Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Sportmix Triathlon-Coach gibt Wechselzonen-Tipps
Sport Sportmix Triathlon-Coach gibt Wechselzonen-Tipps
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:15 18.07.2019
Trainer Torsten Rohr (mit Helm) erklärt die Unterschiede bei Ausziehen der Radschuhe. Quelle: Karsten Freese
Kiel

Eine ruhige Straße in der Wik an einem sonnigen Sonntagvormittag, direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Zehn Sportler lehnen ihre Rennräder an einen Zaun, setzen Rucksäcke ab und packen Taschen aus. Die Stimmung ist ausgelassen und angeregte Diskussionen werden geführt. Über die Aeroposition, über die Unterschiede zwischen Aluminium und Carbon, Fachsimpeln über Reifendruck und Pedalsysteme. Für Außenstehende wirkt die Situation ein wenig seltsam, aber sie hat einen seriösen Hintergrund. Der Kieler Triathlon Trainer Torsten Rohr macht heute mit seinen 9 Schülern eine Technikeinheit. Simuliert werden der Aufbau und Ablauf der beiden Wechselzonen. Jene Zonen, wo sich die Athleten zwischen Schwimmen und Radfahren oder Radfahren und Laufen für die folgende Disziplin vorbereiten.

KN-onlie-Gewinner Eckstein und Clausen absolvieren ihren ersten Triathlon

Zwei der Teilnehmer sind aus einem besonderen Grund hier. Sie sind die Gewinner des Gewinnspiels auf KN-online und werden von Torsten Rohr behutsam aber professionell auf den 31. KN Förde-Triathlon 2019 vorbereitet. Die 61-jährige Kathrin Eckstein und der 39-jährige Christian Clausen haben noch nie an einem Triathlon teilgenommen, sie geben am 11. August in Kiel ihr Debüt und sind jetzt schon aufgeregt, obwohl sie schon seit Ostern bei Torsten trainieren.

Wechselzone“ klingt zunächst eher unspektakulär, beinahe langweilig. Man kommt aus dem Wasser, zieht seine Schwimmbekleidung aus und zieht die Sachen fürs Radfahren an. Beim Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke läuft es so ähnlich ab, was kann daran so schwer sein? Eindrucksvoll erzählt Rohr von den Tücken der Wechselzone, zeigt den Teilnehmern, wie sie ihren Platz einrichten können und worauf man achten sollte, denn hier kann jeder Athlet wertvolle Zeit sparen oder sie auch verlieren, wenn man unachtsam ist. Vieles lässt sich auch ohne Trainer erlernen, einiges kann man sich anlesen, aber Torsten Rohr bringt etwas mit, was man nur schwer erlernen kann: Erfahrung! Davon hat Rohr eine Menge gesammelt, hat wahrscheinlich jeden erdenklichen Fehler schon mindestens einmal selbst gemacht und daraus gelernt. Dieses Wissen gibt er nun in einer humorvollen Art an seine Teilnehmer weiter und erntet staunende Gesichter und auch so manchen Lacher.

Bei den Radschuhen scheiden sich die Geister

Zunächst werden die einzelnen Teile der Ausrüstung am und auf dem Rad deponiert. Der Helm stört irgendwie immer, die Startnummer wird auf dem Lenker platziert – ein großes Thema sind die Radschuhe. Zieht man sie an und läuft dann neben dem Rad durch die Wechselzone bis einem die Linie am Ende das Aufsteigen erlaubt? Befestigt man die Schuhe schon an den Pedalen und schlüpft erst während der Fahrt in die Schuhe? Eine lebhafte Diskussion entbrennt, aber auch hier kann Rohr seinen Erfahrungsschatz beisteuern: „Die Wechselzone ist nahezu bei jedem Wettkampf anders. In Kiel lauft ihr in der Wechselzone auf Asphalt. Das ist mit Radschuhen zwar nicht sehr komfortabel aber es ist gut machbar. Bei anderen Wettkämpfen habt ihr unter Umständen Sand oder Gras als Boden. Wenn sich Dreck in eure Pedalplatten drückt, dann kann es passieren, dass die Schuhe nicht in die Pedale einrasten. Dann habt ihr ein Problem, also solltet ihr jedes Mal den Wettkampfort anschauen und den Einzelfall abwägen und entscheiden.“

