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Sportmix Deutsche Handballer verpassen WM-Finale
Sport Sportmix Deutsche Handballer verpassen WM-Finale
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11:27 26.01.2019
Von Tamo Schwarz
Norwegens Sander Sagosen wirft aufs Tor neben Deutschlands Steffen Weinhold. Quelle: Soeren Stache/dpa
Hamburg Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) spielt nun morgen (14.30 Uhr) im dänischen Herning gegen Frankreich um Bronze.

Hamburg kann auch WM, Hamburg kann laut, auch wenn sich das berüchtigte Pokal-Final-Four-Publikum in der Arena im Volkspark am Freitagabend erst eingrooven muss. Das hat es mit der deutschen Abwehr gemeinsam. Die ist augenscheinlich so heiß auf dieses Halbfinale, dass jeder Schritt fast Flammen auf dem Hallenboden hinterlässt. In der dritten Minute stellt Patrick Wiencek gegen Superstar Sander Sagosen mit einem Kieler Tackle erst einmal die Verhältnisse klar. Keine Kompromisse! Hendrik Pekeler trifft per Tempogegenstoß zum 3:1 (4.) mit den Tempo-Waffen des Gegners. Doch die Probleme wachsen: zum Beispiel im Positionsangriff, der sich abmüht, aber nie so recht weiß, wohin er soll. Oder auf der linken Abwehrseite, die in Halbzeit eins fünf Gegentore des Flensburgers Magnus Rød zulassen muss. Pekelers Pass auf Uwe Gensheimer (14.) – zu lang! Norwegen dreht den Spieß um, geht mit 9:7 in Führung. Jannik Kohlbacher soll jetzt Sagosens Kreise stören. Steffen Fäth verwirft dreimal. Aber für den jungen Tim Suton nimmt Bundestrainer Prokop nicht Fäth, sondern Paul Drux vom Feld. Fäth verwirft ein viertes Mal, dann kommt Fabian Böhm, stark mit dem 10:11 (24.) und einer mächtigen Aktion gegen Sagosen.

Die Schiedsrichter geizen nicht mit Zeitstrafen

Ab Minute 22 geizen die Schiedsrichter nicht mit Zeitstrafen (acht bis zur Pause) – berechtigte und unberechtigte. Deutschland in doppelter Unter-, dann in doppelter Überzahl. Zu ideenlos und verunsichert. „Es war dieses eine Spiel, in dem die Abwehr nicht funktioniert hat. Das ist so bitter“, wird THW-Kreisläufer Patrick Wiencek später sagen. Da ist unmittelbar nach der Pause einfach kein Rezept gegen einen Sander Sagosen, der die offensive 3:2:1-Deckung der Deutschen mit Eins-gegen-Eins Aktionen und klugen Pässen sprengt. Und kein Rezept gegen Kreisläufer Bjarte Myrhol, der Sagosens Pässe konsequent verwertet. Norwegen zieht auf 20:16 davon (38.). Deutschland leistet sich zu viele Fehler, zu viele Fehlpässe, lässt in der Abwehr seine „Torhüter alleine“ (Prokop), während im Angriff die Verantwortungsbereitschaft abnimnt.

Fabian Böhm kämpft, Steffen Fäth: Totalausfall

Nur Fabian Böhm schmeißt sich mit allem rein, was er hat, trifft sechsmal. Steffen Fäth: Totalausfall. Und der laut Prokop einsatzbereite Kieler Steffen Weinhold, der mit all seiner Routine so wertvoll wäre, kommt nur für genau eine Abwehraktion in die Partie. Eine Aktion. Die Halle steht, die Fans versuchen alles. Pekeler kassiert seine dritte Zeitstrafe (Wiencek: „Eine eigenartige Linie“). Drux, Fäth und Häfner sollen es am Ende richten, doch Sagosens 25:28 (58.) entscheidet alles. „Wir haben Ruhe bewahrt. Ein heißes Spiel, alles drin, wir waren clever“, bilanziert Norwegens Co-Trainer und Ex-Zebra Børge Lund. Bei den Deutschen fließen Tränen. „Es tut so weh“, sagt Patrick Groetzki. „Ich bin einfach nur leer.“ Noch vor Mitternacht setzt sich der DHB-Tross im Mannschaftsbus in Richtung Dänemark in Bewegung. „Aus logistischen Gründen und mit Blick auf eine verlängerte Regenerationsphase haben wir uns kurzfristig entschieden, die Weiterfahrt nach Herning vorzuziehen“, sagt DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Ins Königreich für eine Medaille. Deutschland spielt um Bronze. Um Gold kämpfen Dänemark und Norwegen.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder vom WM-Halbfinale Deutschland gegen Norwegen im Handball zu sehen.
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