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Sportmix Handballer verpatzen EM-Generalprobe
Sport Sportmix Handballer verpatzen EM-Generalprobe
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19:39 10.01.2016
Von Tamo Schwarz
Die deutschen Handballer haben ihre Generalprobe für die Europameisterschaft verpatzt und müssen sich bis zum Auftaktspiel mächtig steigern. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

An beiden Tagen waren es Kieler, die den Matches ihren Stempel aufdrückten.

„Einige waren mit dem Kopf wohl schon in Polen“, sagte ein wenig zufriedener Bundestrainer nach der Niederlage im abschließenden Härtetest. In der Tat, noch am Sonnabend hatten die Deutschen Charakter bewiesen, gegen Island ein Spiel in den letzten Minuten gedreht, mit einer offensiven 5:1-Deckung mit Hendrik Pekeler an der Spitze überzeugt und im Angriff mit einem variablen Rückraum für ein echtes Feuerwerk gesorgt. Der Kieler Christian Dissinger traf achtmal, Steffen Fäth, der überraschend in der Rückraum-Mitte agierte, und Pekeler je sechsmal. Michael Jacksons „Beat It“ dröhnte in Kassel über die Hallen-Lautsprecher, im isländischen Tor schlugen die Bälle ein, und Fans und Mannschaft gerieten so richtig in EM-Laune. „Das ist auch ein Lernprozess: Wir können solche engen Spiele gewinnen. Aber es gibt noch Luft nach oben“, sagte Neu-Kapitän Steffen Weinhold.

Am Sonntag rieben sich die 10.050 in der Hannoveraner Tui-Arena verwundert die Augen. In der Abwehr stets einen Schritt zu spät, im Angriff zu statisch, in der Chancenauswertung katastrophal – Deutschland war nicht wiederzuerkennen. Vor der Pause war es Zebra Rune Dahmke nach überstandener Verletzung, der wieder so richtig in Fahrt kommt und seine Mannschaft mit fünf Treffern im Spiel hielt. Nach der Pause übernahm Steffen Weinhold Verantwortung. Auch Andreas Wolff im Tor bestätigte seine Nominierung mit guten Paraden. Doch der „herbe Dämpfer“ (Torwart Carsten Lichtlein) offenbarte auch, wie sehr Sigurdssons Team auf die Tore von Dissinger und Fäth angewiesen zu sein scheint. Pekeler, Strobel, Sellin – reihenweise scheiterten die Deutschen mit „Hundertprozentigen“ an Björgvin Gustavsson im isländischen Tor. Laufwege passten nicht, technische Fehler schlichen sich ein, in der Abwehr düpierte insbesondere Aron Palmarsson immer wieder mit Hüft- und Unterarmwürfen die deutsche Abwehr. „Alle müssen sich jetzt hinterfragen“, forderte der künftige Kieler Andreas Wolff sofort nach dem Schlusspfiff. „Man konnte heute gut sehen, auf wen wir uns verlassen können.“

Dagur Sigurdssons Resümee des Sonntages fiel noch geradliniger aus: „Wir waren heute einfach zu leicht zu schlagen.“ Dennoch, die Niederlage werfe die Mannschaft nach einer guten Vorbereitung nicht zurück. Vielmehr, fand auch Kapitän Steffen Weinhold, sei es jetzt wichtig, „wie wir mit der Niederlage umgehen“. Weinhold ging am Sonntag im zweiten Abschnitt voran, führte eine unerfahrene Mannschaft an, die mit nur zwei Akteuren mit über 100 Länderspielen (Strobel 112, Lichtlein 204) in die EM geht. Das spiele, so Weinhold, zwar eine Rolle. „Aber umso mehr müssen sich jetzt alle bewusst sein, dass sie gut genug sind, um Verantwortung zu übernehmen.“

Im polnischen Breslau trifft das deutsche Team am 16. Januar (18.30 Uhr/ZDF) zunächst auf Ex-Weltmeister Spanien. Weitere Vorrundengegner in der Gruppe C sind Schweden (18. Januar/20.30 Uhr/ARD) und Slowenien (20. Januar/17.15 Uhr/ZDF).

