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Sportmix EM-Aus für Weinhold und Dissinger
Sport Sportmix EM-Aus für Weinhold und Dissinger
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14:36 26.01.2016
Von Tamo Schwarz
Der deutsche Kapitän Steffen Weinhold (Mitte) erleidet einen Muskelbündelriss und wird von Mannschaftsarzt Dr. Kurt Steuer (li) sowie von Physiotherapeut Peter Gräschus gestützt und vom Spielfeld begleitet. Quelle: Sascha Klahn
Breslau

Fassungslos wie selten, aschfahl, Bundestrainer Dagur Sigurdsson (42) ist am Montag sichtlich geschockt. Vor Minuten hat ihn die Nachricht erreicht: Für Kapitän Steffen Weinhold (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels) und Christian Dissinger (Muskelfaserriss) – beide vom THW Kiel – ist die Handball-Europameisterschaft in Polen beendet. „Das ist ein Schock“, sagt Sigurdsson. Und: „Das wirft uns zurück.“ Der zusehends unnahbarere Isländer lässt einen Moment der Verletzlichkeit zu. Er, der nie jammert, nie hadert, der trotz einer fatalen Verletzungsmisere dafür da war, seine Spieler stark zu machen, gesteht ein: „Ja, das kann man sagen: Jetzt haben wir nur noch eine B-Mannschaft.“

Es ist tragisch, beispiellos, das kann auch Sigurdsson nicht von sich fernhalten: Mit Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek, Paul Drux, Christian Dissinger und Steffen Weinhold fehlen den Deutschen nun sechs Spieler aus ihrer Stamm-Sieben. Die Verantwortlichen reagieren blitzschnell. Schon am frühen Mittag treffen Julius Kühn (VfL Gummersbach) und Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) im Mannschaftshotel in der Innenstadt von Breslau ein. Da sind Dissinger und Weinhold gerade mit Teamarzt Dr. Kurt Steuer aus dem Krankenhaus zurück. Auch sie stehen unter dem Schock der Diagnose. „Wir hätten es nicht so weit kommen lassen müssen“, sagt der 29-Jährige. Was er meint, ist der Ballverlust von Fabian Wiede Sekunden vor dem Ende des Spiels gegen Russland. „Jeder andere hätte sich dem Russen auch in den Weg geworfen.“ Weinhold opferte sich, wie sich ein guter Kapitän opfert. Noch am Abend spendet Freundin Ina von der Heimat aus Trost. Papa Klaus ist ohnehin in Breslau. Dort will auch Steffen Weinhold bleiben – mindestens bis Donnerstag: „Der physische Schmerz geht schon wieder. Aber im Kopf, da tut es noch weh.“ Für Christian Dissinger, der gegen Russland glänzte, ist die Situation „schwer in Worte zu fassen. Das tut sehr weh.“


Die Kieler Achse in der Nationalmannschaft ist zerbrochen – für den THW Kiel eine Katastrophe. Nach Wiencek und René Toft Hansen fallen nun auch noch Dissinger und Weinhold für sechs bis acht Wochen aus. „Das tut mir zuerst einmal leid für die beiden“, sagt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. Zebra-Coach Alfred Gislason will seine Stammkräfte „so schnell wie möglich nach Hause holen“. Erst am Abend entscheidet sich, dass beide mindestens bis Donnerstag bei der Mannschaft bleiben. Für den Kieler Linksaußen Rune Dahmke, selbst seit einem Zusammenprall mit Weinhold am Oberschenkel verletzt, ist der Bruch des Kieler Dreigestirns ein „herber Rückschlag“. „Man muss nur wenige Minuten von unseren Spielen sehen, um zu wissen, wie wichtig Steffen für uns ist. Aber jetzt müssen andere einspringen. Das zeichnet uns auch aus.“ Hendrik Pekeler betont: „Einen besseren Kapitän als Steffen hätten wir nicht finden können.“

Lichtlein springt als Kapitän ein

Torwart-Routinier Carsten Lichtlein wird das Team am Mittwoch als Kapitän auf das Feld führen. Auch der 35-Jährige spricht von einem „Schock“, um sogleich den Teamgeist zu beschwören: „Jeder steht gnadenlos für den anderen ein. Wir haben schon so viele Rückschläge verkraftet. Keiner schießt quer, keiner muckt auf. So extrem gut habe ich das noch nie erlebt.“ Der Mann vom VfL Gummersbach mit den 207 Länderspielen reihte sich ein, als Andreas Wolff auftrumpfte, um gegen Russland fulminant wieder da zu sein. Jetzt gehe es, weiß Lichtlein, nur über Emotionen. „Ich werde die Mannschaft pushen, aber Steffen bleibt hier, bleibt unser Kapitän. Er wird die Ansprache vor dem Match halten.“ Steffen Weinhold, der stille Anführer, bleibt im Amt. Der humorvolle, zuweilen spröde Franke im Körper eines Norddeutschen mit dem Weltklasse-Timing geht nicht von Bord. Er weiß: „Die Chance, ins Halbfinale einzuziehen, ist noch immer riesengroß.“

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