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Sportmix Die Tops und Flops der Handball-EM
Sport Sportmix Die Tops und Flops der Handball-EM
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18:42 27.01.2020
Von Merle Schaack
Bei seinem ersten Turnier wurde Timo Kastening gleich zum Shooting-Star der deutschen Handball-Nationalmannschaft und so eine der positiven Überraschungen bei diesem Turnier. Quelle: Sascha Klahn

Top: Die „Kleinen"

Portugal als noch recht junger Gast auf der europäischen Handball-Bühne wurde Sechster, in der Vorrunde hielten die Niederlande und Lettland das DHB-Team auf Trab, die Schweiz feierte ihren zweiten Sieg bei einer EM überhaupt. Die befürchtete Leistungs-Schere zwischen den starken arrivierten Teilnehmern und den Nutznießern der Aufstockung von 16 auf 24 Teilnehmer blieb aus. So dürfte die Maßnahme den Handball in der Breite stärken.

Top: Finale im Fußballstadion

Fast sah es aus, als hätten sich die Veranstalter verzockt mit dem Vorhaben, die Platzierungsspiele in der riesigen Tele2-Arena austragen zu lassen. Ihr Glück nach dem Ausscheiden der Schweden und Dänen, dass mit Kroatien eine Nation im Finale stand, die über reisefreudige und lautstarke Fans verfügt. So stellte das Endspiel mit 17769 Zuschauern einen neuen Rekord in Skandinavien auf.

In den Spielen ohne kroatische oder norwegische Beteiligung hingegen nahm die Leere auf den Rängen den Partien das Feuer. „In unserem Halbfinale waren wohl 5000 Leute, aber auf den Rängen sieht man das gar nicht“, sagte Miha Zarabec nach dem Halbfinale der Slowenen gegen Spanien. „Es ist merkwürdig, wenn man nach einem Tor nur die eigene Mannschaft hört.“ Fazit: Handball im Fußballstadion funktioniert nur, wenn auch die Kulisse stimmt. Veranstalter sollten ihre Planungen künftig ohne Unbekannte wie den erhofften Turnierverlauf für den Gastgeber machen. Auch ein Eröffnungsspiel vor 20.000 Fans hätte seinen Reiz.

Top: Überraschungen

Der neue Modus durch die Aufstockung der Teilnehmer forderte früh seine ersten Opfer. Mit Frankreich und Dänemark erwischte es in der Vorrunde bereits zwei Mitfavoriten auf den Titel, weil nur noch die beiden ersten Teams aus jeder Gruppe in die Hauptrunde einzogen. Eine deutliche Aufwertung für die Gruppenphase, in der die Partien an Brisanz gewannen. In Frankreich hatte das frühe Aus bereits Konsequenzen: Nationaltrainer Didier Dinart musste am Montag seinen Hut nehmen.

Top: Die deutschen Gewinner

Den Namen von Timo Kastening (24) wird Bundestrainer Christian Prokopwie im Auftaktspiel geschehen – so schnell nicht mehr vergessen. Der Rechtsaußen ist ohne Frage der deutsche Shooting-Star des Turniers und mit 34 Toren bester Schütze im DHB-Team. Mit Philipp Weber konnte ein nicht mehr ganz so junges Talent (27) die EM nutzen, um sich als Regisseur zu empfehlen. Und Torwart-Oldie Johannes Bitter (37) war nicht nur für zahlreiche Paraden zuständig, sondern laut Prokop auch für gute Stimmung im Team. „Ihn umgibt eine starke Aura“, sagte der Bundestrainer.

Flop: Der deutsche Rückraum

Julius Kühn, Paul Drux, Fabian Böhm, Kai Häfner: Sie alle zählen zu den Routiniers im DHB-Rückraum, konnten ihre Leistung aber zu selten abrufen, wenn es darauf ankam – wie im entscheidenden Hauptrunden-Duell mit Kroatien (24:25-Niederlage). In diesem Mannschaftsteil sieht auch DHB-Vizepräsident Bob Hanning „noch einigen Handlungsbedarf“. Mit Blick auf die Olympia-Qualifikation im April, zu der eine Rückkehr von Linkshänder Fabian Wiede laut Hanning ausgeschlossen ist, die größte Baustelle für den Bundestrainer.

Flop: Drei Co-Ausrichter

Drei Länder sind eines zu viel. Vor allem, wenn sie weit über Europa verteilt sind. Die Reisetage sorgten für ungleiche Voraussetzungen. So konnten Mannschaften wie Slowenien das gesamte Turnier in Schweden spielen, Titelverteidiger Spanien musste von Norwegen über Österreich nach Schweden reisen. Dem sportlichen Triumph stand das in diesem Jahr nicht im Wege. Dennoch sollte die Gefahr gar nicht erst bestehen und die EHF Turniere künftig an Co-Gastgeber in unmittelbarer geografischer Nähe vergeben.

Mehr zur Handball-EM lesen Sie hier.

Bei der Handball-EM wurde er zum wichtigsten Spieler gewählt, der ganz große Triumph blieb Domagoj Duvnjak aber verwehrt. Nach der 20:22-Niederlage Kroatiens im Finale gegen Spanien wartet er weiter auf einen internationalen Titel. National will er mit dem THW Kiel am Wochenende wieder angreifen.

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