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Sportmix Im Umland herrscht Olympia-Fieber
Sport Sportmix Im Umland herrscht Olympia-Fieber
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07:00 17.04.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Segelhafen Strande: Von hier starten auch jetzt schon junge Crews zum Training für internationale Regatten. Das ehemalige Olympiazentrum Schilksee ist nur einen minutenlangen Fußmarsch entfernt. Quelle: Cornelia D. Müller
Strande/Eckernförde

„Die ganze Region freut sich mit“, reagierte Strandes Bürgermeister Holger Klink (CDU). „Man kann nur zur erfolgreichen Teamarbeit von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeister Peter Todeskino gratulieren.“ Aus dem Italienurlaub schickte Klink gleich in der Nacht zum Dienstag eine Nachricht an unsere Zeitung.

 Die Impulse für die Region um Kiel seien „nicht zu unterschätzen“, sollten Hamburg und Kiel den Zuschlag für die olympischen Spiele 2024 bekommen. Er nennt beispielhaft den Ausbau der B503, die zweite Kanalbrücke in Holtenau, den Autobahnanschluss fürs Kieler Umland im Vorfeld der olympischen Segelwettbewerbe 1972 in Schilksee. Strande habe seine erste Promenade aus diesem Anlass bekommen. Momentan wird die Wasserfront grundüberholt.

 Mit der Gemeinde als direktem Nachbarn mit Hafen und zwei Segelclubs (darunter der Kieler Yacht-Club) sei die Stadt vertrauensvoll im Gespräch. Klink: „Wir wurden frühzeitig zur Bewerbung befragt. Die gesamte Gemeindevertretung unterstützt sie. Man hat uns zugesichert, dass wir bei allen relevanten Planungen frühzeitig informiert und beteiligt werden. So habe ich es in den vergangenen Wochen auch erlebt. Wir sind überzeugt, dass wir vor Kiel eines der schönsten Segelreviere der Welt und alle notwendigen Voraussetzungen haben.“

 So sehen es auch der Hafenausschussvorsitzende Peter Siemon (CDU), Hafenmeister Tobias Klüter und Touristikchef Heiko Drescher: „So ein Event vor der Haustür zu erleben, ist großartig. Strande kann nur profitieren. Für Gastronomie, Hotels, Privatvermieter wäre das ein Volltreffer.“ Siemon hat die Segelwettbewerbe 1972 noch vor Augen. „Man konnte den Schilkseer Hafen nicht weiter nach Norden ausdehnen, denn der Untergrund ist eine moorige Endmoräne. So bleibt die Nordmole dauerhaft der Endpunkt. Aber wir würden alles tun, damit etwa Begleitboote der Crews wie schon jetzt bei großen Regatten bei uns unterkommen können. Unser Großparkplatz entstand 1972 für die Olympiabesucher. Auch ein Behelfsparkplatz bei Bülk, wo Tausende die Regatten verfolgten, wurde damals ausgewiesen. Diese Fläche wäre sicher wieder nutzbar.“

 Auch Strandes Nachbargemeinden freuen sich über die Weichenstellung. Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) aus Dänischenhagen: „Wo wir können, werden wir Kiel unterstützen. Ganz sicher würden auch wir von Infrastrukturmaßnahmen gut haben. Olympia 1972 dient uns bis heute, allein durch die Verkehrsanbindung an Kiel.“ Norbert Ehrich, Touristikchef von Schwedeneck, ist überzeugt, „dass der Fremdenverkehr im Dänischen Wohld sogar längerfristig etwas von dem Ereignis hätte, weil viele neue Gäste die Vorzüge der Region kennenlernen“.

 Sollten Hamburg und Kiel den Zuschlag bekommen, setzt Eckernfördes Stadtmarketingmanager Stefan Borgmann darauf, dass das Projekt Stadtregionalbahn aus dem Olympiafördertopf bezahlt würde, ohne Kreise und Kommunen zu belasten. „Dass wäre für uns ein großer Gewinn.“ So könnten die vielen Gäste zwischen Kiel und dem Umland pendeln, „ohne schon auf der B76 vor Eckernförde im Stau zu stehen“.

 Von einem Besucherboom würde Eckernförde nach seinen Worten hingegen nur am Rande profitieren. „In der Saison sind die Unterkünfte sowieso gut belegt.“ Auch von einer medialen Aufmerksamkeit für Eckernförde verspricht sich der Stadtmarketingmanager nicht zu viel. TV-Übertragungen aus Olympiaorten zeigten, dass die Umgebung wenig berücksichtigt werde. „Dennoch wäre es großartig, wenn es klappen würde.“

 Von Cornelia Müller und Christoph Rohde

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