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Sportmix Der Freizeit-Vertreib der Stars
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15:50 17.01.2019
Von Merle Schaack
Das Brettspiel "Die Siedler von Catan" ist noch immer hoch im Kurs, hinten von links: Steffen Weinhold, Patrick Groetzki. Quelle: Sascha Klahn
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Berlin/Kopenhagen/Herning
 

So sei das RTL-Dschungelcamp ("Ich bin ein Star, holt mich hier raus") laut THW-Kreisläufer Patrick Wiencek "mittlerweile" Tradition. Allerdings nicht bei jedem, oder wie der Kieler Steffen Weinhold mit einer Gegenfrage zu verstehen gab: "Glaubst du echt, dass ich zur Dschungelcamp-Fraktion gehöre? Ich geh lieber in die Sauna."

Siedler, Kicker, Darts

Besonders hoch im Kurs ist noch immer (seit der Generation Baur, Stephan, Kretzschmar) das Brettspiel "Die Siedler von Catan". Patrick Wiencek und Silvio Heinevetter duellieren sich am Kickertisch, Torwart Andreas Wolff hat seine Playstation im Gepäck. Fabian Böhm und Patrick Groetzki spielen gerne "Mario Kart". Die Darts-Scheibe darf - neben einer Staffelei - natürlich auch nicht fehlen. Silvio Heinevetter ist der King mit den Pfeilen. Und die Staffelei ist besonders in diesem Jahr besonders wichtig. Früher hing die Scheibe an der Hoteltür. Kaum auszudenken, was die im Grand Hyatt vor lauter Löchern kosten würde.

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Bei den Schweden hört der Wettbewerb nie auf

Bei den Schweden hört der Wettkampf auch nach dem Abpfiff ihrer Gruppenspiele nicht auf. Das Team um Kapitän Niclas Ekberg ist auch in seiner Freizeit spielfreudig. Zum WM-Auftakt gab es ein mannschaftsinternes Tischtennis-Turnier.

„In der Einzelwertung hätte ich das gewonnen“, erzählt Ekberg. Doch der Modus sah ein Doppel zum Finale vor – das Ekberg gemeinsam mit dem Berliner Mattias Zachrisson gegen das Rhein-Neckar-Löwen-Duo Jesper Nielsen und Jerry Tollbring verlor.

Gelegenheit zur Revanche hat er aber reichlich. Fast täglich liefern sich die Schweden Duelle am Shuffle Board, eine Art Tisch-Curling. „Wir haben eine super Stimmung in der Mannschaft, verstehen uns einfach richtig gut und verbringen gern Zeit miteinander“, sagt Ekberg. „Niemand muss etwas organisieren, alles ergibt sich immer von selbst.“

In Herning gibt's nicht viel zu sehen

Auch ein Ausflug zum Bowling ins Stadtzentrum ist mal erlaubt. „Ich bin froh, dass wir in Kopenhagen und nicht in Herning sind“, sagt Rückraumspieler Lukas Nilsson. Im Gegensatz zur Hauptstadt hat die 45000-Einwohner-Stadt nämlich nicht so viel zu bieten. Die Fußgängerzone hat man in fünf Minuten durchquert.

Trotz der Verlockungen in Kopenhagen reizen die Schweden ihre Möglichkeiten aber nicht zu sehr aus. „Wenn wir mal vier Stunden frei haben, dürften wir in die Stadt fahren. Aber meistens hängen wir dann doch im Hotel rum“, sagt Nilsson.

Quizzen bis die Köpfe rauchen

An Spieltagen gibt es eine besondere Tradition: Vor der Abfahrt zur Halle und manchmal auch noch im Bus gibt es ein Quiz. „Frågesport“ nennen die Schweden das. Die in Zweier-Teams treten sie gegeneinander an. Die Fragen beziehen sich auf das Land des nächsten Gegners, schwedischen Sport oder testen das Allgemeinwissen der Spieler. Am Ende des Turniers wird das Sieger-Team gekürt. Das Team Lukas Nilsson/Hampus Wanne liegt derzeit auf dem sechsten Platz, nur einen Punkt vor Niclas Ekberg und Jim Gottfridsson.

Landin und Svan feiern Zehnjähriges

Etwas ruhiger lassen es die Dänen angehen. Telefonieren mit der Familie, Handyspiele und „ab und an mal ein kleiner Spaziergang“ sind der Zeitvertreib von Niklas Landin, der bei der Nationalmannschaft in seinen Routinen nicht gestört wird. Immerhin teilt er sich seit zehn Jahren stets das Zimmer mit dem Flensburger Lasse Svan. „Wir sind ein eingespieltes Team.“

Sein kleiner Bruder Magnus gehört zu der Gruppe im Team, die sich mit Kartenspielen die Zeit vertreibt. „Ansonsten schlafe ich ein bisschen oder gucke Filme – zuletzt den Hobbit und Harry Potter.“

Reinkind redet lieber

Kartenspiele und die Playstation sind bei den Norwegern beliebt. „Aber Playstation ist nichts für mich“, sagt Harald Reinkind. Dafür sitzt der 26-Jährige gerne in der Hotel-Lobby und unterhält sich mit seinen Teamkollegen – auch mal mit denen aus Kiel. „Ich habe viel mit Nikola Bilyk geredet. Nur nach der Niederlage der Österreicher gegen Chile war er nicht so zum Plaudern aufgelegt.“

Hier sehen sie, wie Handballer verschiedener Nationen sich ihre Freizeit bei der WM vertreiben.

Von Merle Schaack und Tamo Schwarz

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