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Sportmix Ohne Weinhold gegen Serbien
Sport Sportmix Ohne Weinhold gegen Serbien
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19:26 16.01.2019
Von Tamo Schwarz
Foto: THW-Linkshänder Steffen Weinhold (links) gegen Brasilien im Nahkampf mit Henrique Teixeira.
THW-Linkshänder Steffen Weinhold (links) gegen Brasilien im Nahkampf mit Henrique Teixeira. Quelle: Sascha Klahn
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Berlin

Am Mittwochnachmittag stieß darum schon Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) als möglicher Ersatz zur Mannschaft und absolvierte sein erstes Training. Der 32-jährige Steffen Weinhold habe sich eine Adduktorenzerrung zugezogen, teilte Co-Trainer Alexander Haase mit. Allerdings im Spiel gegen Frankreich und nicht bereits am Vortag gegen Russland bei einem Zweikampf mit Dmitry Zhitnikov. „Dann hätte Steffen Weinhold sicher nicht so ein Spiel gegen Frankreich machen können“, erklärte Haase. Schon beim EM-Triumph 2016 war Weinhold mit einer Adduktorenverletzung ausgefallen, damals ebenfalls nach einem Nahkampf mit Zhitnikov. In den bisherigen vier WM-Partien hat sich Weinhold zweifelsohne das Prädikat Weltklasse verdient, bislang acht Treffer erzielt. Darum ließ der Deutsche Handballbund am Mittwoch auch offen, ob es wirklich zum Tausch mit Häfner (29) kommen werde. „Um weiter gut zu trainieren und uns vorzubereiten, ist Kai ab heute dabei“, sagte Haase, der zudem eine Ausfallzeit Weinholds von vier, fünf Tagen prognostizierte. Alles weitere müsse die medizinische Abteilung entscheiden.

Hanning: "Kann Weinhold am Sonnabend spielen, wird es keinen Wechsel geben"

DHB-Vize Bob Hanning ergänzte, dass es „der Wunsch ist, mit dieser Mannschaft weiter zu spielen“. „Aber die Professionalität gebietet es, sich auf alle Fälle vorzubereiten. Wenn Weinhold am Sonnabend zum Start der Hauptrunde spielen kann, wird es keinen Wechsel geben.“ Denkbar ist also, dass Deutschland nur mit Fabian Wiede und Franz Semper im rechten Rückraum in die Partie gegen Serbien geht und erst am Freitag über das weitere Vorgehen entscheidet. Während der WM sind bis zu drei Wechsel mit Spielern des erweiterten 28er-Kaders möglich. Für diesen war auch Europameister Häfner vor dem Turnier nominiert worden, aber von Youngster Semper aus dem finalen WM-Kader gedrängt worden.

Den Tag nach dem Frankreich-Fight nutzten die Nationalspieler auch zum Krafttanken. Torwart Andreas Wolff war in der Nacht erst um vier Uhr in den Schlaf gekommen, hatte die Bilder der letzten Sekunden immer wieder im Kopf hin- und her gewälzt. „Ich habe schlecht geschlafen. Habe mich noch mit meinem Zimmerkollegen Jannik Kohlbacher unterhalten. Sonst höre ich schon nach drei Sekunden bei ihm ein Schnarchen, als wollte er ganz Brasilien abholzen. Aber er war auch noch wach.“ Nach dem ersten Schock des in letzter Sekunde aus der Hand gegebenen Sieges überwog am Mittwoch schon wieder die gute Stimmung. Die Frage, ob Deutschland nach dem Remis gegen den amtierenden Weltmeister wieder zur Weltspitze gehöre, beantwortete Alexander Haase trocken mit einem „Ja“. „Die Erkenntnis ist, dass wir jede Mannschaft schlagen können“, so Haase weiter.

Deutschland wird aller Voraussicht nach mit 3:1 Punkten aus den Spielen gegen Frankreich und Russland in die Hauptrunde und damit in sein „Wohnzimmer“ Lanxess Arena in Köln wechseln. „Klingt doch nach keiner schlechten Ausgangsposition“, sagte Unglücksrabe Fabian Böhm, der den finalen Gegentreffer mit einem Fehlpass gegen Frankreich erst möglich gemacht hatte. Bob Hannings Euphorie ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die Wucht der Halle hat sich auf die Spieler übertragen. Nur 2016 sind wir so als Team aufgetreten. Das Gefühl in der Halle hat mich glücklich gemacht.“ Damals wurde Deutschland bekanntlich Europameister.