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Sportmix Die Landins sind Dänemarks Dauerbrenner
Sport Sportmix Die Landins sind Dänemarks Dauerbrenner
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21:16 18.01.2019
Von Merle Schaack
Foto: War im Gruppen-Finale der Dänen neben Mikkel Hansen der entscheidende Faktor: THW-Torhüter Niklas Landin.
War im Gruppen-Finale der Dänen neben Mikkel Hansen der entscheidende Faktor: THW-Torhüter Niklas Landin. Quelle: imago/Claus Bonnerup
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Im Gruppen-Finale gegen Norwegen am Donnerstag spielte Niklas Landin sich binnen fünf Minuten in die Köpfe der Gegner. Den ersten Wurf von Superstar Sander Sagosen aus dem linken Rückraum hielt er, dann einen von Bjarte Myrhol vom Kreis, schließlich einen von Eivind Tangen aus dem rechten Rückraum - und direkt im Anschluss einen Siebenmeter von Sagosen.

Noch nie so ein gutes Gefühl

Am Ende der Partie hatte er elf Paraden gesammelt. 54 sind es bereits im ganzen Turnier - der Spitzenwert aller Torhüter. Und nicht nur das: Auch beim Blick auf die Quote gehaltener Bälle ist keiner besser als Landin. Zusammen mit Norwegens Keeper Espen Christensen teilt er sich hier mit 45 Prozent die Spitze. Landin hat allerdings bereits 60 Minuten länger (insgesamt 3:14 Stunden) auf dem Feld gestanden.

Zahlen, die der Torhüter selbst überhaupt nicht präsent hat. "Davon allein gewinnen wir ja nichts", sagt er. Allerdings gibt er zu: "Ich habe noch bei keinem Turnier so ein gutes Gefühl gehabt wie bei diesem."

Sein Teamkollege Lasse Svan von der SG Flensburg-Handewitt beurteilt Landins Leistung weniger zurückhaltend. "Wenn er auf dem Niveau spielt wie bisher in diesem Turnier, ist er der beste Torwart der Welt."

Magnus im Dauereinsatz

Doch nicht nur der "große" Landin und Top-Star Mikkel Hansen drücken dem Turnier der Dänen ihren Stempel auf. Eine unerwartet große Rolle spielt auch Magnus Landin. Weil Casper U. Mortensen, sein Positionskollege auf Linksaußen, mit Kniebeschwerden zwei Spiele aussetzen musste, war der 23-Jährige in den fünf Vorrundenspielen fast vier Stunden lang im Einsatz - länger als jeder andere Däne. Die Ausbeute: 16 Treffer und in der Abwehr auch mal der ein oder andere Block, bei dem Abwehr-Recken wie Finn Lemke vor Neid erblassen würden.

"Jetzt bin ich ein bisschen müde. Aber es ist schön, so viel zu spielen. Vor allem vor dieser Kulisse. Und es läuft ja auch ganz gut", sagt Magnus. Vor allem in der Abwehr, wo er für Mikkel Hansen auf der Halbposition und in der 5+1-Formation auf der Spitze deckt, ist er ein wichtiger Baustein.

Für René Toft Hansen ist die WM vorbei

Allerdings müssen die Dänen ihr Bollwerk, das bisher nur 48 Gegentreffer zuließ, in der Hauptrunde erheblich umstellen. Gegen Norwegen zog Abwehrchef René Toft Hansen sich erneut eine Leistenverletzung zu. Der Ex-Kieler wird nach Angaben von Trainer Nikolaj Jacobsen bei der WM nicht mehr spielen können.

"Das ist wirklich ein schmerzlicher Verlust. René ist immer mein erster Ansprechpartner in der Abwehr", sagt Niklas Landin. Die Lücke sollen nun Simon Hald (SG Flensburg-Handewitt) und Henrik Møllgard (Paris St. Germain) schließen.

Gute Chancen aufs Halbfinale

In der Hauptrunde, in der die Dänen auf Ungarn (Sonnabend), Ägypten (Montag) und Schweden (Mittwoch) treffen, haben sie mit 4:0 Punkten eine gute Ausgangsposition. "Mehr aber auch noch nicht", warnt Trainer Jacobsen.

Merle Schaack 18.01.2019
Tamo Schwarz 18.01.2019