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Sportmix WM-Probe mit Nebengeräuschen
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Handball-WM - DHB-Team vor Proben-Auftakt mit Nebengeräuschen

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17:11 05.01.2021
Von Merle Schaack
Mit 19 Spielern an Bord flog der DHB-Tross gestern nach einer weiteren Trainingseinheit in Düsseldorf-Neuss zum ersten von zwei EM-Qualifikationsspielen gegen Österreich nach Graz. Rückraumspieler Marian Michalczik blieb nach einer Augenverletzung im Training jedoch in Deutschland.
Mit 19 Spielern an Bord flog der DHB-Tross gestern nach einer weiteren Trainingseinheit in Düsseldorf-Neuss zum ersten von zwei EM-Qualifikationsspielen gegen Österreich nach Graz. Rückraumspieler Marian Michalczik blieb nach einer Augenverletzung im Training jedoch in Deutschland. Quelle: Sascha Klahn
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Graz

Die Deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die erste Etappe ihrer Reise Richtung Weltmeisterschaft in Ägypten (13. – 31. Januar) angetreten. Gestern Nachmittag hob das DHB-Team mit einer Chartermaschine in Düsseldorf ab, landete im österreichischen Graz, wo heute (13.45 Uhr, ZDF) das erste von zwei EM-Qualifikationsspielen gegen die österreichische Auswahl auf dem Programm stehen.

Die Personalsorgen von Bundestrainer Alfred Gislason werden indes nicht kleiner: Rückraumspieler Marian Michalczik blieb aufgrund einer im Training erlittenen Augenverletzung zu Hause.

Gislason hofft Freitag auf Michalczik-Rückkehr

Ein weiterer Rückschlag für die Nationalmannschaft, die aufgrund zahlreicher Verletzungen und persönlich bedingter Absagen vor dem Turnier in Ägypten völlig neu zusammengewürfelt ist. Beim DHB hofft man, dass der Berliner Michalczik am Freitag wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Dennoch verpasst der 23-Jährige eine von nur zwei Möglichkeiten, sich mit der Mannschaft vor dem ersten WM-Auftritt einzuspielen.

Mit welchen 16 Akteuren die Deutschen in Graz antreten, wird Alfred Gislason erst in der technischen Besprechung heute Vormittag festlegen. Die Marschroute für die Partien gegen Österreich, von denen die zweite am Sonntag in Köln stattfindet, gab DHB-Kapitän Uwe Gensheimer vor: „Wir müssen die Zeit gut wie möglich nutzen, um Sicherheit in unser Spiel zu bekommen. Auf dem Feld sollte niemand mehr nachdenken müssen, sondern mit Vollgas auf die Hütte gehen. Wir dürfen nicht mehr lange überlegen, wer für wen zuständig ist.“

Hanning verteidigt WM-Organisatoren

Während das Personal-Puzzle beim DHB das sportliche Dauerthema ist, sorgt auch die Organisation der WM in der Pandemie weiterhin für Diskussionsstoff. Gestern reagierte DHB-Vizepräsident Bob Hanning auf die Kritik des Erlanger Aufsichtsratschefs Carsten Bissel („Die angebliche Blase in Kairo ist ein Witz“) und sagte in einem Interview mit dem RBB: „Ich denke immer wieder: Ich weiß nicht, woher wir die Arroganz nehmen, dass wir das alles besser können als andere Länder. Damit tue ich mich sehr schwer. Ich finde das sehr hart, so etwas ständig zu behaupten.“

Der 52-Jährige, der am Dienstag gemeinsam mit der Mannschaft nach Kairo fliegen wird, gab sich zehn Tage vor dem Auftaktspiel der Deutschen gegen Uruguay gelassen. „Ich bin sehr positiv gestimmt auf das, was kommen wird. Sollten wir feststellen, dass es so nicht funktioniert, haben wir immer noch die Möglichkeit, zu reagieren.“

20-prozentige Zuschauer-Auslastung geplant

Die deutsche Mannschaft spielt ihre Vorrunde in der 4500 Zuschauer fassenden Halle in Gizeh, die kürzlich nach dem ägyptischen Weltverbandspräsidenten Hassan Moustafa benannt worden ist. Am Montag teilte die mit dem Ticketing beauftragte Agentur Tazkarti mit, 20 Prozent der Tickets für die Spiele in den Verkauf geben zu wollen. Zuvor hatten die Ausrichter von einer Auslastung von 30 Prozent gesprochen. Nach dem aktuellen Konzept können 900 Fans bei den Spielen der Deutschen dabei sein.

Sagosen: Zuschauerpläne "peinlich"

Der norwegische Superstar Sander Sagosen vom THW Kiel hat für die Zuschauerpläne kein Verständnis. „Ich finde, das ist absolut peinlich. So wie die Welt gerade aussieht... und da wollen sie Zuschauer dabei haben“, sagte er der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. Der Weltverband IHF denke „mehr an die Finanzen als an die Gesundheit der Spieler“, ergänzte der 25-Jährige. „Ich denke einfach, man muss erkennen, dass es im Moment mit Publikum zu dumm ist.“

Verwirrung um Mikkel-Hansen-Interview

Das Zuschauer-Thema sorgte auch bei Titelverteidiger Dänemark für Wirbel. Auslöser war ein in der „Jyllands-Posten“ veröffentlichtes Interview mit Superstar Mikkel Hansen. Es enthielt Aussagen des ehemaligen Welthandballers, die den Eindruck erweckten, er würde seine Teilnahme an der WM möglicherweise noch absagen, wenn Zuschauer zugelassen würden.

Später stellte sich heraus, dass das Interview bereits Mitte Dezember geführt worden war und Hansen sich mittlerweile gegen eine Absage entschieden hat. Das stellte sein Trainer Nikolaj Jacobsen in der Zeitung „Ekstrabladet“ klar. „Wir sind ja schon mitten in der WM-Vorbereitung“, so Jacobsen. Dennoch herrsche in der Mannschaft Skepsis angesichts der Zuschauer-Pläne der Ausrichter. „Mikkel und die meisten anderen Spieler sind sich einig, dass diese WM ohne Zuschauer stattfinden sollte“, sagte der Trainer. „Das liegt nur nicht in unseren Händen.“

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