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Sportmix Angola demütigt Katar
Sport Sportmix Angola demütigt Katar
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20:28 11.01.2019
Von Merle Schaack
Evaldo Ferreira (hinten) und Manuel Nascimento spielten Katar schwindelig. Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Kopenhagen

Wie das Handball-Wunder zustande kam, konnte von den Beteiligten zunächst keiner erklären. Spieler und Trainer tanzten jubelnd vom Feld. Englisch? Fehlanzeige.

Fast alle sind als Profis in der heimischen Liga für Klubs in der Hauptstadt Luanda aktiv. Der Großteil für Primeiro de Agosto, ebenfalls unter ihrem Nationaltrainer. Nur Edvaldo Ferreira spielt in Ägypten und spricht etwas Französisch. Der 28-Jährige machte deutlich, dass der Auftritt gegen Katar kein Strohfeuer sein soll. „Wir wollen Angola in die Welt hinaus tragen“, sagte er. „Dafür war es wichtig, dass wir gut in das Turnier starten.“

Katar ohne Teamgeist

Was zu Beginn der Partie in Kopenhagen kaum 150 Zuschauer interessierte, entwickelte sich zu einem Heimspiel für die Afrikaner. Mit viel Tempo, Teamgeist und Sprungkraft ließen sie die Katari von Trainer Valero Rivera („Unser schlechtestes Spiel seit fünf Jahren. Wir waren keine Mannschaft“) uninspiriert und langsam aussehen. Die Sympathien des vor dem Abendspiel der Schweden in der Royal Arena zum großen Teil in Blau-Gelb gekleideten Publikums waren schnell verteilt: Gegen das katarische Team, das sich mit einer Einkaufs- und Einbürgerungs-Offensive von ausländischen Spielern vor der Heim-WM 2015 den Ruf einer Söldner-Truppe erworben hat. Für den Underdog.

Angola will Geschichte schreiben

Um bei der WM zum ersten Mal besser als mit dem 20. Platz abzuschneiden, hat Angola keine Mühe gescheut. Einen Monat trainierten die Spieler gemeinsam in der Heimat. Ferreira stieß erst zum zehntägigen Abschlusstrainingslager in Polen dazu. Der Lohn: Der zweite WM-Sieg in der Geschichte des Landes nach 2005 (gegen Kanada). „Wir wollen uns nicht mehr so einfach besiegen lassen“, sagt auch Torhüter Custodio Gouveia.

Und für Sportjournalist Geraldo Quiala, der die Mannschaft als Team-Manager begleitet, ist klar: "Angola kann noch mehr Mannschaften überraschen. Wir wollen Geschichte schreiben." Für Katar, das bei den beiden vergangenen Weltmeisterschaften Deutschland nach Hause geschickt hatte, kam diese Warnung zu spät.

Der spontane Kurzurlaub des ausgebooteten Handball-Nationalspielers Tobias Reichmann sorgt weiterhin für Wirbel - und war auch Thema der Pressekonferenz vor dem nächsten WM-Spiel gegen Brasilien.

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