Statistik

Deutschland: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach) 1.-17. Minute/3 Paraden, Andreas Wolff (HSG Wetzlar) 17.-60./14 – Johannes Sellin (MT Melsungen) 1/1, Finn Lemke (SC Magdeburg), Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/Polen) n.e., Fabian Wiede (Füchse Berlin) 3, Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Steffen Weinhold (THW Kiel) 5, Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) 3, Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf), Steffen Fäth (Wetzlar) 2, Kai Häfner (Burgdorf) 2, Rune Dahmke (THW Kiel) 5, Simon Ernst (Gummersbach) 1, Christian Dissinger (THW Kiel) 1, Jannik Kohlbacher (Wetzlar) 1.

Island: Gustavsson (1.-60. Minute/13 Paraden), Edvardsson n.e. – Svavarsson 3, Kristjansson 3, Palmarsson 7, Karason 3, Hallgrimsson 2, Atlason 2, Sigurdsson 2/1, Gudjonsson n.e., Gudmundsson 2, A. Gunnarsson 1, Petersson 2, R. Gunnarsson n.e., Sigurmannsson, Konradsson, B. Gunnarsson, Helgason.

Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark) – Strafminuten: GER 2 (Lemke), ISL 4 (Sigurmannsson, Petersson) – Siebenmeter: GER 2/1 (Sellin scheitert an Gustavsson), ISL 1/1 – Spielfilm: 0:2, 1:3, 2:4, 4:4 (7.), 5:9 (15.), 8:9 (18.), 8:13, 10:14 (25.), 12:15 – 12:17, 15:18 (36.), 15:21 (46.), 18:21, 20:24 (50.), 21:27 (57.), 24:27 – Zuschauer: 10050 in der Tui-Arena in Hannover.

Verletzungspech hält an

Die Pechsträhne der deutschen Handballer setzt sich fünf Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft in Polen (15.-31. Januar) fort. Am Sonntag zog sich Rückraum-Shooter Steffen Fäth von der HSG Wetzlar eine Rückenprellung zu. „Da müssen die Trainer jetzt die Köpfe zusammenstecken und überlegen, ob sie jemanden nachnominieren“, sagte Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB), im Anschluss an die Partie gegen Island in Hannover. Zudem wurde der Kieler Christian Dissinger – am Sonnabend überragender Akteur mit acht Treffern – wegen einer Verhärtung in der Wade ausgewechselt. Spielmacher Niclas Pieczkowski (Lübbecke) kam wegen Leistenproblemen nicht zum Einsatz.

„Alles zehrt langsam an den Kräften, ich bin wirklich müde“, hatte Dissinger vor dem Spiel gesagt. Nach einem freien Tag am Montag trifft sich die Mannschaft am Dienstagabend in Berlin und wird am Donnerstag nach den abschließenden Trainingseinheiten die Reise nach Polen antreten.

In Berlin will Bundestrainer Dagur Sigurdsson schließlich entscheiden, ob er mit 16 oder 17 Akteuren nach Breslau fährt und ob es zu einer Nachnominierung kommen wird. „Ich warte erst einmal die Diagnose der Ärzte ab“, so der Isländer. „Wir gehen davon aus, dass wir mit 16 Spielern reisen. Die Zusammensetzung hängt davon ab, wer topfit ist.“ Vor den Spielen gegen Island hatte Sigurdsson bereits kurzfristig Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) nachnominiert.

Die deutschen Biathletinnen sind wieder eine Macht. Angeführt von den siegreichen Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand lieferten die Skijägerinnen erneut den Beweis, dass sie mit großer Nachhaltigkeit den Sprung zurück in die absolute Weltspitze geschafft haben.

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