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Sportmix Kim Andersson kann endlich genießen
Sport Sportmix Kim Andersson kann endlich genießen
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19:34 11.01.2019
Von Merle Schaack
Dreimal trat Kim Andersson aus der schwedischen Nationalmannschaft zurück, dreimal gab der Ex-Kieler dann doch ein Comeback. Bei der WM in Dänemark will der 36-Jährige ein Turnier zum ersten Mal genießen. Quelle: Mathias Bergeld
Kopenhagen

„Ich bin vielleicht so fit wie noch nie, fühle mich als wäre ich 20“, sagt der Linkshänder, der im Liga-Alltag in der schwedischen Elitserien für Ystads IF spielt. „Aber ich bin ganz klar die Nummer zwei.“

Hinter Albin Lagergren vom SC Magdeburg im rechten Rückraum meint er damit. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit unseren Trainern (Kristjan Andresson und Co-Trainer Martin Boquist, d. Red.) über meine Rolle im Team“, erzählt er. Auch das war ein Grund für seine Entscheidung, einmal mehr in die Nationalmannschaft zurück zu kehren. Denn Andersson hat inzwischen nicht weniger als dreimal seinen Rücktritt erklärt – von dem er bisher jedes Mal wieder zurückgetreten ist. Eine Tatsache, die ihm in Schweden den Spitznamen „Frank Sinatra des Handballs“ eingebracht hat.

„Eigentlich war mein Wechsel nach Ystad (zur Saison 2015/16, d. Red.) mein Abschied von der großen Kulisse“, sagt er. Zwar lief er noch bei Olympia in Rio auf, trat aber zum dritten Mal zurück, nachdem Schweden in der Gruppenphase ausgeschieden war. Andersson und die große Kulisse – das funktionierte eigentlich nur so richtig beim THW Kiel, bei dem er zwischen 2005 und 2012 zum Weltstar reifte, sechsmal die deutsche Meisterschaft, fünfmal den DHB-Pokal und dreimal die Champions League gewann. Gemeinsam mit Spielern wie Nikola Karabatic und Thierry Omeyer, später mit Filip Jicha und Aron Palmarsson. Im Nationalteam war er lange mit Abstand der größte Hoffnungsträger – und bei frühem Ausscheiden der Blau-Gelben in der Öffentlichkeit auch schnell der Sündenbock.

Endlich genießen

„Vor einem Jahr hätte ich selbst nie gedacht, dass ich jetzt diese WM spielen würde“, gibt er zu. „Es war zuerst auch ein Schock, als der Trainer mich anrief.“ Doch nach reiflicher Überlegung und grünem Licht von Ehefrau Sandra sagte der dreifache Familienvater zu. „Ich kann meine Erfahrung beisteuern. Und Albin entlasten. Bei den beiden letzten Turnieren musste er durchspielen und war am Ende immer verletzt.“

Im schwedischen Team, in das auch Kim Ekdahl du Rietz (Paris St. Germain) für dieses Turnier zurückkehrte und das mit weiteren international erfahrenen Spielern wie Spielmacher Jim Gottfridsson (SG Flensburg-Handewitt), Kreisläufer Jesper Nielsen (Rhein-Neckar Löwen) und dem Kieler Lukas Nilsson gespickt ist, ist die Verantwortung inzwischen auf viele Schultern verteilt. „Ich glaube, jetzt kann ich ein Turnier zum ersten Mal richtig genießen“, sagt Andersson.

Sohn Milo ist Lukas-Nilsson-Fan

Nilsson ist auch heute noch seine Verbindung zum THW Kiel. Als der Halblinke noch in Ystad spielte, war Andersson sein Mentor, riet ihm zum Wechsel an die Förde. In den Augen von Andersson Junior hat Nilsson Papa Kim als Handballer längst den Rang abgelaufen. Der neunjährige Milo Verner Zlatan Andersson spielt selbst in einer Jugendmannschaft von Ystads IF – im THW-Trikot mit dem Schriftzug „Nilsson“ auf dem Rücken. Kein Drama für Andersson, der seinem ehemaligen Mannschaftskollegen den Erfolg gönnt. „Lukas hat sich in Kiel sehr gut entwickelt. Er ist einer der Gründe dafür, dass es für den THW jetzt wieder gut läuft.“

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