencek (6:0-Formation), dann mit Hendrik Pekeler (3:2:1) den Deckungsverbund. Fabian Wiede macht nach einem Querschläger im rechten Rückraum da weiter, wo er gegen Kroatien aufgehört hat.

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WM-Debüt von Tim Suton

Und nach 11:20 Minuten feiert Tim Suton sein WM-Debüt. 22 Jahre alt, TBV Lemgo Lippe, direkt vom Sofa auf den Weltmeisterschafts-Laufsteg. Im Spiel wogt die Brandung von einer Seite auf die andere. Zu halten ist da nicht viel. Besonders Kielces flinker Linksaußen Angel Fernandez und sein Pendant auf der anderen Seite, der bei diesen Titelkämpfen heftig aufspielende Ferran Solé (Toulous), sowie das intelligente Spiel der Iberer über den Kreis tun der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop mächtig weh. Silvio Heinevetter ersetzt früh Andreas Wolff im Tor, Matthias Musche (für Uwe Gensheimer) und Fabian Böhm (für Steffen Fäth) kommen nach einer Viertelstunde auch ins Spiel. Und dann reibt sich der Betrachter einmal kurz die Augen: Auf einmal bilden Tim Suton, Fabian Böhm und Kai Häfner den deutschen Rückraum. Fabian Böhm muss sich da nicht kneifen: „Nein, warum? Ich traue hier allen alles zu.“

Dieser Rückraum hat ziemliche Chuzpe. Suton geht ins Eins-gegen-Eins, als wäre die WM für ihn schon zwei Wochen alt (Gensheimer: „Chapeau! Er wurde ins kalte Wasser geworfen und zeigt vor 19000 eine Top-Leistung“). Böhm trifft unverfroren dreimal bis zur Pause (17:16). Im zweiten Abschnitt ist es sein Hannoveraner Teamkollege Häfner, der Akzente setzt. Wie ein Schlangenmensch windet sich Suton dann um Barcelona-Star Raul Entrerrios und den PSG-Riesen Viran Morros (23:19/41.). Aber Spanien hält Anschluss, bleibt unangenehm. Das Spiel entscheidet sich erst in der Schlussphase. Dreimal in Folge wird Jannik Kohlbacher mustergültig am Kreis freigespielt, trifft zum 29:27 (55.), 30:28 (58.) und 31:29 (60.) nach einer tollen Parade Silvio Heinevetters gegen Viran Morros. Wieder ein Sieg, wieder Party in der Lanxess Arena. Die deutsche Mannschaft schwimmt auf einer Welle. Jetzt ist alles möglich.

Facebook live heute um 18.30 Uhr

Deutschland steht im Halbfinale der Handball-Weltmeisterschaft 2019. Eine Medaille ist greifbar nah. Diskutieren Sie mit uns live über die Nationalmannschaft und die Handball-WM. Am Donnerstag um 18.30 Uhr im Livestream auf der Facebookseite der Kieler Nachrichten. Um 18.30 Uhr melden sich KN-Redakteur Tamo Schwarz und sein Kollege Sascha Staat live aus Hamburg und beantworten alle Fragen zum Halbfinalgegner Norwegen, zu den Chancen auf der "Road to Herning" oder der Performance der Zebras vom Handball-Rekordmeister THW Kiel im Medaillenrennen.

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Handball-WM 2019: Deutschland gegen Spanien
Merle Schaack 24.01.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 23.01.2019
Tamo Schwarz 23.01.2019