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Sportmix Bad Boys mit Bowling und Pantomime
Sport Sportmix Bad Boys mit Bowling und Pantomime
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19:28 03.01.2019
Von Tamo Schwarz
Bundestrainer Christian Prokop (Mitte) und sein verlängerter Arm, Kapitän Uwe Gensheimer (links). Quelle: Sascha Klahn
Hamburg

Gelassenheit am Stadtrand von Hamburg. Inmitten des Alstertaler Naturschutzgebietes im Hotel Treudelberg hofft Handball-Bundestrainer Christian Prokop am Donnerstag auf das finale „WM-Feeling“. Der Countdown läuft, in einer Woche beginnt für die deutsche Nationalmannschaft in Berlin die Heim-Weltmeisterschaft. Zuvor stehen zwei Testspiele auf dem Programm: heute (16.15 Uhr/ARD) in Hannover gegen Tschechien und am Sonntag (14 Uhr/Liveticker auf KN-Online) in Kiel gegen Argentinien. In Kiel will Prokop schließlich auch seinen endgültigen, 16-köpfigen WM-Kader benennen.

Vor den Tests in der Hannoveraner Tui Arena (ausverkauft) und in der Kieler Sparkassen-Arena (am Donnerstag mehr als 9000 Tickets verkauft) spürt Kiels Nationalspieler Steffen Weinhold eine „Euphorie, wenn auch noch keine Anspannung“. Zwei der 18 Akteure werden am Sonntag noch aussortiert. Das treibe, so Kapitän Uwe Gensheimer, die „Intensität im Training“ an. „Man versucht, in den Kopf des Trainers zu schauen. Aber tauschen möchte ich mit ihm nicht.“ Spätestens nach der Partie in Kiel gegen Argentinien will sich der 40-jährige Bundestrainer auf die 16 Spieler festlegen, die ein Ticket für den WM-Zug nach Berlin bekommen.

Noch sind es 18, die am Mittwoch im Norden Hamburgs ihr Quartier mit Blick auf einen Golfplatz bezogen haben, um in die letzte Phase der WM-Vorbereitung zu starten. Nach dem „Eintauchen in den WM-Tunnel“ (Prokop) beim Kurzlehrgang im Dezember in Rostock und dem „Einlassen auf den inneren Zirkel“ vor dem Jahreswechsel in Barsinghausen steht nun der taktische Feinschliff unter Wettkampfbedingungen auf dem Programm. „Dabei“, so Prokop, „geht es auch um eine Balance aus Fokussierung und Lockerheit“.

Teambuilding mit Bowling und Pantomime

Beim Bowling in Barsinghausen hatte sich der Berliner Linkshänder Fabian Wiede als effektivster Strike-Jäger erwiesen. In der noblen Landhausherberge in Hamburg mussten Gensheimer und Co. am Mittwochabend in einigen Runden pantomimisch ihre Angst vor der Blamage überwinden. Spaß, der zusammenschweißt. Beide Seiten sind nach der verkorksten EM in Kroatien Anfang 2018 aufeinander zugegangen, Bundestrainer Prokop misst der Expertise seiner (erfahrenen) Schützlinge eine größere Bedeutung bei, die Spieler fühlen sich ernstgenommen, einbezogen. „Christian (Prokop, d. Red.) versucht noch mehr, ein Team zu formen“, sagt Kiels Abwehrstratege Hendrik Pekeler. „Und er bringt mehr Spaß rein.“

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Für Christian Prokop und seinen Assistenten Alexander Haase wird das bundesdeutsche Personal-Puzzle vor den Titelkämpfen in Deutschland und Dänemark bis Sonntag noch für schlaflose Nächte sorgen. Bei der Entscheidung, welche zwei Spieler zu Hause bleiben müssen, wird es laut Prokop neben der Leistung auch um taktische Überlegungen wie die doppelte oder gar dreifache Besetzung einer Position gehen. „Das große Ziel ist es, das stärkste Team zu stellen“, betonte der Bundestrainer und schob am Beispiel des linken Rückraumes gleich eine Erklärung hinterher: „Steffen Fäth sorgt für Druck und einfache Tore, Fabian Böhm ist ein Allrounder und Kämpfer. Jeder für sich ist in der internationalen Spitze etwas hinten dran, aber als Team ist die Position richtig stark besetzt.“

Unabhängig davon, mit welchen 16 Spielern die DHB-Auswahl am kommenden Dienstag nach zwei Nächten im heimischen Bett zur Vorrunde nach Berlin reist – die weitere WM-Route ist klar definiert: Über die Hauptrunde in Köln soll es zum Halbfinale nach Hamburg und von dort zum Medaillenkampf ins dänische Herning gehen. „Natürlich ist das Ziel, wieder hierher zu kommen“, sagte Prokop in Hamburg. „Hamburg“, lautete ohnehin das einhellige Ziel. Dem schlug der Kieler Steffen Weinhold ein Schnippchen. „Mein Ziel? Herning.“ Schließlich weiß der 32-Jährige: Die vier Halbfinalisten, die es am Ende nach Hamburg schaffen, werden in jedem Fall auch in Herning um die Medaillen spielen. Um Gold oder Bronze.

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