Die Teilnehmer haben inzwischen ihre Wechselplätze eingerichtet und kommen barfuß über den Asphalt zu ihren Rädern gelaufen, so als kämen sie gerade vom Schwimmen. Das Laufen ist unangenehm, aber danach wird diese Athleten während des Wettkampfes auch niemand fragen. Bei den Rädern angekommen wird es hektisch. So manch durchdacht eingerichteter Wechselplatz entpuppt sich in der Trainingspraxis als unbrauchbar, hier und dort entsteht heiteres Chaos, aber Rohr beruhigt seine Schützlinge: „Das ist völlig normal. Es gibt kein generell funktionierendes Konzept. Ihr werdet nach und nach euer persönliches System entwickeln, und dann funktioniert es viel besser.“

In Laufschuhen Fahrrad zu fahren, kann Zeit sparen

Die Sportler sortieren ihre Plätze neu, arrangieren ihre Ausrüstung anders und siehe da – beim zweiten Versuch klappt alles schon deutlich besser, und nach und nach verlässt Fahrrad um Fahrrad die Wechselzone. Auch bei Katrin und Christian läuft es erstaunlich gut. Nun wird der zweite Wechsel trainiert: Mit dem Rad nah bis an die Linie heranfahren, rechtzeitig absteigen und das Rad zum zweiten Wechselplatz schieben. Dort geht es dann in die Lauschuhe. Hier geht es bei Kathrin blitzschnell. Während Christian sich noch die Laufschuhe bindet, ist die 61-jährige Ärztin schon auf und davon. Auf Nachfrage knurrt er nur: „Kathrin schummelt ja auch, ist dir nicht aufgefallen, dass sie auf dem Rad schon ihre Laufschuhe an den Füßen hatte?“ Er muss sich selbst das Lachen verbeißen und tatsächlich: Kathrin nutzt keine speziellen Radschuhe, sondern fährt einfach in ihren späteren Laufschuhen.

Auch hier ein zweiter Versuch. Christian hat sein Konzept komplett geändert und sprintet nach nur wenigen Sekunden aus der Wechselzone. Der Trainer ist zufrieden, bei allen Teilnehmern läuft es schon im zweiten Anlauf bedeutend besser: Gute Laune macht sich breit, und Rohr steht seinen Schützlingen noch für individuelle Fragen zur Verfügung, verrät noch den einen oder anderen Trick, den die Athleten sicherlich nicht bei Google gefunden hätten. Als nächstes steht eine Schwimmeinheit auf dem Trainingsplan – eine Disziplin von der Kathrin spontan sagt: „Wenn ich das überlebt habe, schaffe ich den Rest auch“. Torsten Rohr wird auch im nächsten Training dafür sorgen, dass die beiden KN Leser am 11. August optimal vorbereitet an den Start ihres ersten Wettkampfes gehen werden.

Lesen Sie hier mehr über Sport in Kiel

Von Karsten Freese

Sportmix Thole und Trainer Koreng - Beach-Silber made in Kiel

Plötzlich hat der deutsche Beachvolleyball neue Vorzeigegesichter. Julius Thole und Clemens Wickler haben den WM-Titel in Hamburg ganz knapp verpasst, holten aber sensationell Silber. Das Duo hat Olympia-Ambitionen, und die steile Erfolgskurve ist auch „Made in Kiel“.

Tamo Schwarz 17.07.2019

Abgebogen. Auf den Coburger Weg. Alle Wege führen nach Oberfranken. Jedenfalls für ein großes Kieler Trainertalent. Profi-Handball ist der Plan des Dorian Wagner, der jetzt einen Riesenschritt in Richtung große Handballbühne macht.

Tamo Schwarz 17.07.2019
Sportmix Große Talente in Gaarden - Die Kotza-Brüder boxen sich durch

„Ich wusste sofort, das ist etwas Besonderes“, beschreibt Michael Schimanski seine erste Begegnung mit Benjamin Kotza (12), der als größte Hoffnung der TuS Gaarden seit Jahren gilt. Und das in gewisser Weise doppelt, denn sein kleiner Bruder Antony beschreitet einen ähnlich vielversprechenden Weg.

Martin Geist 13.07.2019